Betreten verboten!

Es gibt unzählige Destinationen, die zur Auswahl stehen, wenn man sich Gedanken über seinen nächsten Urlaub macht. Es gibt aber auch Orte, an die wir nie reisen werden. Nicht, weil der Weg dorthin nur schwer zu meistern oder der Aufenthalt unermesslich teuer ist, sondern weil das Betreten der Länder oder Inseln entweder komplett verboten oder aber so gefährlich ist, dass es die Reisenden ohnehin nicht überleben würden.

Queimada Grande die Schlangeninsel

Queimada Grande die Schlangeninsel

33 Kilometer südlich von der brasilianischen Südostküste liegt die Ilha da Queimada Grande, auch „Schlangeninsel“ oder „Insel des Todes“ genannt.

Wie der Name schon erkennen lässt, ist die Insel für ihre Schlangenpopulation bekannt. Theoretisch wäre jedem Besucher der Zutritt der Insel erlaubt, obgleich die Landung auf Grund der steilen, hohen Felsen nur mit einem Hubschrauber möglich ist.

Der Hubschrauberlandeplatz liegt neben einem Leuchtturm, der von der brasilianischen Marine betrieben wird. Der Leuchtturm ist relevant für den Schiffsverkehr, der im Großraum Sao Paolo unterwegs ist. Nachdem mehr und mehr Leuchtturmwärter, die jeweils mit dem Hubschrauber an ihren „Arbeitsplatz“ kamen, durch Schlangenbisse starben, übernahm die marine den Betrieb.

Die Insel-Lanzenotter, die Schlangenart, die auf Queimada Grande so viele Menschen tötete, kommt nur auf der kleinen brasilianischen Insel vor. Sieht man sich Berechnungen zur Anzahl der Tiere an und setzt sie in Relation zur Inselgröße, lauert alle paar Meter eine weitere Schlange hinter einem Felsen. Das Gift der Insel-Lanzenotter wirkt rasend schnell, eine Maus beispielsweise überlebt nach dem Biss 2 Sekunden. Für den Menschen, der in Form eines Marine-Offiziers einmal im Jahr auf die Insel muss, gibt es ein Gegengift, das der begleitende Arzt mit sich führt. Die Garantie auf eine Rettung, falls ein Biss erfolgt, ist das Gegenmittel aber nicht. Die Schlangen sind optisch perfekt an die Gegebenheiten der Insel angepasst. Braun-grau, sodass sie sich fast unbemerkt über die Wiesen und Felsen schlängeln können und zu ungeheurer Gefahr für den einen Besucher pro Jahr werden.

Bikini Atoll - das Atomtestgebiet

Bikini Atoll - das Atomtestgebiet

Traumhafte Pflanzen- und Tiervielfalten, karibischer Südseetraum par Excellence. Aber die kleine Insel im Pazifik hat auch eine dunkle Seite.

Eine, die sogar den Besuch unmöglich macht. Seit dem Jahr 2010 gehören die sechs Quadratkilometer zum UNSECO-Weltkulturerbe, 23 Inseln gehören zum gesamten Atoll. Das kleine Stückchen Paradies geriet zwischen die Fronten, als es von Deutschland 1886 kolonialisiert und von den Japanern im 1. Weltkrieg dann eingenommen wurde. Trauriger Höhepunkt: Während des 2. Weltkrieges sprengten sich dort fünf Japaner selbst in die Luft, um einer amerikanischen Gefangenschaft zu entgehen.

So verlangte der Pazifikkrieg nach und nach Opfer und hinterließ bereits vor den kommenden Kernwaffentests eine schlimme Vergangenheit. Als die Amerikaner das „Kriegsparadies“ entdeckten, machten sie es sich zu Nutze und stationierten zeitweise 42.000 Menschen dort, die Atombombentests durchführten. Bis Ende der 70er Jahre konnten auf Grund der Radioaktivität keine Menschen dorthin zurückkehren. Heute hat sich das Gebiet regeneriert und laut den USA könne man sich dort völlig gefahrenlos aufhalten. Bewiesen ist das angeblich fehlende Risiko aber nicht. Vor Nahrungsmitteln wird nach wie vor gewarnt, weswegen man sich einen Trip dorthin sehr gut überlegen sollte. Ähnliche kleine Inselstücke gibt es nämlich genug.

North Sentinel Island - Pfeil und Bogen als Verteidigung

North Sentinel Island - Pfeil und Bogen als Verteidigung

Dieser kleinen Insel im indischen Ozean sollte man nicht zu Nahe kommen, sonst legt man sich mit den Einwohnern an, Eindringlinge werden sofort mit Pfeil und Bogen verjagt.

Die Insulaner retteten ihrem Stamm das Überleben, jetzt verteidigen sie ihren Lebensraum mit ihrem Leben. Knapp 1000 Kilometer östlich von Indien leben schätzungsweise acht bis zwölf Menschen zusammen, über die so gut wie nichts bekannt ist. 2006 fand man zwei Fischer tot vor der Insel, 1981 überlebten die Passagiere eines gekenterten Frachters vor North Sentinel Island nur, weil die Insulaner wegen des aufziehenden Taifuns keine Waffen holen konnten.

Nach dem Tsunami 2004 flog ein Helikopter über die kleine Insel, um die Schäden im gesamten Gebiet zu dokumentieren. Bekannt wurde aber nur eine Aufnahme: Ein Einwohner, der mit Pfeil und Bogen auf den Piloten zielte. Lange Zeit versuchte Indien, aus der Insel Kapital zu schlagen und die Insulaner zu Bauern zu machen. Dafür luden sie am Strand diverse Geschenke als Köder ab, aber ohne Erfolg. Die Ureinwohner verbuddelten die Präsente und man gab auf, 1996 wurde die Insel zum Sperrgebiet erklärt. Die europäische Weltraumorganisation Esa nimmt die Insel seit Kurzem ins Visier, indem sie mit Drohnen agiert. Wie die Insulaner darauf reagieren und ob doch einmal Aufnahmen an die Öffentlichkeit gelangen, bleibt abzuwarten.

Die verbotene Insel – Montecristo

Die verbotene Insel – Montecristo

Zehn Quadratkilometer ist das kleine Stückchen zwischen Italien und Korsika groß und steht unter Naturschutz.

Das Wärterehepaar, das auf der Insel lebt, um ungebetene Gäste wieder zu verscheuchen, ist die einzige Population dort. Im Wechsel kommen noch ein paar Forstbeamte dazu, die mit Booten auf der Suche nach Eindringlingen sind, die sich der Insel näher als einen Kilometer nähern wollen.

6000 Euro kostet es, wenn doch einmal einer an den Beamten vorbeikommt und sich mehrere 100 Meter vor der Insel blicken lässt. Montecristo‘s Geschichte beginnt früh, im Jahr 455. Später kamen Mönche und Piraten hierher, man sagt, die Mönche hätten ihre Köstlichkeiten auf der Insel versteckt, die immer noch unter der Erde locken. So entstand 1845 auch der weltberühmte Roman „Der Graf von Montecristo“ von Edmond Dantas. Im 19. Jahrhundert war die Insel zeitweise als Strafkolonie im Einsatz, die italienische Marine übte dort das Zielschießen. 1971 triumphierten schließlich die Naturschützer. Das Forstamt Follonica gestattet 1000 Teilnehmern pro Jahr einen organisierten Ausflug, selbst Forscher warten oft monatelang auf eine Erlaubnis. Montecristo soll alleine den Falken, dem Wind und dem Meer gehören.

No rist no fun auf Weltreise?
Sicher, der Nervenkitzen ist was Feines, auch beim Reisen. Es gibt so viele wunderschöne, spannende und unvergessliche Ecken auf der Erde, die ohne jeglichem Risiko zu bereisen sind und für jahrelang bleibende Eindrücke sorgen werden. Selbst das Bikini Atoll, das offiziell bereist werden kann aber keine Garantie auf Strahlenfreiheit gibt, solltet ihr meiden. Eine Weltreise sollte vor allem eines sein: eine schöne, unvergessliche Zeit, von der ihr Freunden und Familie nach der Ankunft erzählen könnt. Ein gesundheitliches Risiko in Kauf zu nehmen lohnt sich wahrlich nicht, wenn man überlegt, wie viele unzähligen Alternativen auf einen warten.

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