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Nationalpark Sam Roi Yot ein echtes Highlight in Thailand

Wer sie nicht kennt und seine Zeit nur am Strand verpennt, versäumt das Schönste von Thailand. Die Rede ist von den Nationalparks des Landes. Einer der größten, ist der Sam Roi Yot, gut erreichbar von den Hua Hin oder Prachuap. Von beiden Städten lassen sich Besichtigungen organisieren, sogar zu moderaten Preisen. Sam Roi Yot, das bedeutet übersetzt soviel wie Berg mit 300 Gipfeln liegt inmitten einer Karstlandschaft und Mangrovensümpfen, nahe an der Küste des Golfs von Siam. Dort soll es eine Überraschung geben, auf die wir uns schon bei der Vorbereitung unseres Ausflugs freuen, nämlich die Phraya Nakon Höhle. Nie gehört? Stimmt auch für uns. Aber die Bilder kennt wohl jeder, der schon mal in einem Thailand Prospekt geblättert hat.

Wir sind mit einem privaten Taxi hier und lassen uns am Parkplatz absetzen. Nicht unerwartet sind die zahlreichen Besucher, aber wir sind guten Mutes, das wird sich auf dem riesigen Gelände verlaufen. Die Trennung der touristischen Spreu vom aktiven wanderwilligen Weizen vollzieht sich bereits am Eingang. Wer will fährt mit einem kleinen Boot in das Innere des Parks. Wer sich von der steilen Treppe neben dem Kassenhäuschen nicht abbrechen lässt, macht den Weg per pedes. Wie immer wenn wir solchen Alternativen stehen, entscheiden wir uns für für die Herausforderung. Kurz danach bewegen wir uns auf dem beschwerlichen Anstieg nach oben. Wir müssen einen Berg überqueren und das bei drückender Hitze. Ja der Schweiß fließt in Strömen aber wir werden belohnt, mit jeder Stufe die wir überwinden werden die Ausblicke nach unten schöner.

Ein paradiesisches Tal

Rund 20 Minuten benötigen wir für die Überquerung des Berges, darin enthalten sind allerdings mehrere Stopps, um Bilder zu machen. Der Abstieg bringt uns zunächst in ein sanft anmutendes Tal. Bäume lockern den Anblick auf und viel grün. Ein Strand vollendet den Anblick, goldgelber Sand, kristallblaues Wasser. Und kaum Badegäste. Laem Sala Beach, so heißt die Stelle, ist gleichzeitig der Anleger für die Boote, die Besucher absetzen, die den bequemen Weg über das Meer gewählt haben. Aber ab jetzt gibt es nur noch einen gemeinsamen Weg und der führt über eine knüppelharte Strecke in die Höhe. Dort, wo der Weg das Tal verlässt warnen Schilder: Achtung, so heißt es da sinngemäß, Kinder und Senioren sollten gut überlegen, ob sie die kommenden Anstrengungen bewältigen wollen. Wollen wir natürlich, gut vorgeglüht sind wir ja schon. Tatsächlich wird es recht hart. Die Hitze und Feuchtigkeit machen jedem zu schaffen, Einheimischen wie Touristen. Aber was wir beobachten lässt ahnen, dass trainierte Wanderer Vorteile haben. Rund 20 Minuten brauchen wir um oben anzukommen. Einige Besucher überholen wir, andere wirken als wollten sie aufgeben und umkehren.

Wir empfehlen unbedingt weiter zu gehen. Lieber einmal mehr Pause machen als das zu verpassen, was sich oben auftut.

Eine Höhle, die überwältigt

Schon der Blick auf den Abstieg zum Höhleneingang ist abenteuerlich. Aber keine Sorge, technisch ist dieses Stück gut zu bewältigen. Vor allem macht sich jetzt schon eine kleine Euphorie bemerkbar durch das was vor uns liegt. Der Eingang zum Phraya Nakong Cave. Hier lohnt es sich einmal innezuhalten und die Sicht auf das Innere zu genießen: Eine der außergewöhnlichsten Sehenswürdigkeiten die Südostasien zu bieten hat. Wir sehen vor uns schroffe Felswände. Steil ragen sie auf öffnen sich aber ganz oben zum Himmel hin. Der Innenraum wirkt surrealistisch, durch das einfallende Sonnenlicht. Die Strahlen treffen auf einen kleinen buddhistischen Tempel. Golden funkelt er. So wie er da steht ist er die perfekte Verkörperung von Erleuchtung. Mystisch und nicht von dieser Welt.

Blick in die Nakong Cave

Um das so zu erleben muss man bei der Planung seines Ausfluges ein bestimmtes Zeitfenster beachten und unbedingt vor 11.00 Uhr ankommen. Danach ist die Sonne weiter gewandert. Wie lange wir hier oben sind, wissen wir nicht. Wir umrunden die kleine Pagode, freuen uns an der friedlichen Ruhe und lassen die Stimmung auf uns wirken. Das gelingt schon deswegen, weil auch die wenigen Besucher, die mit uns angekommen sind, sich auf diese Atmosphäre einlassen.

Irgendwann haben wir uns satt gesehen und machen uns auf den Rückweg. Zurück im Tal schlagen wir erst einmal den Weg zu einem Restaurant ein, das uns bereits beim Hinweg aufgefallen ist. Getränke bekommt man hier und natürlich auch verschiedene Snacks.

Chillen am Strand

Obwohl wir wissen, dass unser Taxifahrer uns erwartet, nehmen wir uns noch die Zeit, am Strand ein wenig auszuruhen. Stühle können hier gegen eine kleine Gebühr gemietet werden und nichts spräche dagegen, jetzt zu schwimmen. Tja, darauf müssen wir verzichten, niemand hat uns vorher erzählt, was der Laem Sala Beach für eine tolle Location ist. Wir haben keine Badesachen dabei.

Laem Sala Beach

Frisch gestärkt machen wir uns an die letzte Etappe.Wieder über den Berg. Diesmal schaffen wir ihn in 10 Minuten. Vielleicht sind wir einfach nur beflügelt durch unseren Besuch in der Höhle.

Unser Fazit ist eindeutig: Der Besuch ist ein Muss. Hier noch einmal das Wichtigste auf einen Blick: Der Sam Roi Yot Park öffnet täglich von 08.00 bis 16:30 Uhr. Sinnvoll ist es, spätestens um 10:00 Uhr die Visite zu beginnen. Eintrittspreise pro Person betragen 200 Baht. Einen Guide braucht es nicht, alles ist ausreichend beschildert.

Über die Autoren des Gast-Artikels

Der Gastartikel mit Bildern wurde uns von Christiane und Aras zur Verfügung gestellt. Beide sind aus dem Berufsleben ausgeschieden und in der glücklichen Lage, jetzt noch mehr von dem zu tun, worauf sie immer schon Lust hatten, nämlich in der Welt unterwegs zu sein. Seit sie zusammen sind, haben sie schon viel miteinander unternommen. Vor allem Reisen, die sie immer wieder nach Indien und Nepal und andere Länder Südostasiens geführt haben. Sie leben, wenn sie in Deutschland sind, im Norden, genauer gesagt in der Nordheide, vor den Toren Hamburgs.

Auf ihrem Blog W.E.G. (Worldwide Elderly Getaways) dokumentieren sie alles, was sie beim Bereisen von Nah und Fern erleben. Auch Tipps um Kosten, Planung und Sicherheit auf Reisen, nicht nur für Leute ihres Alters finden sich hier. Sie sagen: „Was wir können, kann jeder, traut Euch!“

Christiane und Aras die Autoren des Gastartikels

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