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Landshuter Hochzeit

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Das Mittelalterfest in Landshut

Warum sollte man die Landshuter Hochzeit gesehen haben?
Sie ist das wohl bekannteste historische Fest in ganz Deutschland und international bekannt, die Landshuter Hochzeit, kurz LaHo genannt. 2017 ist es wieder soweit, und in der niederbayrischen Regierungshauptstadt Landshut heißt es wieder „Himmel Landshut – Tausend Landshut“, wenn mehrere Tausende Besucher aus allen möglichen Ländern anreisen, um bei dem Spektakel zuzusehen. Warum die LaHo so besonders ist, hat viele Gründe, hier einige davon.

Wann findet die Landshuter Hochzeit statt und wie lange dauert sie?
Die Landshuter Hochzeit findet (leider nur) alle 4 Jahre im Sommer statt und dauert genau vier Wochen (überwiegend im Juli).

Wie viel Zeit sollte man sich für die Landshuter Hochzeit nehmen?
Es gibt diverse Veranstaltungen, die man im Rahmen der Landshuter Hochzeit besuchen kann. Für einige davon braucht man Karten, andere sind wiederrum für alle Besucher zugänglich. Es empfiehlt sich also, für mindestens 3-4 Tage in der Stadt zu bleiben, auch wenn manche Schauspiele nur ein paar Stunden in Anspruch nehmen. Landshut und seine Umgebung hat einiges sehenswertes zu bieten.

Fakten über die Landshuter Hochzeit

Landshut Placeholder
Landshut

Steckbrief:
Name: Landshuter Hochzeit (LaHo)
Land: Deutschland
Stadt: Landshut in Niederbayern

Landshuter Hochzeit in Bayern

Landshut in Niederbayern
Landshut ist die Regierungshauptstadt und zählt mittlerweile gut 70.000 Einwohner. Erstmalig erwähnt wurde sie unter dem Namen „Landeshuata“ bereits um 1150 und ist heutzutage nicht nur aufgrund der berühmten Landshuter Hochzeit bekannt.

Das Stadtbild wurde vor allem durch die Gotik und die Renaissance stark geprägt und ist von großer, kulturhistorischer Bedeutung. Die Landshuter Altstadt wurde bereits als Weltkulturerbe nominiert, was durchaus nachvollziehbar ist, so ist diese doch einer der besterhaltendsten Stadtkerne Deutschlands. Sehenswert ist zudem auch die Martinskirche, die mit ihren 130 Metern vor allem bekannt ist, die Kirche mit dem höchsten Backsteinturm der Welt zu sein. Weitere sehenswerte Orte sind beispielsweise die Burg Trausnitz, die Stadtresidenz Landshut und verschiedene, traditionsreiche Bierbrauereien. Eine Stadt, die historisch viel zu bieten hat und mit ihrem ganz eigenen Charme bezaubert.

Der Ursprung Landshuts

Historischer Ursprung der Landshuter Hochzeit
Wie eigentlich alle Hochzeiten hatte auch die Landshuter Hochzeit im Jahre 1475 zwischen dem bayerischen Herzog Georg dem Reichen und der polnischen Königstochter Hedwig Jagiellonica einen politischen Hintergrund. Durch die Verbindung der beiden Geschlechter erhoffte man sich ein erstarkendes Bündnis gegen die Macht des osmanischen Reiches. Ausgehandelt wurde die Ehe im Jahr 1474 in Krakau. 2 Monate dauerte die Fahrt der damals erst 18 Jährigen Hedwig nach Landshut, wo sie durch Fürsten und Bischöfe, die ebenfalls angereist waren, herzlichst empfangen wurde.
Getraut wurde das Paar schließlich am 14. November 1475 in der Pfarrkirche Sankt Martin vom Salzburger Erzbischof Bernhard von Rohr. Ein Brautzug zog anschließend durch die Altstadt zum Rathaus zum dortigen Hochzeitsreigen. Erzählungen zufolge nahmen zehntausend Gäste an dem Ereignis teil, aßen, tranken, tanzten, spielten Musik und sahen beim Ritterturnier zu.



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Wie lang dauerte die Landshuter Hochzeit?

Insgesamt dauerten die Feierlichkeiten 8 Tage lang, und jeder, der in dieser Woche in Landshut Essen und Trinken wollte, bekam dies auf Kosten der herzoglichen Küche. Unter anderem wurde den Feiernden angeblich 3.333 Ochsen, über 1.100 ungarische Schafe, 1.500 Lämmer, weit über 190.000 Eier, Käse, Krebse und Fische aufgetischt. Zubereitet wurde alles von 150 extra dafür engagierten Köchen. Die Zahlen deuten an, wie groß das Fest damals gewesen sein musste.

Ein Verein mit Tradition – die Landshuter Förderer

Die Förderer Landshut

Die mehrtägige Hochzeitsfeier wurde damals bis ins kleinste Detail von Chronisten dokumentiert und festgehalten. Um das Jahr 1880 wurde der Rathaus Prunksaal in Landshut aufwendig renoviert, etwa um die Zeit des erwachenden Nationalstolzes im Deutschen Reich. So kam es, dass Münchner Künstler die Wände des Saales mit Szenen der spektakulären Hochzeit von damals bemalten. Die berühmte Geschichte gefiel den Landshutern und brachte einige der Bürger somit auf die Idee, das historische Spektakel nachzufeiern. Zu diesem Zweck wurde 1902 der Verein „Die Förderer e.V.“ gegründet, die schon ein Jahr später die erste (bzw. zweite) LaHo organisierten. Zu nennen sind hier vor allem Georg Tippel und Joseph Linnbrunner, die die Idee zur Gründung hatten.
Aus privaten Mitteln wurden damals Kostüme für die Umzugsteilnehmer geschneidert und historische Kutschen nach alten Vorlagen gebaut. Damals eine sehr große Aufgabe für die etwa 27.000 Einwohner der Stadt, die aber sehr gut gemeistert wurden.

Wie viel Mitglieder haben „Die Förderer“?

Heutzutage zählt der Verein über 7.000 Mitglieder und existiert bereits seit weit über 100 Jahren und hält doch noch an seinem Ursprungsgedanken fest: Der Durchführung der kulturellen Veranstaltung aus jener Zeit sowie der Erhaltung des kunsthistorischen Stadtbildes.

Die „heutige“ Landshuter Hochzeit

Spätestens seit der LaHo 1975, also zu ihrem 500-jährigen Jubiläum erlangte das Schauspiel den Titel des größten historischen Festes Deutschlands. Damals kamen über 500.000 Besucher nach Landshut, und spätestens seitdem ist das Fest auch international bekannt.

Seit der ersten Hochzeitsfeier aus dem Jahr 1903 mit 145 Mitwirkenden hat sich viel getan. Heutzutage nehmen alle 4 Jahre gut 2.000 Gewandete an dem Spektakel teil und verkörpern verschiedene, gesellschaftliche Stände. Zudem kamen über die Jahre verteilt immer wieder neue Aufführungen und Gruppen hinzu. Die Teilnehmer der LaHo sind ausnahmslos Bürger Landshuts und seiner Umgebung, denen die Darstellung in den authentischen Gewändern Freude macht, und denen die Tradition am Herzen liegt. Hierzu zählen auch die langen Haare, sowohl bei Männern als auch bei Frauen. Wer in der niederbayrischen Stadt also einen Arzt oder einen Versicherungsvertreter mit sehr langen Haaren hat oder sieht, kann sich fast sicher sein, dass dieser ebenfalls Teil des Spektakels ist.

Höhepunkte der Landshuter Hochzeit

Der Hochzeitszug

Der Hochzeitszug ist die einzige Veranstaltung, für welche die Zuschauer keine Karte benötige, außer sie wollen einen Sitzplatz auf den Tribünen. Andernfalls heißt es für die Besucher, früh an den Sonntagen, an denen die Umzüge stattfinden, vor Ort zu sein, um sich einen guten Platz zu sichern.

Bei dem Festzug nehmen alle Mitwirkenden der LaHo teil, sowohl die fein herausgeputzten Fürsten und ähnliches, als auch Zigeuner und andere, niedere Gruppen. Zudem nehmen natürlich auch der Bräutigam hoch zu Ross und seine Braut in ihrer goldenen Kutsche teil. Der Zug führt vom Dreifaltigkeitsplatz aus durch die Landshuter Altstadt, vorbei an der Hl. Geist Kirche und zurück. Begleitet wird selbiger von den „Hallo“-Rufen aller. Zudem schallt es immer wieder „Himmel Landshut – tausend Landshut“.

Turnierspiele auf der Landshuter Hochzeit

Die Turnierspiele finden jeden Sonntag nach dem Umzug auf der Wiesmahd statt, dem Ort, an dem Hedwig vor über 540 Jahren das erste Mal Landshuter Boden betrat. Dabei treten verschiedene Edelmänner hoch zu Ross an, und versuchen, sich gegenseitig zu Fall zu bringen. Sie tragen dafür echte Ritterrüstungen die, eben wie ihre historischen Vorgänger, das Sichtfeld enorm einschränken und zudem sehr schwer sind. Ziel ist es, eine Helmzier aus der Hand der Braut zu gewinnen. Es gibt außerdem Auftritte von Fahnenschwingern, Einzelkämpfe und Geschicklichkeitsspiele wie das Ringelstechen. (Daher auch der eigentliche Name der Wiese: die Ringelstecherwiese.)

Fest- und Tanzspiele

Das Festspiel inszeniert verschiedene Vorbereitungen der Hochzeitsfeierlichkeiten. So werden beispielsweise die Verhandlungen vor der Ehe, sowie die beschwerliche Reise der Braut oder auch die dunkle Seite der Feier inszeniert. Denn der Hochzeitszug wurde damals von Pest und Tod heimgesucht, weshalb sich dieser stark verspätete. Die Tanzspiele bringen die Hintergründe näher, und lassen ihre Besucher begreifen und verstehen.

Amüsanter geht es bei den Tanzspielen zu. Das Brautpaar versammelt sich dabei mit ihren Gästen zum Tanz. Es gibt Musik, diverse Paartänze, aber auch eine Aufführung der Moriskentänzer. Ein Highlight stellt der Gastauftritt des „Lajkonik“ da, einer sagenhaften Gestalt aus der Geschichte Krakaus. Dies war ursprünglich ein Gastgeschenk aus Polen.
Diese Veranstaltungen finden je nachdem Samstagvormittag und –nachmittag, Sonntagvormittag sowie unter der Woche abends statt, jeweils im Rathaus-Prunksaal.

Lagerleben Landshuter Hochzeit

Von Freitag- bis Sonntagabend können die Besucher dem Lagerleben zusehen. Alle Gruppen haben auf der Ringelstecherwiese ihren Platz, es werden Spanferkel gegrillt und Bier getrunken und einfach zusammen gefeiert und gelacht. Aber Besucher müssen dem bunten Treiben nicht nur von außen zusehen. Es gibt viele Sitzgelegenheiten und es werden Getränke und Essen verkauft. Gemeinsam mit Freunden, aber auch bekannten Gesichtern unter den LaHo Mitwirkenden kann man im mittelalterlichen Stil bis tief in die Nacht feiern.

Das Lagerleben kostet eine kleine Eintrittsgebühr, aber leider ist es Besuchern nicht gestattet, selbst gewandet zu erscheinen. Wer hier (und auch sonntags auf den Tribünen) gewandet ist, wird gebeten, sich umzuziehen oder darf dem Treiben sonst nicht beiwohnen. Die Förderer berufen sich hier stark auf ihre eigene Tradition.

Treffpunkt Altstadt & Trausnitz

Wer am Lagerleben nicht teilnehmen kann oder will hat auch außerhalb die Möglichkeit, verschiedenen Gruppen oder auch einzelnen Teilnehmern des historischen Umzugs zu begegnen. Eine Möglichkeit hierfür ist die Altstadt am Samstagnachmittag zu besuchen. Inmitten der gotischen Häuser gibt es hier kleinere musikalische und tänzerische Aufführungen. Außerdem geben Komödianten ihre Geschichten zum Besten und hin und wieder führen auch Gaukler ihre akrobatischen Kunststücke auf. Das schöne: Die Besucher haben hierbei unmittelbaren Kontakt zu der historischen Geschichte und werden in die Vergangenheit mitgerissen.

Auch am Sonntagvormittag bietet sich eine ähnliche Gelegenheit: Auf der Burg Trausnitz, die früher als Residenz der Herzöge diente, kommt man in Kontakt mit den Mitwirkenden. Feuerschlucker, Zauberer, aber auch Gaukler, Musikanten und andere zeigen hier ihre Künste. Und kein Ort bietet wohl eine bessere Einstimmung für den folgenden Hochzeitszug als die Burg, die hoch über der Stadt thront.

Mummenschanz und andere Aufführungen

Nächtlicher Mummenschanz, weitere Veranstaltungen und allgemeine Informationen
Mystisch wird es jeden Mittwoch-, Donnerstag- und Freitagabend in der Residenz, nämlich dann, wenn die Veranstalter zum Nächtlichen Mummenschanz laden. Hierbei geht es um die mittelalterliche Gesellschaft und ihren Glauben an Dämonen und die Hölle, der damals auch stark von der katholischen Geschichte geprägt war.

In der Geschichte, die in der Residenz gezeigt wird, geht es um Männer, die sich mehr und mehr in einer Schänke befinden, aber im Leben sonst zu nichts mehr zu gebrauchen sind. Als sie erkennen, dass der Wirt der Teufel in Person ist, ist es für sie schon zu spät – sie wurden ihrer Seelen beraubt. Ihre Frauen machen sich folglich auf in die Schänke, um ihre Männer zu retten, doch auch auf sie warten Verlockungen.

Die bisher genannten sind nur einige von vielen Veranstaltungen, die in Landshut im Rahmen des Hochzeitsspiels stattfinden. Zudem gibt es noch Konzerte, eine Fechtschule auf der Burg und eine Taverne in der Steckengasse. Wer an den Veranstaltungen teilnehmen will, muss schnell sein. Vor allem die Ritterspiele sowie die Spiele im nächtlichen Lager sind meist binnen weniger Tage ausverkauft.

Die Karten sind im Vorjahr der Hochzeit ab November verfügbar, und dann heißt es schnell sein. Denn die Termine sind begrenzt und die Plätze rar, und wer nicht rechtzeitig eine Karte kauft, braucht entweder viel Glück, dass ein anderer seine spontan verkauft oder aber einen großen Geldbeutel. Im Internet werden Tickets oft weit über ihrem eigentlichen Wert noch weiter verkauft.

Tribünenfeste Landshuter Hochzeit

Spätestens wenn die Cafés in der Landshuter Altstadt ihre Tische und Stühle wegräumen, und selbst in diversen Fast Food Ketten Bier zum Mitnehmen verkauft wird ist klar: die Landshuter Hochzeit beginnt. Für die Festumzüge, die jeden Sonntag stattfinde, werden extra Tribünen aufgestellt, und diese sind ein beliebter Treffpunkt an lauen Sommerabenden. Es ist mittlerweile fast Tradition, sich dort nach Feierabend zusammenzusetzten, selbst mitgebrachte Brotzeit zu essen und gemeinsam bis in die Abendstunden mit Freunden und Kollegen zu reden und zu lachen.

Viele Touristen strömen in die Stadt

Sonstige Informationen zur Landshuter Hochzeit

Anreise Landshuter Hochzeit

Landshut befindet sich etwa 60 Kilometer nordöstlich von München und ist mit dieser Lage von jeder Richtung aus sehr gut zu erreichen. Der Münchner Flughafen liegt etwa auf halber Strecke zwischen Landshut und München, es fährt mehrmals täglich ein Shuttlebus, der Besucher in die Niederbayrische Stadt bringt. Zudem eignet sich auch die Anfahrt mit dem Auto oder per Zug. In Landshut selbst fahren Busse und Taxen, die Besucher von A nach B bringen. Seit einigen Jahren wird Landshut zusätzlich auch von Fernreisebussen angefahren.

Unterkunft Landshuter Hochzeit

Sowohl in Landshut selbst als auch in der näheren Umgebung gibt es viele verschiedene Schlafmöglichkeiten. Von einfachen Jugendherbergen über Sternehotels ist für jeden das passende dabei – vorausgesetzt, man bucht rechtzeitig. Die Karten für die LaHo sind meist über ein halbes Jahr vor der eigentlichen Veranstaltung ausgebucht, deshalb sollte jeder, der eine Karte ergattern konnte und eine weitere Anreise hat, auch zeitnah ein Zimmer buchen. Als Ausweichmöglichkeit besteht auch die Option, beispielsweise in München eine Unterkunft zu buchen. Mit dem Zug braucht man von Hauptbahnhof zu Hauptbahnhof nicht mal eine Stunde.

Die Landshuter Hochzeit auf Weltreise?
Weltweit ist die Landshuter Hochzeit wahrscheinlich ein einzigartiges, historisches Spektakel, welches in einer ebenso schönen und einzigartigen Stadt stattfindet. Sehenswert sind sowohl das Fest als auch die Stadt selbst also ohne jede Frage. Das „Problem“ ist, wie bereits erwähnt, dass die LaHo nur alle 4 Jahre besucht werden kann, wer sich also in diesem Jahr, 2017 schon wo anders befindet, hat erst im Jahr 2021 wieder die Chance, bei dem Fest dabei zu sein.

Google Maps

(Bildnachweis: Tinieder Depositphoto)

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