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Datum: Mittwoch 09.01 | Ort: Chetumal & San Pedro

Frühstück in Chetumal

Heute geht es weiter nach Belize. Sonderlich viel Lust auf das Frühstück im Hotel haben wir nicht also lassen wir es kurzerhand ausfallen. Ich habe auch noch ein Stück kalte Pizza vom Vortag. Wir arbeiten ein wenig und packen dann unsere Sachen.
Gegen Mittag brechen wir gut bepackt auf. Der erste Weg führt uns in den Sandwichladen einer einschlägigen Kette.

Der Besitzer des Ladens sitzt an einem der Tisch und schaut sich an seinem Laptop gerade eine Präsentation über die Nutzung von Whatsapp-Web an.

Ausreise am Hafen von Chetumal

Nach dem Essen gehen wir zum Hafen. Der Hafen liegt recht zentral. Wir bekommen sofort und recht unkompliziert die Tickets, die wir jedoch bereits zuvor online reserviert hatten. Die nächsten Stunden heißt es dann hauptsächlich warten, dass es weiter geht. Ein Mitarbeiter des Bootunternehmens läuft die ganze Zeit herum und versucht alle Leute ordentlich zu Instruieren: ‘Es wird eine Ausreisegebühr von 558 Pesos fällig, ohne Touristenkarte könnt hier hier nicht ausreisen, haltet eure Pässe bereit und auch wenn ihr schon online oder an der Busstation ein Tickets gekauft habt, müsst ihr am Schalter noch mal einchecken.’

Natürlich klappt es so gar nicht. Noch bevor wir uns bei der Migration anstellen, finden die ersten ihre Pässe nicht und haben auch nicht eingecheckt. Vor uns in der Schlange diskutieren bereits die ersten mit dem Zollbeamten wegen der Ausreisegebühr herum und der junge Mann nach ihnen findet seine Touristenkarte nicht mehr. Entsprechend zieht sich alles.

Es folgt die Gepäckkontrolle mit einem fürchterlich ungepflegten und unmotivierten Schäferhundmischling. Der Hund hat eindeutig Rheude und könnte etwas mehr Futter vertragen. Der Hundeführer geht fürchterlich ruppig mit ihm um und belohnt ihn auch nicht nach getaner Arbeit. Entsprechend halbherzig schnuppert der Hund auch nur an den Taschen.

Erst als der Hund mit allen Taschen fertig ist, dürfen wir aufs Boot.

Überfahrt von Chetumal nach San Pedro

Das Boot ist nur gut halb voll. Neben uns sitzt eine Familie aus einem der nordischen Länder, deren Sprachen zwar von der Betonung ähnlich klingt wie Deutsch, aber komplett andere Wörter hat. Es sind zwei Eltern anfang dreißig, die Kinder ungefähr fünf und ein Jahr alt und die Großeltern um die sechzig. Der Kleine quäkst immer wieder, die Eltern sind genervt, die Großeltern sind gut drauf und versuchen die Wogen etwas zu glätten und der Fünfjährige verschläft die ganze Fahrt.

Die Fahrt ist relativ langweilig weil es nicht viel zu sehen gibt. Auch ist das Boot eher ungemütlich und durch die halb offenen Fenster zieht kalter Wind herein. Es ist zu wenig Wind um wirklich das Gesicht in den Fahrtwind halten zu können aber genug um zu frieren.

Die Einreise nach Belize in San Pedro

Dann erreichen wir Belize. Wir lege an einem kleine Steg an. Der Herr vom Bootsunternehmen brieft uns, wir müssen auf unsere Koffer warten. Die werden jetzt alle ausgeladen und wir warten erneut erst einmal einige Zeit bis wir unsere Rucksäcke haben. Dann warten wir wieder einige Zeit in der Schlange, bis wir endlich in die Immigration dürfen.

Die erste Station ist ein großer Kerl mit lächerlich kleinem PC und mieser Laune. Er schaut mich nur genau so lange an, wie es benötigt mein Gesicht mit meinem Pass abzugleichen, dann sinkt er wieder in sich zusammen und klickt und stempelt gelangweilt vor sich hin.
Der Taschenkontrolleur ist dafür motiviert für zwei. Doch nachdem sich mein Handgepäck bereits beim ersten Blick als Kabelsalat entpuppt hat er auch keine Lust mehr darin weiter zu wühlen.

Auch Max kommt sehr schnell durch die belizianische Einreisekontrolle. Wir sind beide froh, dass wir nicht nach dem Weiterreiseticket gefragt wurden. Wir haben nämlich keins.

Wir müssen noch irgendeine sinnfreie Abgabe in höhe von 2;50 US$ entrichten, dann dürfen wir endlich offiziell unser nächstes Reiseland betreten.

→ Alle Details zum Grenzübertritt findest Du auch nochmals hier.

Unsere Ankunft in San Pedro

Vor der Tür wartet bereits eine stämmige Frau mit breitem Grinsen auf uns. Sie hat sogar ein Namensschild für uns gemalt. Ich wurde noch nie mit Namensschild begrüßt – voll nett!

Sie packt unsere Sachen auf ihr Golfcart, die zwei Backpacks und Max auf die Rückbank, die beiden Daybags in einem kleinen Fach vor der Windschutzscheibe. Ich setze mich zu ihr und ihrem kleinen Hund auf den Vordersitz. Golfcarts sind eindeutig nicht für mehr Gepäck ausgelegt. Ich bin mir nicht sicher wie das beim Golfen funktioniert mit all den großen Taschen.

Die Fahrt erweist sich als etwas ruckelig. Die Hauptstraßen sind zwar gepflastert, aber haben immer wieder Bremsschwellen über die das Golfcart hüpft. Ich bewundere den kleinen Hund, der neben mit auf dem Sitz döst, während ich schwer beschäftigt damit bin mich nicht beim nächsten Huckel aus Versehen auf ihn zu setzen. Das nennt man wohl ungebrochenes Urvertrauen.

Wir rattern über eine geschotterte Seitenstraße, die auch in Kuba liegen könnte dem Zustand ihrer Fahrbahn nach. Eigentlich besteht die Straße zu gut der Hälfte aus Pfützen.

Unsere Unterkunft in San Pedro

Wir fahren einige Meter bis wir an ein dunkles unscheinbares Haus kommen. Es geht eine lange Treppe nach oben, dann sind wir in einer Wohnung. Dort werden wir zu einem Zimmer geführt.

Es ist nicht allzu groß, aber recht freundlich eingerichtet. Was mir gut gefällt ist das Waschbecken aus blauem und grünem Glas und die Duschwand aus Wellblech. Beides wirkt sehr chick. Was mir gar nicht gefällt ist die Tatsache, dass der Raum weder Fenster noch Klimaanlage hat noch eine Tür die das Badezimmer vom Bett trennt. Es gibt auch eine Toilette. Diese ist in einer Nische hinter einem Vorhang. Es ist so ein Moment auf dem einen klar wird auf Reisen, dass Privatsphäre und Fenster eigentlich Luxus sind. Es ist inzwischen unser drittes Hotelzimmer ohne Fenster, wenn man die mit Metallblech verrammelten Fenster in Kuba nicht mitzählt.

Unsere Gastgeberin erklärt uns wir können auch das Wohnzimmer und die Küche mit nutzen. Dann stellt sie uns den senilen Kater Bingo vor, der extrem süß und kuschelbedürftig ist und einen immerzu erstaunten Blick hat – allerdings auch aussieht als hätte er seine besseren Zeiten schon lange hinter sich.

Dann bietet sie uns an uns am nächsten Tag mit ihrem Cart die Stadt zu zeigen. Als sie das sagt hält sie einen Moment inne und besinnt sich neu. Am nächsten Tag würde sie für drei Tage nach Mexico fahren, erklärt sie dann. Sie wird also erst kurz vor unserer Abreise zurückkehren.

Keine Luft im Zimmer

Wir bedanken uns für den netten Empfang und gehen auf unser Zimmer. Sobald wir die Tür schließen, merken wir schon, dass es stickiger wird. Obwohl wir extra kalt duschen steht danach die schwüle Luft im Raum. Max zückt sein Handy und schaut nochmal in unsere Buchung. Da steht eindeutig, dass die Unterkunft eine Klimaanlage hat. Als ich daraufhin nochmals vorsichtig bei unseren Gastgebern nachfrage erklären sie, ja die Unterkunft hat Klimaanlage, nur eben dieses Zimmer nicht. Sie zeigt uns extra auch ihre Booking Eingabemaske. In unserer Ausgabemaske steht Klimaanlage. Ob der Fehler nun bei Booking liegt oder bei uns oder bei ihr wird nicht so ganz klar.

Immerhin bekommen wir noch einen Ventilator am Gang und können die Tür über Nacht offen lassen. Glücklich sind wir mit dieser Lösung ganz und gar nicht, aber andererseits sind wir gerade auch zu müde zum diskutieren. Nachdem wir aber jetzt dreimal Zimmer ohne Fenster bei Booking erwischt haben und dann auch noch das Problem mit dem versuchten Betrug und dem überbuchten Hotel hatten – Das Geld haben wir zum Glück inzwischen wieder – steht für uns fest, dass wir in Zukunft vermutlich mehr über Airbnb buchen werden.

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