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Datum: Montag 07.01.2019 – Dienstag 08.01.2019 | Ort: Chetumal

Auf zum Bus

Das Baby in unserem Hotel quäkst heute zwei Stunden später als sonst. So ist es tatsächlich Max der mich weckt. Wir müssen noch packen. Dann geht es auch schon los zum Bus.

Es ist gut heiß, mit dem Gepäck gleich zweimal und wir schnaufen ganz ordentlich. Wir haben noch eine Dreiviertelstunde Zeit bis der Bus kommen wird, also gehen wir direkt noch zum chinesischen Lokal neben der Bushaltestelle für ein frühes Mittagessen. Da die Küche aber anscheinend gerade erst aufgemacht hat, dauert das Essen heute länger als die letzten Male und wir müssen ordentlich spachteln, um wieder pünktlich am Busstop zu sein.

Da stehen wir nun uns warten in der prallen Sonne. Wir haben zwar Wasser, aber wir haben auch Sonnenbrand. So wird der auch nicht weniger.

Die Abfahrtszeit vergeht und der Bus kommt nicht. Wir sind es inzwischen ja gewohnt. Als zehn Minuten später allerdings ein Bus auftaucht und einfach aun uns vorbeifährt ohne zu halten sind wir doch etwas verwirrt. Ratlos sehen wir auf die Uhr. Kann es sein, dass er uns einfach vergessen hat?

Verwirrung am Busstop

Doch der Bus dreht in einiger Entfernung um und hält nun auf der anderen Straßenseite. Außen steht nichts an, also fragen wir sicherheitshalber den Busfahrer, wohin dieser Bus fährt. Der Busfahrer steigt aus, und scheint selbst etwas ratlos. Er müsse erst einmal ins Büro, erklärt er. Als er fünf Minuten später wieder kommt, scheint er noch immer nicht überzeugt. Gut zwanzig Reisende stehen nun vor seinem Bus und wollen wissen, wo es hin geht. Nachdem er einige Zeit Tickets studiert hat, beschließt er nach Chetumal zu fahren. Wir laden unsere Sachen ein und steigen in den Bus, in dem schon einige Leute sitzen. Ich hoffe schwer für sie, dass sie auch gerade nach Chetumal möchten.

Im Bus läuft gerade ein überaus seltsamer Film mit Pierce Brosnan, der irgendwie mit einer Blondine mit Familienproblemen flirtet, aber gleichzeitig versucht die Beziehung zu einer unsympathischen Rothaarigen zu retten. Ich verstehe nicht genug Spanisch, um mitten im Film noch durch die Story durchzublicken.

Mit dem Taxi zum Hostel

Die Fahrt nach Chetumal vergeht schnell. Vor dem Busbahnhof wollen wir ein Taxi nehmen. Es steht ein Herr da, der wohl gleichzeitig Parkplatzwächter als auch Touristenlotze ist. Die Fahrt zu unserem Hotel würde vierzig Pesos kosten erklärt er.

Er winkt das nächsten Taxi heran. Die darauf folgende Unterhaltung verstehen wir tatsächlich auch auf Spanisch, auch wenn die beiden Männer davon vermutlich nichts ahnen. “Ich habe ihnen gesagt es kostet vierzig Pesos” sagt der Lotze dem Taxifahrer. “Es kostet fünfzig” entgegnet der Taxifahrer missmutig. Der Lotse schaut unglücklich “Ich habe ihnen aber gesagt vierzig!”. “Die sollen sich wegen den zehn Pesos nicht so haben” erwidert der Taxifahrer unwirsch. Zu uns sagt er gar nichts davon, dass es mehr kosten wird.

Max und ich schauen uns wissend an. Sollen wir etwas sagen oder gar am Schluss mit ihm streiten? Max zuckt die Schultern. Es sind nicht einmal fünfzig Cent Differenz und vermutlich eher Unhöflichkeit als böser Vorsatz. Also halten wir die Klappe, auch als der Fahrer am Schluss abkassiert.

Die erste Nacht im neuen Hostel

Unser Hostel ist nett. Wir haben ein Zimmer im ersten Stock mit Fenster zur Terrasse. Es ist nicht viel los, also kann man getrost die Vorhänge offen lassen, ohne dass dauern Leute reinschauen.

Den restlichen Tag verbringen wir auf dem Zimmer. Wir machen nur zwei kurze Abstecher in die Stadt. Einmal gehen wir in die Stadt um Getränke zu kaufen. Dabei holen wir uns auch spontan einen Bubbletea. Den gibt es hier seltsamerweise an jeder Ecke. Das zweite Mal holen wir uns Sandwiches in einem Laden nicht weit entfernt zum Abendessen.

Mehr machen wir nicht. Wir müssen arbeiten, wir haben Sonnenbrand und die Stadt ist so verschlafen, dass es auch nicht viel zu tun gäbe.

Gegen Abend geht plötzlich eine Alarmanlage bei einem Auto in der Nähe an. Sie heult zwei Minuten und geht dann wieder aus. Dann beginnt eine Bar in der Nähe die Musik aufzudrehen. Es spielen Abba – Die in Mexiko wahnsinnig beliebt sind, Kizz und die anderen Stars der 80er und 90er. Dann fliegt ein Flugzeug im Tiefflug über das Hostel. So geht es bis in die Nacht hinein weiter – Abba, Alarmanlage, Flugzeug. Mir ist zum heulen. Ich hatte mich zur Abwechslung so auf eine ruhige Nacht gefreut.

Der nächste Tag

Am nächsten Tag bin ich entsprechend neben der Spur und nicht so wirklich zu gebrauchen. Die Alarmanlage ging stündlich bis nachts um fünf. Aber Pläne haben wir für heute sowieso nicht. Also gehen wir nur etwas in der Stadt spazieren und abends in ein Lokal. Das spannendste heute ist die Pizza mit zu viel Käse, die irgendwie nach Weißwein, aber nicht nach Tomatensoße schmeckt. Sie ist mit so viel Käse belegt, dass ich mir die Hälfte einpacken lassen muss. Das passiert mir sonst nie. Ach ja, und Doktor Simi, dem in Mexiko weithin bekannten Maskottchen einer Apothekenkette begegnen wir. Niemand will Doktor Simi sein, denn es ist bei der Hitze ein scheiß Job. Aber wir freuen uns sehr über ein Foto mit ihm und werden von einigen mexikanischen Bekannten dafür sehr gefeiert.

Abends sitzen wir noch etwas in den Betten und unterhalten uns vor dem Einschlafen, als plötzlich wieder die Auto-Alarmanlage vor dem Hotel los geht.