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Datum: Dienstag 01.01-Mittwoch 02.01 | Ort: Playa del Carmen & Bacalar

Mitbringsel für Deutschland organisieren

Das Jahr beginnt mit einer ordentlichen Katerstimmung obwohl wir ja alle nicht viel getrunken haben.

Jessi will ihre Ruhe, Chris und Max gehen mit mir in ein veganes Restaurant in Playa del Carmen. Ich weiß zwar nicht womit ich das verdient habe, aber ich freue mich sehr darüber. Max nimmt eine Falaffeldöner, Chris einen veganen Burger und für mich gibt es Lasagne. Alles drei ist sehr lecker.

Nachmittags gehen wir zum Einkaufen und ich packe ein paar Süßigkeiten für meine Familie zusammen. Meine Neffen fanden unser Video mit den mexikanischen Süßigkeiten recht lustig (sie sind 5 & 6) und sollen nun einmal die Chance bekommen sie selbst zu testen.

Abends ziehen wir noch los, weil Jessi auch mal einen Marquesita möchte. Leider haben aber alle Stände bereits zu und sie geht mit leeren Händen aus. Was wir allerdings organisieren können, sind Postkarten. Bisher habe ich nur Postkarten aus Kuba verschickt und von denen ist keine einzige jemals in Deutschland angekommen, obwohl es schon mehr als einen Monat her ist. Aber Chris scheint uns eine vertrauenswürdiger Postbote und so sparen wir uns den Umweg über die Post.

Am Abend sitze ich noch bis Mitternacht da, packe das Päckchen und schreibe Postkarten. Nicht die beste Planung vielleicht, aber alles wird gut verpackt an unsere beiden Heimreisenden übergeben. Danach packen wir noch kurz und ab geht’s ins Bett.

Abreise aus Playa del Carmen

Am nächsten morgen müssen wir früh aufstehen. Chris un Jessis Bus geht bereits kurz nach sieben. Wir begleiten sie zur Bushaltestelle und verabschieden sie kurz. Ein langer Abschied wäre gerade etwas viel für uns. Es ist doch komisch zu wissen, dass sie bald wieder zuhause sind und unsere Reise weiter geht.

Wir laufen zurück zur Wohnung und unterhalten uns dabei über die Reisepläne der nächsten Tage. Auf Bacalar freuen wir uns schon beide sehr. Außerdem ist morgen meine Geburtstag.

Die Sachen werden gepackt und wir laufen wieder zum Bus. Der Bus fährt pünktlich ab und es laufen einige Filme mit denen ich mich müde berieseln lasse.

Ankunft in Bacalar

In Bacalar lässt uns der Bus an der Hauptstraße heraus. Es ist sehr drückend heiß, aber gleichzeitig auch bewölkt. Am Weg zum Hotel sehen wir viele nette kleine Wohnhäuser, aber der Ort wirkt auf den ersten Blick kein bisschen touristisch.

Das Hotel ist in einer Seitenstraße und sieht von außen ganz nett aus. Unser Zimmer ist allerdings noch nicht fertig. Wir warten also auf einer Bank neben der Rezeption. Lange soll es nicht dauern. Das Internet funktioniert so gut wie gar nicht und uns schwarnt jetzt bereits übles.

Dann ist unser Zimmer fertig. Als die Tür aufgeht weiß ich bereits: Ne das wird nix. Das Zimmer hat nur ein Fenster und das geht zum Gang hin – Wo man es am wenigsten haben möchte. In der Ecke steht ein alter Röhrenfernseher und der Ventilator ist unterhalb der Deckenlampe und erzeugt einen ganz grässlichen Stroboskopeffekt. Das Badezimmer ist klein und hat schräge Schlitze zum Gang, die nur vergittert sind. Falls man Pupsen muss, kann jeder am Gang mithören.
Schnell wird uns allerdings klar, es ist egal wo und welches Geräusch hier jemand von sich gibt, hier hören alle mit – Das quengelnde Kleinkind, das Pärchen, das gerade Sex hat und der Terrier vom Nachbarn – wir hören sie alle.

Das Hotel ist mal wieder ein Abturner. Gerade wenn man gerne auch in seinem Hotel arbeiten möchte und nicht nur schlafen, wäre doch wenigstens Tageslicht ganz nett.

Als wir zum See laufen sind wir beide sehr still. Er sieht auf den ersten Blick nett aus. Aber es ist bewölkt, wir sind hungrig und müde. Da hilft kein See, da hilft nur Essen. Hier unten an der Hauptstraße gibt es auch keine so große Auswahl. So richtig haben wir den Aufbau der Stadt auch noch nicht durchblickt. Schließlich enden wir bei einem Restaurant, das Burger hat. Der vegetarische haut mich zwar nicht um, denn er besteht nur aus fettigem Gemüse und Käse auf Brötchen – aber er ist okay.

Die Pechsträhne setzt sich fort

Wir hängen beide unseren Gedanken nach als Max auf sein Handy guckt und plötzlich blass wird. “Wo hast du dein zweites Handy?” fragt er ernst. “In meinem Rucksack” sage ich – immerhin ist es da immer. Max hält mir sein Handy vor die Nase. “Unser Gastgeber in Playa del Carmen hat ein Handy in der Wohnung gefunden. Es sieht aus wie deins!” erklärt er aufgebracht.

Mir läuft ein kalter Schauer den Rücken herunter. Ich habe es doch nach dem Laden wieder eingepackt, oder? Hilflos zucke ich die Schultern. “Ich könnte schwören es ist in meinem Rucksack!” erkläre ich unsicher.

Wir zahlen und gehen auf dem schnellsten Weg zurück zum Hotel. Mit ist hundeelend zumute. Max macht es mit seinem ‘Du bist so schusselig und musst besser aufpassen auf dein Zeug, leg dir mal ne Ordnung zu’ – Vortrag auch nicht besser. Als wir im Hotel ankommen schaue ich in meinem Rucksack nach und das Handy ist natürlich nicht da.

Unser Gastgeber verspricht morgen bei der Post nachzufragen wie lange der Versand dauert. Eigentlich hatte ich riesen Glück. Ein anderer Gastgeber hätte es vielleicht einfach eingesteckt und behalten. So ist das Handy nicht weg, nur eben gerade nicht hier.

Doch auch wenn ich das weiß fühle ich mich schrecklich. Ich finde das Zimmer scheiße, ich finde den Ort auf den ersten Blick fürchterlich trist, Weihnachten und Silvester waren schon ein absoluter Reinfall und so schön langsam könnte ich wirklich mal wieder Aufmunterung vertragen. Gerade im Moment ist mir einfach nur zum heulen.

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