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Am Strand

Datum: Mittwoch 19.12.2018 | Ort: Cancun

Vom Ventilator gerädert

Die lauteLüftung vor unserem Fenster läuft die ganze Nacht und hört auch am Morgen nicht auf. Ich erwache ziemlich gerädert davon, dass Chris klopft um uns zum Sport abzuholen. Es gibt einen Fitnessraum im Hotel. Ich bin allerdings zu sehr neben der Spur um mich jetzt auf die Schnelle zu motivieren und lass die beiden Männer alleine gehen.

Auch sonst habe ich anscheinend miserabel geschlafen, denn auch bis Mittag habe ich nicht wirklich das Gefühl wach zu werden und hänge beim Frühstück teilnahmslos meinen eigenen Gedanken nach. Danach setze ich mich ins Bett und arbeite. Die anderen arbeiten auch gerade alle irgendetwas und draußen vor dem Fenster schüttet es .

Der nächste Partybus in Cancun

Am Nachmittag lässt der Regen nach, also beschließen wir noch einen kurzen Abstecher an den Strand zu machen. Die anderen beiden haben die Hotelzone noch gar nicht gesehen. Wir holen uns beim Chedraui noch eine Kleinigkeit zu essen und schnappen uns dann den nächsten Bus der vorbeikommt.

Der Fahrer ist vermutlich jünger als wir. Ein zweiter junger Kerl steht an der Tür und hilft den Leuten in den Bus. Im Bus ist mit Graffiti ein Bandlogo an die Decke gesprüht. Es läuft laut Musik.

Jessi und Chris sitzen grinsend in ihrer Bank und können gar nicht fassen, dass das komplett normal für Mexiko ist. Wir grinsen auch, auch wenn wir uns längst daran gewöhnt haben.

Das Wetter in Cancun im Dezember

Am Discoeck steigen wir aus und laufen zum Mandala Beach. Das Wetter ist nach wie vor nicht gut. Es hat nur um die 24 Grad und es ist sehr windig. Der Himmel ist trüb verhangen und das Meer hat ordentlich Wellengang. Diesmal sind es auch keine netten Wellen in denen man hüpfen kann, sondern eher die Sorte, die dich umwirft und dir dann noch das Knie am Strand aufschürft.

Entsprechend bleiben wir nicht sonderlich lange im Wasser. Nach einer viertel Stunde endet das planschen recht abrupt damit, das Chris doof auf einem Felsen am Strand tritt, den man unter den Wellen nicht sehen konnte. Dabei vertritt er sich den kleinen Zeh.

Sandburgen und ein Schneemann

Wir setzen uns daher lieber an den Strand. Ich baue einen Schneemann (oder Sandmann?) und die Jungs bauen einen Sandhügel. Jessi sitzt unweit auf einem Stein und genießt lieber die Aussicht und hält uns vielleicht ein bisschen für doof.

Im Vordergrund: Mein toller Schneemann. Im Hintergrund: der Sandhügel der Männer. Weiter im Hintergrund: Max (Reihenfolge stellt keine Wertung dar)

Als mein Schneemann fertig ist, kommen zwei Asiatinnen vorbei und fotografieren ihn. Stolz gucke ich ihnen zu. Dann gehen die beiden weiter und fotografieren den unförmigen Sand- und Algen-Haufen der Männer. Ich schaue ihnen desillusioniert und ernüchtert zu.

Wir beschließen ein gemeinsames Projekt und beginnen eine an den Felsen angelehnte Sandburg zu bauen. Die Männer bauen begeistert das Fundament und den Sandhügel und ich bringe derzeit das ganze in Form. Jessi schaut zu und hält uns vielleicht noch immer für ein bisschen doof.

Sandcastle

Das Gemeinschaftsprojekt kann sich sehen lassen

Rapper im Bus in Cancun

Nachdem das Werk vollbracht ist, fahren wir in Richtung Hotel zurück. Nach einigen Kilometern steigt plötzlich ein junger Kerl mit einer Musikbox ein, stellt sie im hinteren Teil des Busses ab und beginnt laut im Takt rappend im Bus auf und ab zu gehen. Er rappt auf Spanisch. Ich verstehe kein Wort. Gelegentlich bleibt er an einem Sitzt stehen und rappt einige Leute ganz enthusiastisch an.

Als er bei mir stehen bleibt versuche ich im Sitz zu versinken und gucke etwas peinlich berührt aus dem Fenster. Ich bin gerade etwas überfordert. Was mache ich denn mit dem? Ich hab auch gar kein Kleingeld und will ihm auch nicht unbedingt etwas geben, dafür ist er mir viel zu laut. Also stelle ich mich tot und hoffe, dass er wieder weg geht. Die meisten anderen im Bus machen es genauso. Ich würde Euch stattdessen natürlich lieber erzählen, wie toll wir abgefeiert haben, aber so spontan-enthusiastisch bin ich leider nicht.

Als wir aussteigen ist Jessi total begeistert. Den kompletten Weg zum Hotel erklärt sie uns, wie toll das gerade war. Chris erklärt uns enthusiastisch, dass seine Zehe weh tut.

Der beste Taco Laden in Cancun

Zurück im Hotel duschen wir erst einmal heiß. Dann ziehen wir los um Tacos zu essen. Das tolle Taco-Restaurant, bei dem wir bereits bei unserem ersten Besuch in Cancun waren ist nicht weit. Chris erklärt uns auf dem kompletten Weg, dass ein Zeh weh tut.

Ich nehme einen Taco mit Kaktus, Zwiebel und Champignons und zwei mit Hibiskusblüten. Außerdem lädt uns Chris auf einen Cocktail ein und so gibt es einen Pina Colada für mich dazu. Leider sind die Hibiskusblüten heute etwas trocken. Aber mit ordentlich Limettensaft ist der Taco trotzdem toll.

Zurück zum Hotel fahren wir mit dem Taxi. Chris besteht darauf, denn seine Zehe tut weh – erklärt er uns. Der Taxifahrer fährt einen riesigen Umweg, um den Berufsverkehr zu umfahren. Die Musik im Taxi ist ziemlich gut und Jessie und ich wackeln begeistert auf der hinteren Bank hin und her. Max ist etwas genervt. Chris erklärt sein Zeh tut weh.

Zurück im Hotel begutachten wir Chris Zeh. Er ist tatsächlich etwas geschwollen und blau. Das lassen wir für den Moment gelten.