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Martinolaus

Datum: 16.12.2018 | Ort: Cancun

Frühstück in Cancun mit tierischer Gesellschaft

Heute ist Sonntag, es ist der dritte Advent. In Deutschland ein Ruhetag, in Cancun ist am Sonntag richtig was los. In der Früh laufen wir los und holen uns bei Chedraui unser Frühstück. Genaugenommen ist es bereits kurz nach neun, denn wir haben gestern wieder eine Stunde durch den Wechsel der Zeitzone verloren.

Wir kaufen zwei Semmeln, einen Muffin, einen Donut, zwei Trinkjogurts, zwei Wasser und einen Kaffee. Das kostet zusammen gerade einmal vier Euro – Wobei der Kaffee alleine fast einen Euro kostet.

Wir frühstücken gemütlich auf einer Bank und beobachten ein paar Vögel. Einige Raben, kaum größer als Amseln, beäugen uns und stibitzen gelegentlich einen Brotkrumen oder räumen den Mülleimer neben uns aus. Dann gesellt sich auch noch eine Taube zu uns. Die Taube ist nicht wirklich scheu und dumm. Wenn sie eine größeren Krumen findet, pickt sie hin und läuft dann weiter. Dann läuft sie einen großen Kreis und ist wieder ganz überrascht, dass da ein großer Krumen liegt. Sie pickt einmal begeistert hin und läuft dabei aber schon wieder weiter. Einmal rennt sie beinahe einen der kleinen Raben um. Der Rabe hüpft entgeistert zur Seite und schaut die Taube entrüstet an. Die Taube zuckt nicht eine Miene und dreht einen weiteren Kreis. Dabei ist sie ganz verzückt wieder den Krumen zu finden, gegen den sie schon vier mal gepickt hat.

Bademode in Cancun kaufen

Nach unserem Frühstück stromern wir durch ein paar Läden. Ich hätte gerne einen neuen Bikini, da die Träger eines meiner Bikinis kaputt sind. Allerdings haben die meisten Läden noch zu. Andere Läden haben Bikinis, die schon so lange an der Stange hängen, dass sie von der Sonne ausgebleicht sind. In einem Laden probiere ich ein paar Bikinis. Die Qualität und die Passform sind miserabel. Nur einer wäre bequem. Der ist aber leider blassrosa und leicht durchsichtig. Badeanzüge brauche ich in den Läden, die nicht zu westlichen Ketten gehören übrigens gar nicht probieren. Mit meinen 168cm bin ich zu lang für die hiesigen Modelle.

Hop on mit dem Bus durch Cancun

Wir gehen unverrichteter Dinge wieder ins Hotel. Dort packen wir unsere Badesachen und gehen los Richtung Bushaltestelle. Ich hatte gehört, dass man Busse einfach heranwinken kann, wenn sie vorbeifahren. Die Bushaltestelle ist ein gutes Stück entfernt und so winke ich einfach dem ersten Bus der Linie R1 in die Hotelzone zu, der an uns vorbeifährt. Der Fahrer fährt rechts ran und lässt uns einsteigen. Ich danke ihm und drücke ihm den Fahrpreis abgezählt in kleinen Münzen in die Hand. Er grinst amüsiert über die handvoll Silberlinge.

Der Bus ist gut besetzt. Zahlreiche Leute, hauptsächlich Einheimische, sitzen in den Bänken. Einige stehen auch im Bus. Der Busfahrer hat die Musik im Bus voll aufgedreht und aus nachgerüsteten Boxen mit gutem Bass werden wir im reinsten Reggaeton beschallt. So brausen wir die Hotelzone entlang. Rechts von uns glitzert das Wasser der Lagune durch die Büsche, links von uns stehen Sternehotels und Palmen. Die Sonne scheint herrlich warm. Gerade kommt bei mir richtig Urlaubsfeeling auf.

Playa Marlin in Weihnachtsstimmung

Wir steigen am Playa Marlin aus und laufen an den Strand. Es ist relativ windig und das Meer hat ordentliche Wellen, die sogar reichen, um ein paar Surfer zu vergnügen. Die meisten Besucher des Strands sind unweit des Ufers.

Ich habe meine Nikolausmütze dabei für lustige Weihnachsfotos. Bei den Wellen ist es gar nicht so einfach sie am Kopf zu behalten und mehr als einmal schwimmt sie mir beinahe davon.

Wir planschen einige Zeit gemeinsam in den Wellen, bis mir etwas die Kraft aus geht und ich ans Ufer schwimme. Ich muss kräftig gegen die Wellen ankämpfen und obwohl ich nicht sehr weit draußen war, habe ich das Gefühl auf der Stelle zu schwimmen oder gar beinahe wieder abgetrieben zu werden.

Ich setze mich einige Zeit an den Strand und genieße die Sonne. Max schwimmt derzeit draußen im Meer auf und ab. Ich sehen ihn wegen der Wellen vom Ufer aus jedoch die meiste Zeit nicht. Im stillen überlege ich, was wohl wäre wenn er jetzt absäuft. Wie lange es wohl dauern würde bis ich es merke und was sollte ich dann tun? Zum Glück kommt er irgendwann wohlbehalten angeschwommen. Er ist ein bisschen erschöpft. Er erzählt, dass er gerade ordentlich kämpfen musste, um es gegen Wellen und Strömung wieder an den Strand zu schaffen. Das gruselt mich ein bisschen.

Wir haben keine Lust mehr auf das Wasser, aber wollen noch am Strand bleiben. Also beginnen wir eine Burg zu bauen. Die Wellen reißen sie jedoch schnell wieder ein.

Warmwasser ist ein Luxusgut

Nach ein paar Stunden nehmen wir den Bus zurück. Im Hotel gibt es kein warmes Wasser. Wir sind von oben bis unten voller widerspenstigem weißen Sand und das Wasser zum Abduschen ist eisig. Ich bibber vor mich hin und lasse das Wasser stoisch an mir herablaufen. Erst als wir kurz darauf wieder aus dem Hotel ins Freie gehen wird mir wieder wärmer.

Wie gehen zum Abendessen ins Las Americas. Danach stromern wir noch etwas durchs Einkaufszentrum. Tatsächlich kommen wir an eine Schaufensterpuppe mit schönem Bikini vorbei und ich probiere ihn kurzerhand. Max ist sehr angetan, vermutlich am meisten von der Aussicht bald Ruhe vor mir und meinem kaputte Bikini zu haben. Kurze Zeit später bin ich stolze Besitzerin eines sehr schönen Bikinis und einem Paar neuer Flipflops. Ich vermerke das mal als Ausgabe zur Beziehungserhaltung in der Reisekasse.

Zurück in der Unterkunft versuche ich die Dusche nochmal aufzudrehen. Auch jetzt ist das Wasser nicht heiß. Max geht an die Pforte und fragt nach. Wir sollen das Wasser einfach mal fünf Minuten laufen lassen, erklärt uns der Rezeptionist. Mit einem schuldbewussten Blick auf das Schild, das einen freundlich ermahnt für Mutter Natur sparsam mit den Ressourcen umzugehen, gehe ich ins Badezimmer und drehe den Wasserhahn auf. Ich warte, aber das Wasser wird nicht heiß. Es rinnt nur in einem dünnen Schwall die Dusche hinab und verschwindet im Abfluss.

Max erkundigt sich nochmals. Irgendjemand geht, um nach dem Beuler zu sehen. In ein paar Minuten würde es wieder gehen, wird uns versichert. Ein paar Minuten später kommt der Rezeptionist und teilt uns mit, wir müssten in einem anderen Zimmer im hinteren Teil des Hotels duschen. Im vorderen Teil ist das Gas alle.

Ich seufze, packe mein Duschzeug und dackel dem Rezeptionisten hinterher. Wir kommen an ein Zimmer mit drei Betten. Er tippt etwas in Google Translate. Es macht auf Deutsch absolut keinen Sinn. Vermutlich heißt es etwas wie, wenn wir wollen können wir das Zimmer tauschen. Ich frage nach. Das Zimmer, in dem wir gerade sind, bekämen wir nicht, erklärt er, aber eines der gleichen Kategorie wie unser Zimmer. Ich bin mir nicht sicher warum ich in einem Zimmer duschen soll und dann noch mal ein anderes bekäme. Ich erkläre ich werde es mit Max nach dem Duschen besprechen. Er lässt mich alleine und ich kann endlich heiß duschen.

Das Zimmer wechseln wir dann nicht, denn wir bleiben eh nur noch für diese Nacht.