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Lichtshow

Datum: 03.12.2018 – 09.12.2018 | Ort: Merida

Stress in der Schule

Der Montag beginnt mit einem kleinen Schock. Wir bekommen eine neue Lehrerin. Außerdem wird unsere Klasse ein bisschen größer. Richard, der Kanadier hat uns verlassen. Dafür kommen Dirk, ein weiterer Niederländer, der mit seiner Freundin, dem Hund und dem Wohnmobil unterwegs ist dazu. Außerdem Sabin, eine gemütlich aussehende kanadische Rentnerin, die gerne strickt und schon mehr Länder bereist hat, als der Rest von uns zusammen.

Sandra unsere neue Lehrerin ist aus Spanien, sehr nett und hochmotiviert. Sie macht an einem Tag so viel Stoff wie Miguel an drei. Wäre es meine erste Woche Spanisch, wäre ich sehr begeistert. Es ist allerdings unsere vierte und wir sind beide komplett überfordert mit der Informationsflut. Dienstag nach dem Unterricht gehen wir zur Schulleitung und erklären, dass wir früher aufhören. Sie sind nicht gerade begeistert, aber lassen uns aus Kulanz früher aufhören.

Die Restliche Woche hängen wir etwas in den Seilen. Unsere Tagesstruktur fehlt und wir wissen nicht recht etwas mit der neu gewonnenen Zeit anzufangen.

Mittwoch Abend kommt und Jannis, der Niederländer, mit seiner Freundin, die in Merida gerade ein Auslandssemester macht, besuchen. Es ist ein netter Abend.
Freitag schauen wir nochmals in der Schule vorbei um uns zu verabschieden. Das Essen im Restaurant ist gut, aber wir kommen uns ein wenig komisch vor hier. Man merkt einfach, dass wir nicht mehr dazugehören.

Highligts in Merida

Am Freitag Abend sind wie in der Stadt. Kurz vor halb neun kommen wir an der Kathedrale vorbei. Zahlreiche Leute stehen davor und Starren die Kirche an. Wir stellen uns neugierig dazu. Dann beginnt eine Lasershow an der Kirchenmauer. Die ganze Kirche wird als Projektionsfläche genutzt, dazu gibt es laute Musik und eine Sprecher erzählt etwas über die Stadtgeschichte. Es sieht ziemlich cool aus. Dieses Spektakel findet wohl jeden Freitag statt.

Ballspiel

Normalerweise findet jeden Freitag Abend ein Maya-Ballspiel vor der Kathedrale statt

Samstags ist normalerweise ein Maya Ballspiel vor der Kirche. Diesen Samstag allerdings nicht, denn ist die “la noche blanca”. Es gibt einen Nachtmarkt, unzählige Fressbuden und der zentrale Platz von Merida wird schön mit weißen Lichterketten verhangen. Außerdem wurde die Krippe inzwischen aufgestellt. Einer ihrer zentralen Bestandteile ist eine Brücke aus Plastik und die Menschen stehen an, um einmal über diese Brücke laufen zu können.

Ein Politiker kommt ganz in weiß gekleidet umringt von weiß gekleideten Personen aus dem Rathaus, läuft quer über den Platz zu einer Bühne und erzählt dann stundenlang irgendetwas. Als er bei uns in der Nähe vorbei läuft, beschimpft ihn ein alter zahnloser Mann laut als Ratte. Der beliebteste scheint er wohl nicht zu sein.

In der Stadt ist heute alles komplett überlaufen. Wir hören einige Zeit einer Reggaeband zu, schauen uns eine Studenten-Tanzaufführung in der Universität an und laufen einmal durch eines der Gebäude am Rande des Plaza Grande. Dann flüchten wir.

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