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Datum: 26.11.2018 – 02.12.2013 | Ort: Merida

Eine neue Klasse

Es ist unsere dritte Woche Spanischunterricht. Janina und Lennart, die beiden Hamburger sind inzwischen weiter gereist. Daher kommen wir in eine neue Klasse. In unserer Klasse ist Jannis, der einundzwanzigjährige Niederländer, der in seinem Leben schon sehr weit gereist ist. Da ist Richard, der 72-jährige Kanadier und ehemalige Autor für Radio-Kindersendungen. Neu ist auch Karen. Die 62-jährige Amerikanerin ist ehemalige Betreuerin für autistische Kinder und hat mit dem Renteneintritt ihre Wohnung verkauft. Jetzt wohnt sie mit ihrem Partner auf ein Boot und reist sehr viel. Miguel ist auch weiterhin unser Lehrer.

Die neue Gruppe ist gut. Jeder bringt ein anderes Vokabular mit, der allgemeine Wissensstand ist aber ähnlich. Wir reden sehr viel auf spanisch und lernen dabei voneinander.

Mittags kommen Alex und Björn, unsere Besucher aus Kalifornien in der Schule zum Mittagessen vorbei und fahren im Anschluss daran zum Flughafen.

Wir sind wieder alleine. Die Woche dümpelt dahin. Wir gehen gelegentlich in die Stadt und gelegentlich zum Einkaufen, aber spektakulär wird es nicht.

Punto de Reunion Merida

Donnerstag ist allerdings die offizielle Eröffnung des Bistro, das zu unserer Schule gehört.

Um 17:00 Uhr soll es losgehen, also sind wir kurz darauf da. Eine kleine Gruppe Leute die wir nicht kennen steht bereits da, ansonsten ist es noch ziemlich leer. Die beiden Damen in der Küche basteln fleißig in ihren Pfannen und Töpfen.

Wir setzen uns ein Stück abseits. Nach und nach kommen auch einige andere Schüler und verteilen sich auf den bunt zusammengewürfelten Tischen und Stühlen. Jannis der Niederländer aus unserer Klasse gesellt sich zu uns. Auch Karen und ihr Partner schauen auf einen Sprung vorbei. Wir unterhalten uns gut und futtern Häppchen. Es ist spannend einen Eindruck von all diesen unterschiedlichen Leben zu bekommen. Auf Reisen ist jeder offen und kommunikativ und freut sich neue Leute kennenzulernen. In der Psychologie würde man sagen der Affiliationsdruck ist sehr hoch.

Unsere Klassenkameraden gehen zeitig. Wir kommen mit einem weiteren deutschen Pärchen ins Gespräch, das gerade neu in der Schule angefangen hat. Tim und Laura sind Schwaben und planen eine ähnliche Route wie wir. Die Veranstaltung endet kurz nach acht und einige der Anwesenden wollen noch weiter in eine Bar. Wir seilen uns zusammen mit dem deutschen Pärchen allerdings ab und gehen noch zum Essen.

Asiatisch Essen in Merida

Wir entscheiden uns für ein asiatisches Restaurant namens Ave del Paraiso. Es stellt sich heraus, dass der Chefkoch Schweizer ist. Die Kellnerin, eine Mexikanerin, spricht ebenfalls deutsch und übt mit uns ein wenig das richtige Bestellen auf spanisch. Das Essen ist für meinen Geschmack etwas zu scharf aber lecker. Ich habe nur eine Suppe mit Tofu und ich freue mich richtig darüber mal wieder Tofu zu essen.

Als wir das Restaurant verlassen bekomme ich ein paar Tropfen Wasser auf den Kopf. “Regnet es?” fragt mich Max. Ein junger Mann läuft gerade an uns vorbei, schaut Max an und sagt dann in gestochenem Hochdeutsch: “Es nieselt ein wenig”. Wir müssen lachen. Die Welt ist so klein.

Die Shoppingmals von Merida

Am Samstag machen wir einen Abstecher in zwei Shoppingmalls. Sie sind weihnachtlich dekoriert. Es ist das erste Mal, dass mir wirklich klar wird, dass bald Weihnachten ist. Immerhin ist morgen bereits der erste Advent. Es gibt in einer Mall sogar einen Nikolaus, der Fotos mit Kindern macht.

Die Malls sind recht groß, trotzdem haben sie erstaunlich wenige Sachen mit denen ich etwas anfangen kann. Es gibt vor allem Nobelläden und Läden größerer internationaler Ketten. Ich hätte gerne einen neuen Bikini, nachdem einer meiner Bikinis schon vor Wochen kaputt gegangen ist. Aber so richtig viel Auswahl gibt es nicht. Es ist eben auch Winter in Mexiko.

Die zweite Mall hat einen tollen Foodcorner. Für zwei Abendessen zahlen wir nicht einmal sechs Euro und die Auswahl ist wirklich gut.

Hin und her zu den Einkaufszentren geht es mit Uber. Merida hat zwar ein Busnetz, aber wir kennen uns damit gar nicht aus. Es gibt jedoch mehrere Apps wie Uber, die hier gut funktionieren. Ich bekomme beispielsweise immer Werbung für Didi-Rider angezeigt. Allerdings kann ich es nicht herunterladen und daher leider nicht testen.