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Datum: 05.11.2018 | Ort: Havanna

 

Tagesbeginn

Das Frühstück am Balkon ist etwas, das in den letzten Tagen zu einem festen Ritual und dem Taktgeber für den Tagesbeginn geworden ist. Wir sind heute morgen beide erstaunt, wie wenig Kater wir haben. Sogar ich bin erstaunlich munter. Trotzdem lassen wir den Tag lieber ruhig angehen und nehmen uns nicht allzu viel vor. Abends wollen wir uns mit Freunden aus Deutschland treffen, die gerade zufällig auch in Havanna angekommen sind.

gegen Mittag starten wir zu einem kleinen Spaziergang in die Stadt, bummeln ein bisschen gemütlich durch die Straßen, setzen uns auf die Treppen des Capitol und beobachten den vorbeifahrenden Verkehr und ich halte Ausschau nach Churros.

Eine Bustour durch Havanna

Unweit des Capitol ist eine Bushaltestelle der Havanna Panoramic Bus Tour. Wir haben zwar bereits die Tour mit dem Oldtimer gemacht, aber aus Varadero kennen wir die Tour als Hop on, Hopp off. Warum am letzten Tag in der Stadt nicht noch mal gemütlich durch die Gegend schippern lassen, denken wir uns, und gehen spontan hinüber. Mit 10 CUC pro Person kostet die Fahrt zwar eigentlich mehr als wir ausgeben wollen, doch am letzten Tag in Cuba nimmt man das mit dem Budget eben nicht mehr ganz so eng.

Wir setzen uns oben in den Doppeldecker, wohlwissend, dass wir wieder Grünpflanzen ausweichen müssen. Es dauert noch ein bisschen, dann fahren wir los. Es geht an Prachtstraßen entlang und den Malecon. Dann wiederholt sich jedoch unsere Erfahrung von Varadero. Anstatt der Sehenswürdigkeiten bekommen wir die Hotels der Stadt zu sehen, die eines nach dem anderen abgeklappert werden. Eigentlich müsste die Bustour Havanna Hotel Shuttle Tour heißen. Eine separate Tour zu den Sehenswürdigkeiten der Stadt wäre schön.

Viele der Passagiere wollen wie wir nur eine Stadtrundfahrt machen, denn sie bleiben die komplette Runde sitzen. Anstatt sich von seiner besten Seite zu präsentieren karrt uns der Bus des staatlichen Anbieters durch Gettos, Industrieviertel und vorbei an hässlichen Hotelmeilen.

Gelegentlich bekommt man per Busdurchsage auch noch die ein oder andere Restaurantempfehlung inklusive der Preise für ein Hauptgericht. Das Ganze ist für jemanden der Touristentouren in Rom oder London mitgemacht hat äußerst befremdlich.

Auch heute schleifen wieder gelegentlich Äste durch das obere Deck, oder Palmwedel schlagen herein und klatschen laut gegen die Stühle. Hin und wieder zieht auch eine Stromleitung nur wenige Zentimeter über unseren Köpfen vorbei. Ein einsteigender Passagier, der nicht schnell genug setzt, wird beinahe von einer Ampel getroffen.

Dennoch haben wir den Eindruck viel von Havanna zu sehen. An einigen der Sehenswürdigkeiten wie den Bildnis von Che Guevara an einem Haus, der Universität und einigen Plätzen kommen wir – vermutlich eher zufällig – auch vorbei. Ich habe allerdings nicht den Eindruck, dass das Hopp On, Hopp Off hier so gut funktioniert wie in Varadero und die Haltestellen sind für Sightseeing eher ungünstig gelegen.

Nach einer Runde, die nicht ganz zwei Stunden gedauert hat, steigen wir wieder aus. Trotz des regelmäßigen Hindernis-Duckens war die Fahrt doch sehr entspannend. Das beste daran ist, dass wir auch wieder da ankommen, wo wir eingestiegen sind – Das ist hier ja auch keine Selbstverständlichkeit.

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Besuch aus Deutschland

Da es etwas nach Regen aussieht laufen wir zurück in Richtung Unterkunft um Regenschirme zu holen. Wir laufen durch die Straßen, als eine der Stimmen die „Restaurant, Taxi?“ fragt mir irgendwie bekannt vor kommt. Irritiert drehe ich mich um und stehe meinen grinsenden Freunden gegenüber.

Dass wir uns früher treffen kommt mir gerade recht, denn mein Magen knurrt bereits. Wir gehen wieder in das russische Lokal vom Vortag. Wir setzen uns und tauschen Erfahrungen aus. Max und ich sind sehr enthusiastisch Reisetipps zu geben und von unseren Erfahrungen zu erzählen. Die beiden sind jedoch gerade erst frisch angekommen und augenscheinlich vom Jetlag, der Informationsflut und unserem Enthusiasmus etwas überfordert. Daher beenden wir den Abend früh, begleiten die beiden noch zu ihrer Unterkunft, damit sie im Großstadtdschungel nicht verloren gehen und gehen dann zu unserer Unterkunft zurück.

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