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Datum: 19.02.2019 | Ort: Grand Cayman & Kingston, Jamaika

Great Caymans, ich liebe deinen Flughafen

Heute geht es weiter nach Jamaika. Das Taxi holt uns bereits kurz nach vier Uhr morgens bei unserer Unterkunft ab. Der Flug soll um sieben gehen und da es ein internationaler Flug ist, versuchen wir natürlich drei Stunden vorab am Flughafen zu sein.

Am Flughafen ist nicht viel los. Es gibt einen Check In Schalter der offen hat, auch wir checken hier ein. Wirklich Eile hat hier niemand und es gibt auch keinen Grund dafür. Es gibt keine Migration und somit auch keinen Ausreisestempel. Der Securitycheck funktioniert gut strukturiert und zügig und wir sind mal wieder viel zu früh am Gate.

Am Gate gibt es einen Stand der auch Pizza verkauft. Das finde ich sehr sympathisch, auch wenn ich gerade noch keinen Hunger habe. Außerdem gibt es WLAN am Gate und ich nutze die Chance mal wieder zu etwas früherer Stunde in Deutschland anzurufen.

Flug Grand Cayman nach Kingston

Dann startet das Bording. Wir laufen einige Meter über das Rollfeld zu unserer Maschine. Dann geht es auch schon los nach Kingston Jamaika.

Der Flug dauert nur ungefähr eine Stunde. Jamaika ist hübsch von oben. Es sieht sehr hügelig aus, fast ein wenig wie Luftpolsterfolie. Tiefe Furchen ziehen sich zwischen den satt grünen Hochplateaus. Dann wird es plötzlich flach, als hätte jemand ein Stück der Gegend wie Milchschaum auf einem Cappuchino heraus gelöffelt. Dort liegt Kingston.

Einreise Jamaika

Wir landen und schon geht es weiter zur Immigration. Auch hier ist alles Übersichtlich und es wäre kaum möglich zu verlaufen. Honduras könnte sich davon ein Stück abschneiden.

Dann heißt es warten. Es sind einige Schalter geöffnet. Die Halle wirkt ein wenig wie die Turnhalle meiner alten Schule. Während wir an der Immigration warten kommt eine Dame auf uns zu. Sie möchte wissen, in welchen Ländern wir in den letzten sechzig Tagen waren. Wir fangen an aufzuzählen: Mexico, Belize, Guatemala, Honduras, Cayman Islands. Sie hebt eine Augenbraue, mustert uns und drückt uns dann eine Karte in die Hand. Sollten wir Kopfschmerzen oder Fieber bekommen, sollen wir sie einem Arzt geben. Die Karte besagt, dass wir möglicherweise Kontakt zu Malaria gehabt haben. Jamaika scheint malariafrei zu sein und das auch bleiben zu wollen.

Die Immigration ist auch hier wiederum stressfrei. Die Informationen sind dieselben wie immer: Adresse während des Aufenthalts und geplantes Weiterreisedatum. Auch hier wird kein Nachweis gefordert.

Wir holen die Rucksäcke, die auch hier schon wieder fein säuberlich neben dem Gepäckband aufgereiht liegen und packen sie auf einen Gepäckwagen.

Dann geht es weiter zum Zoll. Hier ist nichts los. Die meisten Schalter haben geschlossen und die Röntgengeräte sind aus. Wir wollen gerade unseren Koffer aufs Band eines dieser Taschenscanner werfen, als uns die Dame zu sich heranwinkt. Sie fragt ob wir verbotene Sachen dabei haben, wir verneinen. Sie mustert uns kurz und meint wir sollen einfach durchgehen. Für uns ist das praktisch, denn wir müssen die Taschen nicht vom Wagen aufs Band wuchten.

Die Wagendiebe

Wir rollen weiter Richtung Ausgang. Plötzlich kommt ein Herr und stellt sich uns in den Weg. Wir dürfen den Wagen nicht weiter mitnehmen, erklärt er harsch und will unsere Taschen direkt auf seinen Wagen packen. Wir halten ihn zurück und würden gerne die Taschen wenigstens noch zur Seite fahren, doch er hält unseren Wagen resolut am Lenker Fest. Daher schmeiße ich die Taschen demontrativ neben den Wagen auf den Boden, drücke ihm den leeren Wagen in die Hand und fange in aller Ruhe an die Flugtaschen vor seinen Füßen auszupacken. Er schaut mich böse an und zieht dann mit unserem Wagen ab. Leute wie ihn haben wir so viele auf Kuba getroffen, da bin ich inzwischen abgehärtet. Hätte er seinen Dienste freundlich angeboten, hätten wir es und vielleicht überlegt. Wir können unsere Rucksäcke aber auch tragen.

In der Nähe ist ein Geldwecheslstand und Max tauscht noch schnell genug Geld für das Taxi. Ich sitze derzeit in der Mitte der Halle auf dem Fußboden neben unseren Taschen und warte. Der Herr der unseren Wagen geklaut hat und seine Kollegen nehmen auch den Leuten hinter uns die Wägen ab. Bis auf einen Geschäftsmann und ein paar verunsicherte Touristen geht jedoch niemand darauf ein. Die Herren wollen gerade einmal einen Dollar für ihre Dienste die Taschen zu den Taxis zu schieben. Reich werden sie hier am Flughafen sicher nicht. Einen echten Mehrwert hat ihre Arbeit aber leider auch nicht.

Taxi am Flughafen in Kingston

Am Ausgang ist auch ein Taxistand. Die Preise hier sind für Taxis reguliert, ob es einen Bus in die Stadt gäbe wissen wir nicht, also nehmen wir ein Taxi. Unser Fahrer wird gerade erst eingelernt und muss sich vor der Abfahrt noch mit einem Kollegen beraten, wo eigentlich unsere Adresse ist. Einen Teil des Weges unterstützen wir ihn dann auch mit Google Maps.

In Jamaika wird übrigens Englisch und Patwa gesprochen. Patwa oder auch jamaikanisches Patois ist die Sprache, die man in vielen Raggaesongs hört. Es klingt als würde jemand auf Englisch die hälfte aller Wörter vernuscheln, nur dass der Wortschatz auch deutlich vom Englischen abweicht. Bereits auf unserer ersten Taxifahrt verzweifeln wir beinahe am Slang unseres Fahrers.

Unsere Unterkunft in Kingston

Unsere Unterkunft in Kingston liegt in den Beverly Hills, einem Villenviertel, wie sich herausstellt. Unsere Gastgeber haben mehrere Modelle deutscher hochpreisiger Automobilhersteller in der Einfahrt stehen. Unsere Gastgeberin begrüßt uns herzlich und bringt uns in unsere niedliche kleine Wohnung. Diese ist nicht im Haupthaus, sondern in einem kleinen Türmchen daneben. Es gibt ein Bett vor dem Fenster mit einem tollen Ausblick über Kingston. Außerdem ein kleines Bad, eine Küchenzeile und einen Fernseher. Wir finden die Unterkunft auf Anhieb super. Ich könnte ewig an diesem Fenster stehen. Der Ausblick ist so schön.

Es ist inzwischen allerdings kurz vor Mittag und wir haben Hunger. Außerdem will Max eine Simkarte. Also laufen wir den Berg hinab und stürzen uns über zwei gut befahrene Straßen in Richtung Einkaufszentrum. Es ist drückend heiß und schwül gleichzeitig.

Essen in Jamaika

Es gibt ein Einkaufszentrum in der Nähe. Hübsch ist es nicht. Es wirkt wie eines der deutschen Einkaufszentren aus den sechziger oder siebzigern. Hier gibt es einige kleine Läden, zwei verschiedene Mobilfunkanbieter und im Untergeschoss einen Foodcorner.

Zunächst holen wir uns neue Simkarten, um Max seinen Seelenfrieden wieder zu geben. Zehn Minuten später ist er glücklich. Mein Magen knurrt inzwischen jedoch hörbar. Daher führt der nächste Weg in den Keller.

Wir entscheiden uns nach einer Runde vorbei an verschiedenen Fastfood-Imbissen für chinesisches Essen. Max bekommt seine Portion direkt in einen Styroporkarton geklatscht. Mein Essen dauert. Ich bleibe an der Theke stehen und warte. Nach inzwischen zwanzig Minuten frage ich doch mal nach, ob mein essen bald kommt. Die Dame am Tresen mustert mich genervt. Es stellt sich heraus, dass mein Essen schon lange fertig ist und sie mich einfach vergessen haben. Es gibt Reis mit Gemüse und Tofu. Es schmeckt einfach nur fettig aber es macht satt.

Jamaika ist teuer

Nach dem Essen gehen wir in den Supermarkt, um uns ein ein paar Vorräte für die Wohnung zu holen. Bei den Preisen im Supermarkt stehen uns allerdings die Haare zu Berge – Naja zumindest mir. Käse kostet 4€ aufwärts, Brot kostet ab 2€ für ein einzelnes Baguette, Zahnpaster gibt es nicht für unter 3€. Das teuerste ist Obst und Gemüse – selbst jenes, das von der Insel kommt, wie Bananen. Also sehen wir uns nach Fertigessen um. Wir finden Tiefkühllasagne für 10€ und Gemüsereis mit Hühnchen für 8€ im Kühlregal. Entsprechend karg fällt unser Einkauf aus – Ein Baguette, ein paar Bananen und ein Glas Marmelade.

Wir laufen zurück zur Unterkunft. Als wir den Berg hinauf laufen, schließt ein Jamaikaner zu uns auf. Er erzählt uns, dass morgen ein Reggeafestival in der Nähe ist. Ganz genau verstehen wir ihn nicht, denn auch er redet mehr Patwa als Englisch, aber der Plausch ist trotzdem nett.

Den restlichen Tag verbringen wir am Zimmer mit arbeiten. Wir sind doch ein bisschen kaputt von der Hitze und dem Flug.

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