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Tag: Montag 28.01.2019 | Ort: Flores

Israelisches Frühstück in Guatemala

Wir arbeiten vormittags. Es ist recht unspektakulär nur das Internet funktioniert auch heute nicht. Entsprechend müssen wir uns über den mobilen Hotspot der Handys einwählen und das ist nervig. Das Wetter hat sich inzwischen zum Glück wieder aufgeklart, die Sonne scheint und die Vögel zwitschern.

Wir frühstücken unweit unseres Hotels in einem netten kleinen Restaurant mit einer komplett bewachsenen Fassade uns tollem Blick auf den See. Es gibt pochiertes Ei in israelisch gewürtzer Tomatensoße mit Knoblauchfladen und Hummus. Hätte ich erwartet ein solches Essen in Guatemala anzutreffen? Definitiv nicht!

Einkaufen in Flores

Nach dem Frühstück laufen wir los ins nächst größere Einkaufszentrum. Dieses liegt gut 3 Kilometer entfernt auf dem Festland. Die Sonne sticht herunter und wir laufen am Seitenstreifen der Hauptstraße entlang. Gehsteige gibt es hier in Flores nur vereinzelt für einige Meter vor Hotels. Auf dieser Strecke sind das verschwindend wenige. Stattdessen laufen wir an der Straße entlang, wie auch die anderen wenigen Fußgänger hier.

An der ersten Tankstelle halten wir an und kaufen kalte Getränke. Warum wir immer ausgerechnet in der Mittagshitze herumlaufen, wissen wir auch nicht so genau, aber wir sind uns einig, dass wir uns das abgewöhnen sollten.

Das Einkaufszentrum zu dem wir kommen, ist relativ groß, dafür aber sehr leise und unspektakulär. Im Außenbereich machen einige Fastfoodketten groß Werbung. Im Innenbereich läuft nicht einmal Musik und das Licht ist aus. Durch die Decke scheint zwar Tageslicht und auch die Beleuchtung der Läden erhellt den zentralen Gang, aber es ist kein Vergleich zu den großen Malls, in denen wir in Mexiko waren. Auch die Läden hier sind eher unscheinbar eingerichtet. Das einzige was auffällt ist ein Laden für Unterwäsche, in dem die Schaufensterpuppen zwar wie üblich zu schlank sind, aber gleichzeitig eine Oberweite von mindestens Körbchen D haben. Das habe ich so auch noch nie gesehen.

Wir gehen in einen Supermarkt, in der Größe eines normalen Supermarkts in Deutschland. Ich bekomme endlich wieder anständiges Shampoo (ich will Shampoo ohne Silikone, normales hätte es auch in Belize gegeben). Außerdem kaufen wir neuen Zahnbürsten und Zahnseide – Was man eben so braucht.

Nähzeug in Flores kaufen

Leider gibt es in dem Laden kein Nähzeug. Wegen dem Nähzeug sind wir vor allem hier. Der Träger meines Daybags ist nämlich gerissen und einen neuen guten Rucksack zu finden, wird vermutlich schwerer als Nähzeug zu finden.

Im Bastelladen nebenan werde ich jedoch fündig. Die Auswahl an Bastelzeug erstaunt mich richtig. Es ist kein Vergleich zu der restlichen Auswahl an Produkten in dieser Mall. Währen wir in Deutschland, hätte ich mir mindestens den glitzernden Tesa mitgenommen – braucht kein Mensch, ist nicht umweltfreundlich, aber es glitzert. Aber so lasse ich ihn liegen und greife stattdessen zu einem Reisenähsett. So etwas hätte ich mir schon lange zulegen sollen.

Allerdings beinhaltet das Nähsett nur dünnen Baumwollfaden. Nylonfaden gibt es nicht. Wir tigern also noch in den Baumarkt nebenan. Dort laufen wir etwas ratlos durch die Regale. Es gibt Glasfaserkabel und Drahtseil. Ob man wohl damit nähen kann? Am Ende finde ich Angelschnur. Die sollte doch stabil sein!

Über den Friedhof zurück nach Flores

Nach getanem Einkauf setzen wir uns erst einmal zehn Minuten in den Schatten und ruhen uns aus. Es ist anstrengender als man meinen sollte bei dieser Hitze herumzulaufen. Wir lehnen aneinander und haben beide das Handy gezückt. Max erzählt mir was über den Aktienmarkt, das er gerade gelesen hat, ich erzähle ihm etwas über eine Studie, die ich gerade gelesen habe.

Dann laufen wir zurück in Richtung Flores. Erst geht es wieder an der Straße entlang. Hier liegt wirklich unglaublich viel Müll herum. Es ist so traurig das überall zu sehen. Ich kenne natürlich auch einige Ecken in Deutschland, da ist es kein Stück besser. Aber warum denken denn die Leute auf der ganzen Welt so wenig über ihren Müll nach?

Nach einiger Zeit kommen wir an einen Friedhof. Er liegt direkt an der Straße und ist nicht mal durch ein Tor getrennt. Ein schattiger Weg führt hindurch und wir folgen ihm. Zu unserer Linken sind beinahe zwei Meter hohe überirdische Gräber. Es erinnert ein wenig an Urnengräber oder auch an eine sehr tiefe Betonschrankwand. Manche der Gräber sind mit aufwendigen Platten beschriftet, auf manchen sind Fotos. Ein Grab sieht so aus, als hätten die Angehörigen den Namen mit Edding drauf geschrieben. Es fehlen Geburts- und Sterbedatum. Zu unserer Rechten sind Bodengräber und kleine Mausoleen. Viele sind bunt bemalt und mit Blumen geschmückt, die allerdings alle aus Plastik sind. Zwischen den Gräbern liegen alte zertretene Plastikblumen, Laub und Müll. Es ist ein recht trister Ort.

Den Rucksack flicken

Zurück im Hotel flicke ich als erstes meinen Rucksack. Es ist mir immer noch ein Rätsel, warum bei einem Rucksack, der extra damit wirbt, dass er ja so sicher sei einfach eine Naht reißen kann. Der Träger ist einfach nur im Stoff vernäht. Nicht einmal verstärkt ist er an der Stelle. Es ist gar nicht so einfach den dicken Stoff des Trägers zu nähen. Beim Stoff am Rücken mache ich mir dafür Sorgen, dass er irgendwann ausreißen wird. Mit der Zange aus dem Leatherman, der Angelschnur und den Nadeln entsteht jedoch ein fürs erste brauchbares Endergebnis.

gegen Abend setzen wir uns in ein nettes Restaurant und sehen beim Abendessen dem Sonnenuntergang über dem See zu. Er ist malerisch. Der ganze Himmel erstrahlt in einem sanften rot. Das essen ist auch sehr sehr lecker. Für mich gibt es überbackenen Portobello und einen Salat, Max ist Cappaccio und einen Salat. Der Salat kommt als ein Türmchen aufgebaut und sieht einfach nur toll aus. es ist das beste Essen seit langem.

Es könnte ein so schöner Abend sein. Nur beginnt Max Zehe wieder zu schmerzen und wir sehen sie beide sehr kritisch an. Die Frage steht im Raum, ob er so am nächsten Tag nach Tikal fahren und dort auch herumlaufen können wird.


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