Oben

Datum: 18.02.2019 | Ort: Roatan & Grand Cayman

Das muss doch schneller gehen

Das Hotel hat, nachdem wir nicht weniger als vier mal gefragt haben unser Taxi vergessen. So stehen wir noch einige Zeit mit Tim und Laura in der Halle herum und starten dann erst mit einer halben Stunde Verspätung zum Flughafen. Bereits am Tor des Hotels stehen wir zudem nochmals über zwanzig Minuten im Rückstau der Baustelle. Als wir am Flughafen ankommen, liegen die Nerven bereits etwas blank.

Hinzu kommt, dass es ein honduranischer Flughafen ist, also mal wieder nichts so beschildert ist, dass man damit etwas anfangen könnte. Der Check In dauert eine weitere gute halbe Stunde, inklusive Anstehen. Die Dame telefoniert dabei in aller Seelenruhe nebenbei und plaudert mit Kollegen. Wir sind inzwischen schon recht gestresst. da wir fürchten, den Flug zu verpassen. Dazu kommt auch noch, dass der recht kleine Flughafen vollgestopft ist mit mehreren hundert Kanadiern, die die Heimreise antreten wollen.

Die Migration in Honduras

Dann folgt die Migration. Warum bei der Migration meine komplette weitere Reiseroute abgefragt wird, ist mir ein Rätsel. Geht die Regierung von Honduras aus meiner Sicht auch nichts mehr an, wie lange ich in den Cayman Islands bleiben will und was ich in den USA plane. Sie notieren sich sogar die Adresse unserer nächsten Unterkunft. Das ganze kommt mir ein bisschen vor wie ein stalkender Expartner. Natürlich dauert es entsprechend lange.

Besonders lustig ist die Diskussion zwischen der sechsköpfigen Familie und den Grenzbeamten. Die Beamten bestehen darauf, dass maximal ein Elternteil mit einem Kind an den Counter treten darf. Die Eltern fragen zu recht, wie denn ein Säugling oder zwei der drei Kleinkinder die Immigration alleine machen sollen. Ernsthaft Honduras, arbeitet an euren Flughäfen!

Sicherheitskontrolle in Honduras

Danach geht es durch die Sicherheitskontrolle. Schuhe darf ich anbehalten. Die Kontrolle ist die typische Kombination aus Röntgengerät für die Tasche und dem Metalldetektor zum hindurchlaufen.

Ich verstehe nichts

Nun kommen wir zum Gate. Genaugenommen ist es eine ebenerdige Halle mit vielen Palstiksitzen. Unser Flug steht nirgendwo angeschrieben und eine Dame macht alle fünf Minuten Durchsagen, die man nicht einmal versteht, wenn man extra neben ihr steht.

Irgendwann tauchen die Damen vom Checkin-Schalter in der Halle auf und Borden einen Flug. Da die Uhrzeit stimmt und sie vermutlich nach wie vor für die selbe Fluggesellschaft arbeiten, stellen wir uns mit an.

Siehe da, es ist unser Flug. Am Rollfeld steht sogar jemand, der auf das Flugzeug zeigt – bei drei identischen Maschinen nebeneinander ist der allerdings auch notwendig. Wir steigen ins Flugzeug und plötzlich haben wir wieder ein Gefühl von Ordnung. Die Flugbegleiter sind höflich und strukturiert, das Flugzeug hat Turbinen und wir bekommen eine Sicherheitsunterweisung. Alles ist wieder gut!

Einreise in den Cayman Islands

Der Flug ist nur ein wenig ruckelig. Wir bekommen eine Einreisekarte ausgehändigt für die Caymans, die eigentlich nur den Namen und die Passnummer möchte und dazu noch wissen will ob wir Atomsprengköpfe im Gepäck haben. Das ist angenehm.

Dann landen wir auch schon wieder. Hallo Cayman Islands

Der Weg führt ohne langes hin und her und vor allem ohne suchen zu müssen in eine Halle. Sie ist sehr sauber. Es gibt einige Schalter mit Grenzbeamten. Wir warten circa zehn Minuten. Dann sind wir dran. Die Dame, die meine Einreise abwickelt ist vermutlich in meinem Alter. Sie wirft einen Blick auf meine Einreisekarte, fragt ob ich schon einmal da war und wünscht mir dann einen schönen Aufenthalt. Die Karte bekomme ich für den Zoll wieder mit. Es ist eine der angenehmsten Einreisen die ich bisher hatte. Auch Max kommt gut gelaunt durch die Grenze. Hinter den Schaltern steht ein Automat mit drei Smileys, au dem man seine Einreise bewerten kann. Sie bekommen einen lächelnden grünen Smiley von uns.

Dann geht es weiter zu den Taschen. Sie liegen bereits fein säuberlich gestapelt neben dem Gepäckband Ein Sicherheitsbeamter hat einen Blick darauf, damit nichts abhanden kommt.

Nun fehlt nur noch der Zoll der Cayman Islands. Es gibt dazu zwei getrennte Wege – Den zollfrei und den zu verzollen Weg.

Wir steuern auf den zollfrei Weg zu. Ein junger Sicherheitsbeamter hält uns auf und fragt freundlich, ob wir etwas zu verzollen haben. Wir verneinen. Er fragt nochmals alle Produktkategorien einzeln ab, die zollrelevant wären und wir verneinen jede höflich. Er wünscht uns einen schönen Aufenthalt und lässt uns ohne weitere Umstände passieren.

Auch hier steht eine Feedbackmaschine und auch er bekommt einen grünen Smiley von uns.

Die Einreise auf die Cayman Islands ist kein wenig lascher als in den anderen Ländern in denen wir bisher waren. Jedoch hatten wir den Eindruck dass das Personal sehr gut geschult ist und viel Wert darauf legt, dass die Einreise von den Reisenden als positiv und stressfrei empfunden wird. Die gleichen Kontrollen, vielleicht sogar ein wenig strengere im Hinblick auf den Zoll waren somit gleich viel angenehmer. Außerdem ist alles brauchbar ausgeschildert.

Vom Flughafen in die Camans

Draußen vor dem Flughafen gibt es einen Taxischalter, der die Ankömmlinge auf fahrbare Untersätze verteilt. Wir stellen uns an und teilen mit wo wir hin wollen. Leider sind wir die einzigen in diese Richtung und leider ist es gerade Rushhour. Der erste Taxifahrer der uns zugewiesen wird weigert sich daher extrem renitent uns zu fahren. Etwas perplex gehen wir zurück zum Schalter. Der nächste Kollege der kommt nimmt uns nur unter Protesten mit. Inzwischen weiß ich unweit an der Hauptstraße wäre der Bus vorbei gefahren, den hätten wir ja auch genommen, hätte uns jemand darauf hingewiesen. So haben wir einen recht verdrießlichen Taxifahrer, der uns sehr genau erklärt, weshalb die Rushhour scheiße ist.

Die Caymans sind auf den ersten Blick sehr sauber, die Gebäude wirken sehr amerikanisch aber der Verkehr ist britisch links.

Unterkunft und Essen auf den Cayman Islands

Unsere Unterkunft – eine der teuersten unserer Reise bisher – ist ebenfalls sehr amerikanisch, super hübsch und sie hat eine Küche und Waschmaschine und Trockner. Auch unsere Gastgeberin ist auf den ersten Blick super. Sie gibt uns einige Tipps für die Gegend. Der beste Tipp ist, dass der Supermarkt unweit eine Essenstheke hat. Also duschen wir kurz, werfen einen Blick auf die Pizzas für fünfzehn Euro aufwärts vom Lieferdienst und dackeln dann los in Richtung Supermarkt. Eine Gehweg gibt es hier leider nicht. Auf Grand Cayman gehen nicht viele Leute zu Fuß.

Wir kommen vorbei an einem Imbisswagen, der eine Art Döner verkauft. Der vegetarische Döner kostet hier acht Euro, der mit Fleisch sechzehn. Wir gehen lieber zum Supermarkt.

Der Supermarkt hat eine sehr große Salattheke, eine Theke mit warmen Gerichten, eine weitere Theke mit nur Fleisch, eine Smoothiebar und ein Kühlfach mit frischen abgepackten Gerichten. Max entscheidet sich für einen Salat und ein Wrap, ich entscheide mich für einen Kichererbsensalat und vegetarische Lasagne.

Zurück in der Wohnung kommt die Lasagne in die Mikrowelle und wir beschließen einstimmig, dass wir schon deutlich schlechteres Essen in Restaurants hatten. Für den stolzen Preis von 19€ hätten wir das Ganze in Deutschland vermutlich auch im Restaurant bekommen.

So geht unser erster Abend auf den Caymans satt, positiv gestimmt und in Erwartung viel zu hoher Ausgaben zu Ende.