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Tag: Montag der 14.01.2019 | Ort: Caye Caulker

Es regnet in unserem Bett

Max hat bereits in der Früh mehrere Telefonate. Beim ersten bleibe ich noch im Bett liegen und höre mit einem halben Ohr zu. Irgendwann tropft mir allerdings Wasser von oben auf den Kopf und ich rappel mich irritiert auf. Über mit hängt ein Bild und die Klimaanlage an der Wand. Mein erster Gedanke ist, dass Wasser an der Klimaanlage kondensiert ist und ich denke mir nicht viel dabei.

Als Max sein Telefonat beendet hat ist das Bett an einer Stelle bereits richtig nass. Gemeinsam inspizieren wir die Quelle des Wassers. Die Klimaanlage ist seltsamerweise trocken. Als wir das Bild unterhalb der Klimaanlage anheben, scheint uns nicht nur Licht entgegen. Dort war offenbar ein Fenster. Jetzt ist hier eine Spanplatte. Diese Spanplatte ist komplett verschimmelt.

Hotelzimmer voll Schimmel

Ausgehend davon nehmen wir die Mauer und die Wände genauer unter die Lupe. Was wir eigentlich für schlacht gestrichene Stellen und Schmutz gehalten hatten stellt sich als Schimmel heraus. Auch im Badezimmer sind Schimmelflecken an der Wand. Ich will gar nicht wissen, wie der Filter von der Klimaanlage aussieht.

Mir reicht es. Ich packe meine Sachen zusammen. Mit Max im Schlepptau gehen wir zur Rezeption und ich erkläre nachdrücklich, dass ich keine weitere Nacht in diesem Zimmer bleiben werde. Hinter uns steht ein Pärchen und hört interessiert zu. Als wir die Zustände fertig beschrieben haben erklären sie, sie hätten genau das gleiche Problem in ihrem Zimmer, gleich neben unserem.

Die Dame an der Rezeption nimmt unsere Beschwerde gelassen. Auf eine Entschuldigung warten wir vergeblich. Andererseits war der Schimmel bei näherer Betrachtung nicht zu übersehen, eine Entschuldigung wäre somit auch heuchlerisch. Wir sollen ihnen eine halbe Stunde Zeit geben, sie organisieren etwas, wird uns mitgeteilt.

Wir bekommen ein neues Zimmer

Knapp eine halbe Stunde später können wir dann auch unser neues Zimmer beziehen. Es ist deutlich schöner als unser bisheriges, moderner und sieht deutlich gepflegter aus. Auch kann ich bei einem ersten Rundgang keinen Schimmel entdecken. Allerdings liegt das Zimmer genau oberhalb unseres vorherigen Zimmers. Im Fußboden ist daher mindestens Schimmel vorhanden. Bleibt zu hoffen, dass er nicht durch die Fliesen kommt.
Ein weiterer Vorteil des Zimmers ist, dass es zwei Fenster hat und somit heller ist. Außerdem hat es eine Mikrowelle und einen Wasserkocher. Das ist schon sehr angenehm.

Trotzdem ist das Gefühl auf schimmeligen Wänden zu sitzen nicht gerade das angenehmste. Ich hoffen nur dass sie noch stabil genug sind, um die Mauern während unseres Aufenthalts zu tragen. Aber Risse sehe ich in der Mauer nicht.

Ein bisschen erleichtert sind wir dennoch. Zumindest kann man es hier gut aushalten und auch mal einen Tag arbeiten ohne trübsinnig und krank zu werden.

Nachdem das nun geklärt ist, gehen wir zum Waschsalon. Unser Wäschebeutel kostet 20 Beliz Dollar. Das sind knapp neun Euro und somit relativ viel und das Wäschewaschen auf Caye Caulker ist das teuerste auf unserer bisherigen Reise – abgesehen von einem Mal in Kuba, wo unsere Gastgeberin auch noch mit der Hand wusch.

Als wir zurück ins Hotel kommen sehen wir gerade noch, wie neue Gäste in einem der schimmeligen Zimmer verschwinden.


Unser Hotel auf Caye Caulker ist verschimmelt. Es ist der Horror