Oben

Datum: Freitag 25.01.2019 | Ort: San Ignacio

Wie kommt man nach Xunantunich?

Ich verschlafe schon wieder. Ich könnte momentan eigentlich dauernd schlafen, es ist furchtbar.

Zum Frühstück gibt es wieder Toast im Hotel. Dabei lernen wir auch zwei niederländische Journalisten kennen, die frisch hier abgestiegen sind. Man unterhält sich nett. Es ist wirklich nicht schwer auf Reisen neue Leute zu treffen.

Danach befragen wir uns an der Rezeption, wie wir am besten nach Xunantunich kommen – Bus nach Benque, Fähre, laufen, easy!

Das nächste Hindernis ist es allerdings einen Geldautomaten zu finden. Der direkt neben unserem Hotel funktioniert nämlich nicht. Wir irren einmal um die Innenstadt bis wir schließlich nch mehrmaligem fragen unweit zwei Banken direkt nebeneinander finden. Eigentlich sind sie auch unübersehbar ausgeschildert – wenn man weiß wohin man gucken muss.

Mit dem Bus nach Xunantunich

Der Bus steht bereits da, als wir wieder im Zentrum – am Welcoming Center- ankommen. Er ist nicht einmal halb voll und wir können in Ruhe einsteigen. Es riecht wie üblich nach Gras, aber daran haben wir uns inzwischen gewöhnt. Der Fahrpreis von San Ignacio nach Xunantunich beträgt 2 Belize Dollar pro Person, also nicht einmal einen Euro. Die Fahrt dauert ungefähr eine viertel Stunde. Dann werden wir an der Fähre herausgelassen. Der Name Fähre ist vielleicht etwas missverständlich. Den es ist ein schwimmender Steg, der auf dem Fluss hin- und hergekurbelt wird. Wäre er doppelt so lang, wäre er eine Brücke.
Die Überfahrt dauert entsprechend nicht einmal eine Minute.

Wir werden verdursten

Dann geht es einen Weg den Berg hinauf. Nach ein paar hundert Metern bekomme ich Durst und möchte das Wasser aus meiner Tasche holen. Ich wühle, doch ich finde keines. Ich seufze wohlwissend, was ich jetzt gleich wieder zu hören bekomme. Ja er hat es mir extra hingestellt, ich weiß es ja… Es dauert zum Glück noch einen halben Kilometer bis auch Max Durst bekommt und ich ihm beichten muss, dass das auch noch ein paar Minuten so bleiben wird.

Max schmiedet den kompletten Weg bis zum Eingang der Ruine Pläne wie wir dem sicheren Tod durch Verdursten jetzt noch entkommen können. Die naheliegendste Lösung ist der Kiosk neben dem Eingang. Mit drei Belize Dollar für den Liter ist das Wasser dort nicht ganz billig, aber kühl. Max trinkt genau einen Schluck, bis er mir die Flasche zum Einpacken gibt. So kurz vor der Dehydration war er also.

Xunantunich – Der Eintritt

Neben der Kasse ist eine kleine Polizeistation. Dann kommt das Kassenhäuschen, 10 Belize Dollar pro Person kostet der Spaß. Zuerst gehen wir in das kleine Museum. Darin gibt es ein paar nette Geschichten und Artefakte. Außerdem erzählen sie auch hier einige nette Dinge über den Totenkult, die die Infos aus Cahal Pech gestern ergänzen. So wurden die Toten nicht nur unter dem Fußboden gelagert, nein man hat sie auch gelegentlich von dort herausgeholt um Riten mit ihnen durchzuführen.

Xunantunich wurde übrigens um das Jahr 900 verlassen. Dafür ist die Anlage aber noch erstaunlich gut in Schuss. Natürlich wurde auch hier, wie in vielen Anlagen in denen wir inzwischen waren das ein oder andere restauriert, aber es fällt nicht so offensichtlich ins Auge wie bei Chichen Itza.

Die Ruinen von Xunantunich

Auf dem Gelände ist deutlich mehr los als in Cahal Pech, aber es ist nicht überlaufen. Die 40 Meter hohe Pyramide ist nicht nur toll von unten anzusehen, man darf auch komplett hinauf. Es gibt allerdings keine Frontaltreppe wie in Cahal Pech, Mayapan und Chichen Itza, sondern eher kleine verwinkelte Treppen, die immer nur ein weiteres Stockwerk hinauf führen. Außerdem gibt es ein paar Räume und einen Durchgang, in denen Fledermäuse an der Decke hängen.

Oben auf der Pyramiden erschließt sich uns ein weiter Blick ins Umland. Wir können bis nach Guatemala sehen. In der Ferne hören wir Brüllaffen schreien. Es ist toll hier oben und ich muss mich nach einiger Zeit beinahe mit Gewalt losreißen, um wieder nach unten zu gehen.

Der Rest des Geländes ist schön. Man kann noch auf zwei niedrigere Pyramiden hinauf. Im hinteren Teil ist auch hier wieder ein von Gebäuden umgebener Platz. Dort findet Max eine Lesebrille. Wir nehmen sie ein gutes Stück mit Richtung Eingang und drapieren sie dort gut sichtbar. Falls ihr Besitzer sie suchen sollte, kann er sie dort überhaupt nicht übersehen. Aber vermutlich lag sie schon länger herum.

Affen in Xunantunich

Dann treten wir den Heimweg an. Auf etwa halber Strecke raschelt es plötzlich in einem Baum am Straßenrand. Dort sitzt ein Brüllaffe. Als wir näher kommen, entdecken wir noch zwei weitere. Sie sitzen in Blätterdach und mampfen genüsslich das junge Grün.

Nach ein paar Minuten gesellen sich drei Autos mit Touristen zu uns. Die Affen interessiert das wenig. Sie schauen gelegentlich desinteressiert herüber und essen gemütlich weiter. Ich bekomme einen von ihnen tatsächlich sogar ganz gut vor die Linse.

Von Xunantunich nach San Ignacio

Auf der Fähre ist es voll. drei Kleintransporter und um die zwanzig Menschen werden hinauf gepackt. Es ist auch eine Gruppe Jugendlicher mit offensichtlich genervter Aufsicht dabei, die alles mindesten dreimal sagen muss, bis einer der Halbwüchsigen reagiert.

Neben der Fährstation ist eine Bushaltestelle. Ein Polizist erklärt uns freundlich dass wir hier warten können, er würde uns aber auch ein Taxi rufen wenn wir das lieber wollen. Wir danken ihm und warten auf den Bus. Nach etwa zehn Minuten taucht er in der Ferne auf. Wir haben ihn schon gesehen. Trotzdem kommt der Polizist nochmals extra zu uns um uns zu zeigen, dass dort unser Bus ist. Auch ein weiterer Mann, der mit uns gewartet hat, versichert uns, dass das unser Bus sei. Wir sind von so viel Fürsorge ganz gerührt.

Der restlichen Tag haben wir nicht mehr viel Programm. Als spätes Mittagessen gibt es nochmals indisch – ein Hund leistet uns dabei Gesellschaft. Zum Abendessen gibt es Salat und eine schwangere Katze leistet uns Gesellschaft. Bei Sonnenuntergang machen die Vögel vor unserem Fenster wieder wie jeden Abend Party. Es macht einen Heidenlärm und ich verstehe, dass die Leute von den Vögeln und ihren Hinterlassenschaften genervt sind. Aber es klingt so toll, ich könnte ihnen stundenlang zuhören!