Oben

Gerade haben wir fünf Tage im Dschungel von Tambopata verbracht, da geht es auch schon wieder weiter. An den Titicacasee soll es gehen, genau genommen nach Copacabana in Bolivien. 

Von Puerto Maldonado fahren wir mit dem Bus nach Puno an der peruanischen Küste des Titicaca Sees. Die Fahrt beginnt um 19:00 Abends und endet um 7:00 morgens. Wir fahren ungefähr 350 Kilometer und erklimmen dabei 3500 Höhenmeter. Wir fahren erste Klasse mit Rayna. Die Fahrt kostete pro Person 70 Soles, also knapp 25€. Viel Schlaf bekommen wir auch auf dieser Busfahrt nicht. 

Von Puno an die Grenze Kasani

In Puno angekommen spricht uns direkt beim Aussteigen ein Herr an, wo wir denn hin möchten. Wir erklären, dass es nach Copacabana gehen soll. Er bietet uns für umgerechnet 5€ pro Person einen Bus der Firma Titicaca an, der bereits 30 Minuten später gehen soll. Vermutlich gäbe es das Ticket irgendwo auch noch ein paar Soles günstiger, doch der Herr ist sehr hilfsbereit und erledigt sogar noch die Abgabe für die Nutzung des Terminals für uns (zwischen 1 und 2 Soles pro Person), so dass wir uns ein wenig ausruhen können. 

Beim Boarden des Busses erhalten wir zwei Blätter, eines für die Einreise und eines für den Zoll. Es werden die üblichen Informationen abgefragt. Beide Blätter sind auf Spanisch und Englisch. 

Die Busfahrt dauert ungefähr 2,5 Stunden, bis wir die Grenze erreichen. Dann wird eines unserer Blätter eingesammelt. 

Als nächstes werden wir ein eine Geldwechselstube geschickt. Wir bräuchten zwei Bolivianos pro Person um nach Copacabana einreisen zu dürfen. Wir wechseln unsere restlichen Soles und ein paar Dollar. 

Die Migration aus Peru

Dann geht es weiter zur Migration. Der Grenzbeamte wirft einen Blick auf den Stempel im Pass, macht ein Foto und stempelt dann den Ausreisestempel. Er freut sich besonders, dass wir  in die Kamera grinsen. Aus Peru auszureisen dauert genau eine Minute und wir mussten kein Wort sagen (Da könnte sich Honduras mal eine Scheibe abschneiden). 

Zu Fuß durchs Niemandsland zwischen Peru und Bolivien

Wir gehen zurück zum Bus. Unser Busfahrer schickt uns zu Fuß weiter durchs Niemandsland. Hier sitzen viele ältere Damen und verkaufen Snacks und Souvenirs am Straßenrand. 

Nach einigen Metern geht es durch ein steinernes Tor. Dahinter liegt eine kleine Ortschaft. Die Straßen sind staubig und löchrig, Die Häuser aus Tonziegeln wirken alle nicht ganz fertig. Viele sind über und über mit Tafeln behangen, auf denen die feilgebotenen Services angepriesen werden. Es gibt ein paar kleine Kioske, in denen Getränke und Kekse verkauft werden. Es ist auf den ersten Blick nicht unbedingt ersichtlich, welches der Gebäude die Immigration ist. 

Wir fragen einen Wachmann am Straßenrand, der nur wortlos auf ein etwas heruntergekommenes einstöckiges Gebäude mit weißem Anstrich und verblasster Beschriftung zeigt. 

Immigration nach Bolivien

In dem Gebäude gibt es zwei Schalter, die über und über mit verschiedenen Dokumenten zugegangen sind. Es ist finster hier und riecht staubig. An einem der Schalter wird gerade diskutiert. Anscheinend passen irgendwelche Einreisevoraussetzungen nicht, aber man einigt sich gerade gütlich. Es wird versichert, dass alles schon irgendwie funktioniert. 

Einreisebestimmungen Bolivien

Wir sind an der Reihe. Ein Herr mittleren Alters wirft einen gelangweilten Blick in unsere Pässe, macht wieder ein Foto von uns und wir bekommen den Einreisestempel mit den üblichen 30 Tagen für ein Erstvisum. Unser Einreisezettel wird ohne ihn eines Blickes zu würdigen auf einen hohen Stapel in einer Ecke abgelegt. 

Damit ist die Einreise nach Bolivien beendet ohne mit irgendjemanden ein Wort gewechselt zu haben. Für unsere Taschen interessiert sich übrigens auch niemand. 

Wir stellen uns an den Straßenrand und warten darauf, dass unser Bus kommt. Ein paar Straßenhunde leisten uns Gesellschaft und lassen sich in der Sonne den Bauch kraulen. 

Derweil beobachten wir einen stetigen Zug Einheimischer die aus dem Niemandsland kommen. Manche haben Lamas dabei, viele tragen große Bündel auf dem Rücken. Die Grenze interessiert von ihnen keinen. Sie alle laufen vergnügt schwatzend an den Gebäuden der Behörde vorbei. Die Sicherheitsleute auf der Straße interessieren sich nicht dafür. 

Nach ungefähr zehn Minuten kommt unser Bus. Er hält vor dem Schlagbaum. Der Busfahrer springt heraus und öffnet die Grenzschranke eigenhändig. Die Sicherheitsleute interessieren sich nicht dafür. 

Von Kasani nach Copacabana

Nun geht es weiter nach Copacabana. Am Ortseingang halten wir an und ein alter Mann läuft durch den Bus. Ein Soles oder zwei Bolivianos kostet es pro Person in den Ort zu kommen. Ob das eine offizielle Abgabe ist, wissen wir nicht. Der Mann bekommt unseren letzten Soles Münzen. Wir hätten also nicht extra Geld wechseln müssen. 

Dann sind wir in Copacabana am Titicaca See. 

Fazit: Grenzübergang Kasani

  • Wir mussten weder Ausreise noch Einreisegebühr bezahlen
  • Das Gepäck war allen total egal
  • Wir haben kein einziges Wort mit den Grenzern gewechselt
  • Es war alles sehr entspannt und unkompliziert