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Jeep fährt durch die Wüste in den Anden von Bolivien

Den Salar Uyuni zu besuchen, stand bereits von Anfang unserer Reise an auf der Bucketlist. Die rund 11.000 km² große Salzfläche ist die die größte Salzpfanne der Erde. Wie genau wir den Besuch anstellen sollen, war uns jedoch lange unklar. Zunächst schwebten uns mehrere Lösungen vor. 

Wir überlegten zunächst mit einem Leihwagen den Salar Uyuni auf eigene Faust zu erkunden. Dann jedoch lasen wir einige Berichte und sprachen auch in Facebook-Gruppen mit Leuten, die uns davon klar abrieten. 

Eine weitere Möglichkeit bestand darin die Salzwüste Uyuni ohne Tour von der Stadt Uyuni aus zu besuchen. Wir lasen von Kosten um die 40€ für einen privaten Fahrer für einen Tag von Uyuni aus. 

Andererseits wollten wir nach Bolivien und der Uyuni nach Chile weiterreisen. Daher bot sich schnell eine Tour von Uyuni nach San Pedro de Atacama an. 

Allerdings schreckten uns die Hotels der üblichen Touren ab. Wir wollten nicht bei Minusgraden in heruntergekommenen Schlafsälen mit geliehenen Schlafsäcken frieren. Für viele ist das vielleicht Teil des Abenteuers, doch wir waren gerade erst krank und haben zu viele Wertsachen dabei, um zu riskieren, dass etwas gestohlen wird. 

Entsprechend kam eigentlich nur eine luxuriöse Uyuni Tour mit Privatzimmern in Frage. 

Dann trafen wir uns mit Freunden in La Paz und als wir recherchierten, wie wir von dort nach Uyuni kommen sollten, stellten wir fest, dass es auch hier die Möglichkeit gab, das Ganze mit einer Tour zu verbinden. 

Also recherchierten wir nach Uyuni Touren von La Paz aus und  besuchten dort auch einige Tourbüros. Viele dieser Agenturen waren etwas abenteuerlich. Eine lag beispielsweise im zehnten Stock eines Wohnhauses. Leider sprachen allesamt relativ miserables Englisch. Die Preise variierten von 1200€ pro Person für eine reine Uyuni Tour bis etwa 250€ – ebenfalls für eine reine Uyuni Tour. Die Angebote von La Paz aus waren relativ mau. Als wir schon beinahe am verzweifeln waren, fand Jens noch einen Anbieter online. 

Am nächsten Tag besuchten wir die Agentur Banjo Tours in La Paz. Dort entschlossen wir uns für eine fünftägige Tour von La Paz über den Sajama Nationalpark, durch die Uyuni Salzwüste nach San Pedro de Atacama

Es gab drei Varianten zur Auswahl: Basic-, Gehobene- und Premiumunterkünfte. Die Basicunterkünfte bedeuten kalte Schlafsäle. Die Premiumunterkünfte in der Uyuni sind zwar toll, doch sehr teuer und weiter ab der Route, was gleichzeitig also auch längere Fahrzeiten im Auto und weniger Zeit bei den Sehenswürdigkeiten bedeutet. Wir entscheiden uns daher für die gehobenen Unterkünfte. Diese gibt es nur als Teil einer Privattour. Da wir zu viert sind, kostet diese 634$ pro Person. 

Unser Herz und die Reisekasse blutet etwas bei diesem Preis. zusätzlich zahlen wir für einen privaten Transfer von der Grenze nach Santiago de Atacama zu viert insgesamt  nochmals 160$. Bei der Alternative, dem öffentlichen Bus hätten wir einen halben Tourentag verloren. Inklusive in der Tour sind alle Unterkünfte, der Fahrer und alle Mahlzeiten. Einen englischsprachigen Tourguide haben wir nicht. Dieser hätte pro Person nochmals 200$ gekostet. 

Tag 1: La Paz nach Sayama

Unsere Tour beginnt um 7:30 Uhr. Unser Fahrer holt uns bei unserer Unterkunft ab. Dann geht es los in Richtung El Alto. El Alto ist ein ehemaliger Stadtteil von La Paz, der seit 1987selbstständig ist und inzwischen im Alleingang die zweit größte Stadt von Bolivien und die höchstgelegene Metropolregion der Erde darstellt. 

Da das Frühstück nicht inklusive ist, haben wir uns Brötchen vorbereitet, die wir auf der Fahrt essen. Durch El Alto zu fahren ist beeindruckend. Bisher hatten wir nur auf einer Seilbahntour einen kleinen Teil gesehen Die Ausmaße der Stadt hatten wir vollkommen unterschätzt. Doch schön ist die Stadt nicht, eher ärmlich und heruntergekommen. 

Unsere erste Pause ist nach etwas drei Stunden in dem kleinen Ort Patacamaya. Hier gibt es die Möglichkeit Getränke und Knabberzeug zu kaufen und es gibt Toiletten für 1Bs. 

Danach geht es weiter in Richtung Sajama. Die Landschaft wird zunehmend karger. Unterwegs halten wir bei Grabhügeln, sogenannten Chullpas. In den kleinen Türmen wurden die Stammesführer der Inka- oder ver vorangegangenen Tiwanaku-Kultur beerdigt. Die Öffnung geht in Richtung der aufgehenden Sonne nach Osten. Die Körper wurden in Fetal-Position in die Türme gesetzt. Man kann durch die Öffnungen in die Türme hineinsehen. Inzwischen liegen mehrere Skelette darin. Die Dorfbewohner haben die bestehenden Gräber genutzt und weiterverwendet. 

Am frühen Nachmittag kommen wir im Sajama Nationalpark an. Dieser kostet 100Bs pro Person Eintritt. Eintritte sind allesamt nicht im Tourenpreis inkludiert. 

Nach einem guten Stück auf einem Feldweg erreichen wir das kleines Dorf Sajama. Dort liegt unser Hotel für die Nacht – Sajama Hostal. Die Zimmer ähneln kleinen Hobbithöhlen aus Lehm. Im Hostal ist es ziemlich kalt. Es ist inzwischen etwa 13:30 Uhr und wir bekommen Mittagessen.

Danach geht es weiter. Zunächst fahren wir zu einem Feld mit Geysiren. Die Löcher brodeln kräftig vor sich hin. Schweflige Dampfschwaden ziehen herum. Es ist beeindruckend. 

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Danach fahren wir weiter zu einem kleinen Freibad am Fuße des Berges Sajama, das von heißen Quellen gespeist wird. Der Eintritt kostet 30Bs. Dazu gibt es gratis Leih-Handtücher. Bei Außentemperaturen knapp über dem Gefrierpunkt ist das Umziehen das Schlimmste. Das Wasser in den beiden Becken ist warm, aber auf Dauer rutschen wir immer näher richtung Zufluss, denn es wird irgendwann doch etwas frisch. Während wir baden, geht die Sonne unter und der Mond über dem höchsten Berg Boliviens, dem Sajama, auf. 

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Nun geht es an Horden von Lamas und Alpakas vorbei zurück ins Hotel. Nach dem Abendessen wollen wir duschen. Das Wasser wird aber nur etwas über lauwarm. Danach geht es ins Bett. Max spürt deutlich die einzelnen Federn der Matratze und beschließt oben auf den zahlreichen Decken zu schlafen. Wir haben mehrere Betten im Zimmer und somit genügend Zudecken. Dennoch wird die Nacht frisch. Auch die Höhe von 4200m macht uns zu schaffen uns wir müssen nachts Sorochi Tabletten nehmen um schlafen zu können. Die Tür unserer Höhle ist am nächsten morgen von einer feinen Eisschicht überzogen.. 

Tag 2: Sayama nach Jirira Village 

Heute ist der am wenigsten spannende Tag unserer Tour, denn heute gilt es Kilometer zurück zu legen. Entsprechend verbringen wir die meiste Zeit im Auto und betrachten die Landschaft, die an uns vorbeizieht.

Neben Lamas , Alpakas und Vikunjas sehen wir auch mehrere Nandus, eine Gruppe seltsamer Rebhühner, die sich vor uns über die Straße stürzt und am Abend sogar einen Schakal. Wir halten an einigen Lagunen. Da wir nahe der Chilenischen Grenze unterwegs sind müssen wir auch einige Straßenkontrollen passieren. Manchmal werden hier beim Macaya Village Gebühren in Höhe von 80 Bs fällig. Von uns will jedoch niemand Geld.

Die Landschaft ist karg und dennoch vielfältig. Mittagessen gibt es heute auf einer Klappbank auf einem Berg mit tollem Ausblick. Am Abend erreichen wir die erste Salzwüste, doch es ist schon zu dunkel, um etwas davon zu sehen. Unser Hotel, das Hostal Lupe wirkt von außen schäbig, doch entsteht hier gerade ein Neubau. Es gibt noch keine Geländer. Dadurch kann man an vielen Stellen im ersten Stock einfach abstürzen. Die Farbe an den Wänden ist teilweise noch nass. Doch die Zimmer sind weitestgehend fertig, warm und die Dusche ist richtig toll warm. Außerdem gibt es in diesem Hotel sehr gutes Essen in einem gemütlich warmen Speisesaal. 

Der Tag klingt zwar sehr unspektakulär, doch wir haben tolle Fotos gemacht und er war sehr anstrengend. 

Tag 3: Jirira Village nach Ajencha Village – Über den Salar de Uyuni

Der Tag beginnt mit einem hervorragenden Frühstück. Es gibt Pancakes und Obst. Gut gelaunt geht es daher wieder weiter. Unser erster Stop ist nicht weit entfernt. Es geht zu einem kleinen Museum. 15 Bs kostet der Eintritt pro Person. Es gibt nicht so viel zu sehen. In einem Raum gibt es ausgestopfte Tiere (Keine Dermoplastiken, entsprechend sehen sie sehr deformiert aus). Außerdem kann man sich traditionelle Werkzeuge und Kleidung ansehen. Im Vorhof kann man selbst ausprobieren Quinoa zu mahlen. 

Dann gehen wir in den Garten am Grundstück daneben. Hier gibt es sehr hübsche Kakteen und einige Skulpturen. Dann zeigt und unser Fahrer hinter einem Türchen in einem Felsen drei Skelette. Diese liegen hier schon seit rund 1200 Jahren in einer natürlichen kleinen Höhle. Es ist etwas makaber aber inzwischen sind wir abgebrüht. 

Nun fahren wir weiter in die Salar Uyuni hinein. Wir halten an der Insel Inkahuasi, die Kakteeninsel im Salar Uyuni. Der Eintritt kostet 30 Bs. Hier stehen Kakteen, die bis zu 1200 Jahre alt sind und über 12 Meter hoch. Der Ausblick auf den Salar ringsum und die Kakteen ist beeindruckend. 

Danach gibt es Mittagessen windgeschützt zwischen zwei anderen Inseln auf dem Salar. Anschließend haben wir die Möglichkeit die Inseln noch etwas zu erkunden. Sie sind sehr karg und wir wollen lieber Fotos auf dem Salar machen also lehnen wir ab. Wir fahren weiter in die Uyuni hinein bis wir an eine Stelle kommen, an der es keine Berge mehr am Horizont gibt. Die nächsten Stunden verbringen wir damit Fotos zu machen. Es ist deutlich schwerer als erwartet alle Gegenstände und Personen in eine perspektivisch sinnvolle Position zu bekommen, doch einige der Ergebnisse können sich durchaus sehen lassen.

Dann mahnt uns unser Fahrer zum Aufbruch. Wir fahren ein Stück, dann halten wir unerwartet erneut. Die Sonne geht gerade über den Bergen des Salar unter. Während wir den Sonnenuntergang zusehen, trudeln nach und nach weitere Autos ein. Wir machen leise Musik an und unser Fahrer packt Rotwein, Chips und Schokolade aus. Wir tanzen, machen Fotos und genießen den Anblick. Derweil geht am gegenüberliegenden Horizont gerade der Mond auf und der Anblick am purpurfarbenen Himmel ist beinahe sogar noch besser. Leicht angeheitert geht es weiter zum nächsten Hotel. 

Es ist ein Salzhotel, die Ecolodge Ajencha. Zunächst müssen wir feststellen, dass in unserem Zimmer der Riegel des Fensters kaputt ist, das direkt neben der Pforte des Hotels liegt. Wer mag, kann von der Straße einfach in unser Zimmer spazieren. Das ganze wird jedoch von unserem Fahrer (nicht vom Hotel) repariert, als wir uns beschweren. Außerdem ist es sehr kalt in den Zimmern. Das Hotel hat jedoch Gasbrenner die man leihen kann. Die nächste Enttäuschung ist das Abendessen. Für mich als Vegetarierin ist es wie all die Tage etwas spartanisch aber okay. Die Fleischesser der Gruppe haben jedoch das Nachsehen, denn egal ob zwei oder vier Personen, alle Tische bekommen die gleiche kleine Auflaufform mit Lomo Saltado auf den Tisch gestellt. Obwohl Stefanie fast nichts isst, werden Max, Jens und unser Fahrer nicht einmal annähernd satt. Unser Fahrer kann bei der Küche noch einen Nachschlag aushandeln, doch auch damit ist das Abendessen alles andere als reichhaltig. 

Zurück im Zimmer duscht Max kurz. Das Wasser ist sehr warm. Als ich eine halbe Stunde später duschen möchte, kommt nur noch kaltes Wasser aus der Leitung. Die Matratzen sind auch in diesem Hotel durchgelegen, so dass wir wieder auf den Decken schlafen. Dank Gasbrenner wird es nicht ganz so kalt. 

Tag 4: Von Ajencha ins Eduardo Avaroa Reserve

Das Frühstück am nächsten Tag fällt auch eher karg aus. Generell wäre es nicht schlimm gewesen, doch die Leute am Nachbartisch bekommen ein deutlich reichhaltigeres Angebot als wir. Das macht uns doch etwas stutzig. Anscheinend gibt es hier verschiedenen Pakete, die die Touranbieter ohne Vorabstimmung mit den Reisenden buchen. Wer einen spendablen Anbieter hat, bekommt Obst, Wurst und Käse. Wer einen weniger spendablen Anbieter hat, muss sich mit Buttertoast, Rührei, Haferflocken und Trockenmilch begnügen. 

Wir brechen um 7:30 auf. Heute sehen wir mehrere Lagunen. Einige davon werden von Flamingos besiedelt. Manche sind beinahe verlassen, andere wahre Touristenhotspots. An einer zunächst etwas unansehnlichen Lagune machen wir Rast für das Mittagessen, das unsere Fahrer in Boxen im Kofferraum hat. Als wir anschließend ein paar Fotos machen, stellen wir fest, dass die Lagune wahnsinnig fotogen ist.

Nach dem essen weir die Landschaft wieder karger. Wir fahren bei einigen Steinen vorbei. Einer hat die Form eines Baumes und ist ein beliebtes Postkartenmotiv. Ein Andenfuchs schleicht dort am viel frequentierten Parkplatz herum. Er wurde offenbar von Touristen angefüttert und geht nun auf jeden los., der Essen in der Hand hält. Wir halten etwa Sicherheitsabstand. Das Tier ist allerdings aus unserer Sicht deutlich interessanter und fotogener als die Steine. 

Später halten wir an einem Park aus rotem Lavagestein. In der Ferne qualmt ein Vulkan vor sich hin. In dieser Marslandschaft wachsen grüne kugelige Pflanzen. Sie wachsen nur etwa einen Millimeter pro Jahr. Eine von ihnen, die von Touristen ständig angetatscht wird, ist bereits über 1000 Jahre alt. Ob sie nochmals so lange durchhält bei all den Besuchern ist jedoch fraglich. 

Einige Lagunen später geht es in den Nationalpark Eduardo Avaroa Reserve. Dieser kostet 150 Bs Eintritt. Am späten Nachmittag kommen wir an der Laguna Colorada an. Die Lagune ist sehr touristisch und leider sind die Parkplätze an dem Ufer, an dem man die Spiegelung der Berge schlechter sieht. Auf der Lagune gibt es Unmengen an Flamingos in drei verschiedenen Spezies. Ansonsten kann sie uns wenig begeistern, zumal es hier wahnsinnig kalt ist. 

anschließend geht es zu unserem Hotel. Wir haben bereits etwas Sorge, da es uns als das schlechteste der Tour angekündigt wurde. 

Das Gabäude der Simple Mountain Lodge  ist ordentlich, jedoch kein bisschen isoliert. vor allem die Plexiglasscheiben im Dach lassen alle Wärme ungehindert passieren. Im Speiseraum gibt es einen Heizpilz. Wir bekommen warmen Tee und Kekse zur Begrüßung. Die Zimmer sind eisig, das Wasser aus der Dusche ebenfalls. Das Abendessen hier ist wiederum abhängig vom Touranbieter. Zwei der Tische bekommen Spaghetti, wie bekommen Gemüse, Fleisch und Kartoffeln. Für mich als Vegetarierin gibt es zudem eine seltsame braune Masse, die sehr nach Mehl und Öl schmeckt und auf die ich lieber verzichte. Die Nacht ist wie erwartet eisig ohne Heizung in den Zimmern. Daher schlafen wir alle lieber in Klamotten. Damit lässt es sich aushalten. Jedoch bekommen wir erneut Probleme mit der Höhe und müssen auch heute Nacht wieder Tabletten gegen die Höhenkrankheit einnehmen. 

Tag 5: Eduardo Avaroa Reserve nach San Pedro de Atacama

Auch beim heutigen Frühstück zeigen sich wieder Unterschiede. Wir sehen darüber hinweg, denn wir wollen einfach nur wieder ins Warme und runter von der Höhe. Doch die höchste Stelle unserer Tour steht uns heute erst noch bevor. Zunächst verzögert sich jedoch die Abfahrt, denn durch die Kälte ist der Reifendruck in unserem Allrad-Toyota zu sehr gesunken und die Reifen müssen erst wieder aufgepumt werde. 

Dann geht es los. Ein weiteres Mal fahren wir durch unwirklich erscheinende Marslandschaften. Dann halten wir bei einem Geysirfeld. Graue Pampe blubbert in offenen Pools und an einigen Stellen tritt heißer Dampf aus dem Boden aus. Wir laufen recht unbedarft herum und machen Fotos. Dann erzählt unser Guide, dass hier schon drei Touristen tödlich verunglückt sind. Nun halten wir doch lieber etwas mehr Abstand zu der schwefligen Suppe.  

Es geht weiter zu einem Freibad an einem See, das von heißen Quellen gespeist wird. Hier spaltet sich unsere Gruppe in die Entdecker und die eher Gemütlichen. Während Jens und ich ins warme Wasser hüpfen, bleiben Max und Steffi skeptisch am Rand des Beckens stehen. Das Wasser hier ist so warm, dass wir weder im Wasser fieren noch beim herausgehen. Die Außentemperaturen liegen um den Gefrierpunkt, doch wir sind vom Wasser so aufgeheizt, dass wir warm bleiben, bis wir die warme Kleidung wieder anhaben. 

Nach dem Bad geht es weiter zu einigen Lagunen. Eine ist hellblau und voller Arsen, die andere ist beinahe weiß und großteils zugefroren

Nach den Lagunen endet unsere Tour mit einem letzten gemeinsamen Mittagessen mit unserem Fahrer in einem kleinen Restaurant an der Grenze. Danach werden wir am kleinen bolivianischen Grenzhäuschen einem Fahrer aus Chile übergeben, der uns nach San Pedro de Atacama bringt. Im Rückspiegel sehen wir unseren Fahrer noch einige Zeit winken. Wir haben ihn alle sehr ins Herz geschlossen. Leider hatte unser Spanisch nie für tiefgreifendere Gespräche gereicht. 

Für ihn geht es nun sieben Stunden Fahrt zurück nach Uyuni. Für uns geht es über die Grenze nach Chile. In Bolivien bekommen wir ohne Fragen innerhalb weniger Sekunden einen Ausreisestempel. Dann fahren wir etwa fünf Kilometer durchs Niemandsland nach Chile. Auch die Einreise nach Chile ist unkompliziert. Statt einer armseeligen Stube ist der chilenische Grenzposten eine Art Marsstation, in die man mit dem Fahrzeug hinein fährt. Es gibt ein warmes Büro, Tische um das Gepäck zu prüfen und im Hintergrund Kickertische und eine Hantelbank, damit sich die Beamten die Zeit vertreiben können.

Die Einreisedokumente haben wir schon im Bus bekommen und ausgefüllt. Da wir weder frische Lebensmittel, noch andere landwirtschaftliche Produkte mitführen, unsere Drohne unter 2kg wiegt und Jens Kaffeemaschine nur eine Kaffeemaschine ist,  gibt es auch keine Probleme mit dem Gepäck. 10.000$ in bar kann leider auch keiner von uns vorweisen. 

Nach einem kurzen Blick in unseren Taschen und einigen Scherzen mit den Beamten dürfen wir passieren. Als wir anfahren, rollt unter dem Fahrersitz eine Orange hervor. Vermutlich wurden wir also gerade als Strohmänner für den illegalen Orangenschmuggel missbraucht. Mit unserem Schmuggelgut an Bord geht es eine extrem gut ausgebaute Straße in die chilenische Hochebene hinab. Wir kommen in San Pedro de Atacama an. 

 Zusammenfassung: 

Anbieter

  • Touranbieter: Banjo Tours
  • Ausführender Subunternehmer: Sol Andino

Hotels: 

  • Sajama Hostal –  Sajama Village: Putzige Hobbithöhlen als Zimmer, Unbequeme Betten, Lauwarmes Wasser, nachts sehr kalt. 4200m
  • Hostal Lupe – Jirira Village: Neubau. Warme Zimmer, warme Duschen, bequeme Betten, gutes Essen. 3650m
  • Ecolodge Ajencha – Ajencha village: Betten mäßig bequem, Warmwasser nur teilweise verfügbar, Auf Anfrage Gasheizung für die Zimmer, zu wenig Essen. 3600m
  • Simple Mountain Lodge – Laguna Colorada: Kein Warmwasser (ca 25°C), Betten okay, Essen gut, Sehr kalt – nicht isoliert und ohne Heizung! 4300m

Kosten pro Person (bei 4 Personen)

  • Tour: 634$ US
  • Privater Transport nach San Pedro de Atacama: 40$ US
  • Toiletten unterwegs: ca. 15 Bs
  • Eintritt Sajama Nationalpark: 100 Bs
  • Eintritt Hot Springs: 30 Bs
  • Gebühr Macaya Village: evtl 80 Bs (wurde bei uns nicht fällig)
  • Eintritt Cocueza Viewpoint: 30 Bs (haben wir nicht angefahren)
  • Eintritt Museum: 15 Bs
  • Eintritt Incahuasi Island: 30 Bs
  • Eintritt Eduardo Avaroa Reserve: 150 Bs
  • Eintritt Hot Springs: 6 Bs

Was man unbedingt zur Uyuni Tour von La Paz mitnehmen sollte

  • Wasser: Es gibt wasser zu den Mahlzeiten aber das ist zu wenig. In der Höhe muss man viel trinken
  • Warme Kleidung: Die Temperaturen liegen tags und nachts oft nicht über dem Gefrierpunkt. Zudem ist es windig.
  • Sonnenschutz: Die Sonne ist in der Höhe deutlich aggressiver und gerade die Uyuni wirkt wie ein Spiegel. Auch eine Sonnenbrille sollte man unbedingt einpacken. 
  • Knabberzeug / Proviant: Wenn man den ganzen Tag unterwegs ist, bekommt man auch zwischen den Mahlzeiten hunger
  • Decken: Wir waren froh noch jeder eine zusätzliche Decke dabei zu haben. Auch im Auto ist es gelegentlich angenehm sich zuzudecken. In den billigen Unterkünften würden wir zu einem guten Schlafsack raten.
  • Wärmflasche / Taschenwärmer: Wenn man müde ist wird man oft trotz Decken schon gar nicht mehr von alleine warm. 
  • Kamera: Es gibt tolle Fotomotive
  • Powerbank & Taschenlampe: Viele Hotels haben nachts keinen Strom. 

Fazit: von La Paz durch den Salar Uyuni nach San Pedro de Atacama

Die Tour war definitiv ein unvergessliches Erlebnis. Wir haben viele neue Dinge gesehen, vor allem Tiere und Landschaften die uns absolut begeistert haben. In den fünf Tagen Tour sind beinahe 4000 Fotos entstanden. Dennoch sollte man nicht unterschätzen, wie anstrengend die Tour ist. Die Kälte in Kombination mit der Höhe sind für den Körper eine extreme Belastung. Wir sind daher sehr froh, dass wir die besseren Hotels für unsere Tour gewählt haben und das Auto nur zu viert mit Fahrer hatten. Das gleiche Auto würde auch für sechs Personen verwendet, indem eine Sitzreihe im Kofferraum  eingebaut wird. In dem Fall ist der Komfort im Auto deutlich geringer. Gerade am zweiten Tag konnten wir aber schon auf den besseren Sitzplätzen beinahe nicht mehr sitzen. Unsere Hotels waren nicht komfortabel und geschlafen haben wir die meisten Nächte nicht gut. Wir möchten gar nicht wissen, wie die Nächte in der Preisklasse darunter gewesen wären. 

Dennoch würden wir die Tour mit zwei Einschränkungen jedem empfehlen:  Für die Tour sollte man unbedingt in einer guten körperlichen Verfassung sein (keine Erkältung etc.) und man sollte unbedingt an die Höhe gewöhnt sein.  

Nachwort: Unser besonderer Dank geht an Paradies Partner (ig: @paradiespartner) für die tolle Gesellschaft und witzigen gemeinsamen Fotos 😀