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Die Geschichte des Mitad del Mundo

Im Jahre 1736 vermaß eine europäische Expedition unter Charles Marie de La Condamine erstmals  den Äquator in Südamerika. Ob die indigene Bevölkerung bereits vorher wusste, wo der Äquator liegt, lassen wir mal dahingestellt. Die Expedition führte nach Ecuador, da die Hochanden die einzige Region entlang des Äquators war, in der  man ihn ordentlich vermessen konnte. Denn in den Hochanden gibt es viele natürlich Landmarken in Form von Bergen an denen man sich orientieren kann und anhand derer man den Verlauf der Sterne festhalten kann. Der restliche Äquator war 1736 noch komplett mit Regenwald zugewuchert und ist es zum Glück auch noch bis heute.

Der Expedition gelang es den Äquator bis auf 270 Meter genau festzulegen, was bei einem Erdumfang von über 40.000 Kilometern doch für diese Zeit erstaunlich exakt war. Erst mit der heutigen Satellitenvermessung gelang es den Äquator noch ein wenig genauer zu bestimmen.

Das 30 Meter hohe Monument, dass zu Ehren der Expedition heute am Äquator liegt, liegt auf der ursprünglich gemessenen Äquatorlinie, also 270 Meter abseits des eigentlichen Äquators. Das erste Monument wurde 1936 errichtet, also  200 Jahre nach der Vermessung des Äquators. Vermutlich war es in erster Linie aber nicht zu  Ehren der Expedition, sondern die Idee eines findigen Bürgermeisters, der damit den Tourismus in seiner Region ankurbeln wollte. Der Plan ging auf und das Äquator Denkmal ist heute die meistbesuchte Sehenswürdigkeit Ecuadors. In den Jahren 1979 und 1982 wurde das ursprüngliche Denkmal durch das heutige Monument ersetzt.

Wie kommt man von Quito zum Äquator Denkmal

Quito liegt ein wenig unterhalb des Äquators. Am einfachsten kommt man mit dem Bus nach Mitad del Mundo.

Dazu nehmt ihr zum Beispiel die Buslinie 207. Diese fährt in Quito die Avenida Antonio José de Sucre entlang, dann in die Manuel Cordova Galarza. Beachtet, dass die Bushaltestellen oft nicht unbedingt als solche erkennbar sind. Unsere Bushaltestelle war beispielsweise ein zentraler Busknotenpunkt und nicht mehr als eine platt getretene Verkehrsinsel ohne Schild und mit einer fast verblassten [ BUS ] Markierung auf der Straße. Die Bushaltestellen mit den jeweiligen Buslinien findet ihr in Google Maps, die für euch beste Route könnt ihr in der App Rome2Rio finden, die in Ecuador erstaunlich gut gut funktioniert.

Die Bushaltestellen sind nicht unbedingt als solche erkennbar

Aussteigen müsst ihr nach ungefähr einer Stunde am (zweiten) großen Kreisverkehr, an einem großen flachen Holzgebäude. Die Haltestelle ist die einzige, die nach touristischer Bushaltestelle aussieht. Gezahlt wird bei den Fernbussen übrigens im Bus bei einem Kassierer mit blauem Hemd, der durch den Bus läuft. Der Bus 207 kostet 0,40$ . Falls ihr ein Stück mit der zentralen Buslinie in Quito fahrt, auch am Busbahnhof, müsst ihr vor dem Einsteigen zahlen. Die Fahrten innerhalb Quitos kosten 0,25$.

Busfahrten in Ecuador sind sehr unterhaltsam. Ständig steigen Straßenhändler ein, die die seltsamsten Produkte anpreisen (z.B. Halspastillen gegen Impotenz) oder Straßenmusiker spielen mit oft herausragendem Können ecuadorianische Volkslieder. Langweilig wird die Fahrt daher nicht. Da die Busse manchmal etwas voll werden, kann es jedoch sein, dass man einige Zeit stehen muss. Die Fahrt mit dem Bus dauert etwas über eine Stunde.

Alternativ dazu könnt ihr auch ein Taxi nach Mitad del Mundo nehmen, das nicht mehr als 15$ kosten sollte oder ein UBER, das Euch etwas mehr Preissicherheit gibt. Die Fahrt mit dem Auto oder Taxi nach von Quito Mitad del Mundo dauert eine halbe Stunde.

Was gibt es beim Äquatordenkmal zu sehen?

Am Äquatordenkmal gibt es zahlreiche Fotospots

Das Äquatordenkmal in Mitad del Mundo ist ein 30 Meter hoher Turm. Außen herum gibt es einen ganzen Park mit kleinen Häuschen, in denen Restaurants, Ausstellungen und Souvenirshops untergebracht sind.

Der Eintritt zum Äquatordenkmal kostet 5$ pro Person.

Durch das komplette Gelände läuft eine gelbe Linie, die den Äquator repräsentieren soll, Allerdings liegt diese wie oben beschrieben rund 270 Meter zu weit im Süden.

Wer Drohnenaufnahmen auf dem Gelände machen Möchte, kann dies übrigens tun, muss sich jedoch zuvor eine Genehmigung bei der Information oder im Eingangsbereich des Denkmals geben lassen.

Die Beschreibungen der verschiedenen indigenen Stämme sind teilweise etwas befremdlich

Im Äquatordenkmal selbst kann man mit einem Aufzug zur Spitze fahren. Wenn man anschließend die Treppen wieder hinab läuft, kommt man in ein kleines Museum, das die Geschichte des Äquators, Wissenswertes über die Bevölkerung Ecuadors und einige physikalische Experimente zum Thema Magnetismus und Corioliskraft beinhaltet.

Informationen zu der Fauna Equadors

Die Ausstellungen abseits des zentralen Museums sind teilweise putzig (Miniaturmuseum) und teilweise recht spartanisch (Planetarium). Das Essen auf dem Gelände war gut, ein bisschen teurer aber es ist witzig auf dem “Äquator” zu essen.

Lohnt sich das Äquatormuseum Intiñan Solar?

Mit dem Rücken zum Äquatordenkmal links findet man eine Straße neben dem Äquatordenkmal am Ende eines Schotterwegs das Museum Intiñan Solar. Dies ist ein privates Museum. Die Dinge die man hier sehen kann sind denen im Äquatordenkmal sehr ähnlich, allerdings ist im Eintrittspreis von 4$ eine Führung auf Englisch oder Spanisch inklusive.

Groß ist das Museum nicht, aber die Führung, bei der man auch lernt Schrumpfköpfe herzustellen, ist ganz witzig. Man lernt etwas über die indigenen Stämme Ecuadors, ein wenig über die Fauna und kann dann ein paar Experimente an der echten Äquatorlinie machen. Diese sind zwar großteils gefaked, aber es ist dennoch witzig.

Ein 170 Jahre alter Schrumpfkopf neben dem Schrumpfkopf eines Faultiers

Der Äquator ist ein breiter Streifen. Daher kann bei einem Meter Abweichung die Corioliskraft weder die Flussrichtung von Wasser noch eure Kraft noch ein Ei beeinflussen. Die Wasserstrudel im Museum werden verursacht von der Einschüttrichtung des Wassers und der Position der Wanne. In Australien und Europa spielt dann allerdings wirklich die Corioliskraft eine Rolle.

Eine senkrechte Sonnenuhr braucht am Äquator zwei Seiten

Das Museum  Intiñan Solar ist zwar keine große Offenbarung, aber es ist witzig und nicht so trocken, wie die Ausstellung im Äquatordenkmal. Außerdem kann wer will, sich hier mit einem Stempel im Ausweis beglaubigen lassen, dass er wirklich am Äquator war.

Hier verläuft der echte Äquator.

Wie komme ich von Mitad del Mundo zurück nach Quito

Um zurück nach Quito zu kommen geht ihr zurück zu der Bushaltestelle an der ihr ausgestiegen seid (gleiche Fahrtrichtung, da die Busse anschließend im Kreisverkehr wenden). Dort fragt ihr am besten in den Bussen, die alle paar Minuten kommen, ob sie zurück nach Quito fahren. Normalerweise steht es auch links unten in der Windschutzscheibe.

Die Buslinie ist auch hier wieder die 207 und die 0,40$ sind auch hier wieder im Bus zu zahlen. Allerdings kann es sein, dass der Bus nun direkt zum Busdepot in Quito fährt und ihr von dort mit der zentralen Buslinie innerhalb Quitos in Euren Stadtteil zurückfahren müsst. Vergesst nicht für die Fahrten innerhalb Quitos 0,25$ im Voraus am Schalter zu bezahlen.

Unser Fazit von Mitad del Mundo

Der Ausflug nach Mitad del Mundo ist nicht weltbewegend. Das Denkmal ist noch relativ neu, steht am falschen Ort und versucht historisch bedeutsamer zu wirken, als es tatsächlich ist. Allerdings ist die Fahrt nach Mitad del Mundo von Quito aus mit dem Bus sehr günstig und macht Spaß auf der gelben Linie zu balancieren und Fotos zu machen. Auch das Museum macht Spaß, aber die Informationen sind weder im Äquator-Denkmal-Museum noch im Intiñan Solar Museum wirklich tiefergehend. Wer also fundierte tiefergehende Informationen über Anthropologie oder Physik erwartet wird enttäuscht. Es sind eher einige nette Nice-To-Knows und einiges skurriles Beiwerk.

Außerdem sollte man im Hinterkopf behalten, dass der Äquator eben über 40.000 Kilometer lang ist. Daher ist es fast ein bisschen lächerlich genau um diesen Punkt so einen Hype zu machen.