Oben

Die Anfahrt mit einer Tour zum Chicaque Naturpark.

Um 5:30 klingelt der Wecker. Nachdem ich bei unserer letzten Tour fürchterlich gefroren habe, habe ich heute aufgerüstet: Top, Shirt, Hoody, Leggins, Regenhose, Regenjacke. So eingepackt geht es los. Snacks, Wasser und die Kameras haben wir auch dabei. Unser heutiges Ziel ist der Chicaque Nebelwald nahe Bogota.

Wir rufen ein UBER, es ist gerade sechs Uhr, und fahren damit zu einem Einkaufszentrum, vor dem wir uns mit unserem Guide treffen. Wir sind zehn Minuten zu früh dort. Eine Frau verteilt Gratiszeitungen, viele Pendler laufen an uns vorbei. Unter der nächsten Brücke verkaufen einige blasse Gestalten Bonbons. Die meisten von ihnen sind Venezolaner, die sich damit versuchen über Wasser zu halten, bis sie in ihre Heimat zurückkehren können. An jeder Ampel verkaufen sie Kekse, jonglieren oder waschen sie Autoscheiben. Doch anscheinend ist dieses Leben besser als die Not in der Heimat.

Ein silberner Renault Duster hält vor uns am Straßenrand. Ihr lest richtig, Dacia gibt es in Kolumbien nicht. Wir steigen ein und Calos begrüßt uns gut gelaunt. Sein Englisch ist etwas gebrochen und ein wenig umständlich, aber gut verständlich. Wir fahren los.

Wir fahren durch heruntergekommen Außenbezirke und den Nachbarort Soacha, der noch nicht in Bogota eingemeindet wurde, aber nahtlos in die Großstadt übergeht. Die Straßen hier sind in einem sehr schlechten Zustand. Die Häuser sind heruntergekommen. Einige moderne Wohnblöcke stehen dicht an dicht an dicht hinter hohen Zäunen, die von Natodraht gekrönt werden. Es gibt wenig Grünflächen und sehr viel Stau auf den Straßen. Motorradfahrer schlängeln sich zwischen den Autos hindurch. Einer rammt dabei unseren Seitenspiegel. Dies sind die Gegenden, in die man sich als Tourist nicht verirren wird und sollte.

Dann plötzlich endet der Ort Soacha in einer Kuhweide. Bunt gefleckte Kühe liegen im Gras und kauen gemütlich vor sich hin. Einige sind bunt gesprenkelt und haben auf dem weißen Fell braune und schwarze Tupfen. Diese Kühe gefallen mir am besten. Wir fahrn weiter.

Die Gegend außerhalb von Bogota wird schnell ländlicher. In der Ferne liegen Berge im Dunst. Auf ausgedehnten Wiese stehen Kühe herum und grasen in d er Morgensonne. Ein Farmer bestellt mit seinem Traktor ein Feld. Die Hauptstraße hier ist in einem guten Zustand. Verkehr gibt es nur wenig.

Nach nur wenigen Kilometern biegen von der Landstraße auf einen Schotterweg ab. Diesem Schotterweg folgen wir ein gutes Stück. Zwischenzeitlich gibt es eine löchrige Teerdecke. Dann erreichen wir einen großen Parkplatz.

Am Wochenende gibt es auch ein Shuttle aus Bogota zum Chicaque Park. Entsprechend ist es dann jedoch deutlich voller. Mit den regulären Bussen aus Bogota kommt man leider nur bis an die Hauptstraße und muss dann noch drei Kilometer zum Parkeingang zu Fuß laufen.

Beinahe verlassen liegt der Parkplatz des Chicaque Park am frühen Morgen unter der Woche da

Der Eintritt zum Chicaque Naturpark

Die Sonne scheint und bevor es los geht essen wir jeder einen Müsliriegel. Hier am Parkplatz gibt es ein Restaurant mit Tagungszentrum, Toiletten und ein wenig unscheinbar den Eingang zum Chicaque Park in einem flachen gelben Gebäude.

Wir sollen uns dehnen, denn wir gehen jetzt ein gutes Stück bergab erklärt und Carlos. Also hampeln wir ein wenig unbeholfen herum. Dann bekommen wir ein pinkes Armband. Es ist unser Eintritt aber gleichzeitig auch eine Versicherung. Die Nummer darauf sollen wir im Notfall anrufen, dann werden wir ins nächste Krankenhaus gebracht. Klingt nicht so richtig zuversichtlich aber sehr vernünftig. Der Eintritt ist bei unserer Tour inkludiert. Ansonsten kostet er je nach Saison zwischen 15.500 und 17.000 COP.

Der Chicaque Park ist übrigens nur ein Naturpark und kein Nationalpark. Denn der ganze Park ist in privatem Besitz. Jedoch arbeiten der Staat und die Besitzer zusammen dieses schöne fleckchen Erde auch in Zukunft zu schützen.

Porteria Camping Chicaque Naturpark

Direkt neben dem Eingang gibt es den ersten Campingbereich im Chicaque Park. Dieser heißt Camping Porteria und kostet 33.500 COP pro Nacht und Person. Doch bis auf ein Schild, sehen wir nichts vom Campingplatz. Unser Guide erklärt uns, er findet den unteren Campingplatz besser, da dieser über richtige Duschen und Klos verfügt. Hier beim Porteria Camping gebe es nur Kompostklos. Wie weit sich unser Guide auskennt, wissen wir leider nicht.

Die Wege im Chicaque Naturpark

Insgesamt gibt es 20km Wanderwege im Chicaque Naturpark. Zunächste geht es einige Treppen hinab. Dann kommen wir direkt an eine Aussichtsplattform. Vor uns liegt das komplette Tal mit vielen kleinen Dörfern ausgebreitet. Der Ausblick ist beeindruckend. Gegen Mittag kommen die Wolken, dann sieht man hier nichts mehr. Daher sind wie schon so früh hier, erklärt unser Guide Carlos.

Bevor die Wolken aufziehen ist der Ausblick von der Aussichtsplattform im Chicaque Park genial

Es folgen weitere Treppen. Wir gehen nicht wirklich in das Tal das wir soeben gesehen haben – eher in dessen Ausläufer zwischen den Berghängen. Die Vegetation ist hier mehr als üppig. Jeder freie Zentimeter Licht wird von Bäumen, Sträuchern, Gräsern, Rankpflanzen und Aufsitzerpflanzen ausgenutzt, die wie eine grüne Wand neben den schmalen Wegen stehen und ihn teilweise auch etwas überwuchern.

Die Wege sind zunächst gepflastert. Jedoch wird das Pflaster schnell von Naturstein abgelöst. Außerdem gibt es eine grob betonierte Straße, die wir teilweise entlang laufen und  auf der uns ein paar Jeeps,auf ihrem Weg zur Lodge begegnen.

Die Wege im Chicaque Park sind rutschig. Hier ist Nebelwald, ein immer feuchtes Milieu. Max kommt heute mit seinen Turnschuhen ausnahmsweise sehr gut klar. Mit meinen Trailrunnern rutsche ich nur selten. Doch sind auch die nicht für glatte, glitschige Steine gedacht. Unser Guide trägt Trekkingstiefel. Man sollte meinen, dass er damit gut klar kommt, doch die Trekkingschuhe stellen sich als die schlimmsten heraus. Er rutscht bestimmt fünf Mal während unserer Wanderung aus. Etwas kleinlaut erklärt er die Stiefel seinen noch ganz neu. Ich kann mir die Frage nicht verkneifen, was wir tun sollen, falls er mal unglücklich stürzen und das Bewusstsein verlieren sollte. Dafür haben wir ja das Armband mit der Notfallnummer, erklärt er.

Ich glaube tatsächlich, dass die Wege im Park optimal für Barfußschuhe oder sogar Wasserschuhe wären.  Weiter unten kommen wir dann zwar auf einen ordentlichen Waldweg, sich auch hier gibt es sehr viele extrem rutschige Wurzeln.

Der Weg führt uns ungefähr eineinhalb Stunden bergab. Zwischenzeitlich ziehen Wolken herein und der ganze Wald verschwindet im Nebel. Die Sicht ist gut genug um herumzulaufen, aber die Fernsicht ist dahin.

Schmale Wege führen durch den Nebelwald

Der Marktplatz und die Muisca-Ruine im Chicaque Park.

Dann kommen wir an eine offene Fläche. Hier ist ein ehemalige Marktplatz der Muisca, einem indigenen Volk, das zu der in den Andenregionen verbreiteten Chibcha-Kultur gehörte. Die Muisca zeichnen sich besonders durch ihre Goldschmiedekunst aus, die sie auch zu wichtigen Handelspartnern der Inkas machte. An einem dieser Handelsplätze stehen wir gerade. Hier wurde vor allem Gold gehandelt.

Neben dem Platz ist ein Hügel. Dieser ist künstlich von den Muisca als Tempelanlage angelegt worden. Oben unterteilt sich der Hügel in zwei Terrassen. Carlos erzählt, dass es auch hier Menschenopfer gab. Vor allem junge Frauen wurden den Göttern geopfert – nicht weil sie entbehrlich waren, sondern weil sie als heilig galten. Sogar die Erbfolge der Muisca-Herrscher war durch die Fauen geregelt. So wurde das Erbe immer vom Sohn der Schwester des Herrschers angetreten. Auch viele Götter der Muisca waren weiblich.

Heute steht auf dem Platz eine kleine Bank in einem Eck und ein Marterl mit den christlichen zehn Geboten. Wie überall wo die Katholiken unterwegs waren, haben sie auch hier die heiligen Städten der Einheimischen für ihre Zwecke umfunktioniert. Neben der Religion ging auch die komplette Restliche Kultur der Muisca und der Chibcha mit der Ankunft der Spanier unter. Was von den Kunstschmieden bleibt, ist die Legende von Eldorado und zahlreiche Zeitzeugnisse im Museum von Bogota.  

Der Hügel wurde künstlich als Kultplatz angelegt

Das Hostal El Refugio im Chicaque Naturpark

Wenige hundert Meter weiter erreichen wir das Hostal el Refugio in der Mitte des Parks. Die Übernachtung hier kostet zwischen 79.000-180.000 COP Frühstück inklusive. Die Zimmer haben jedoch kein eigenes Badezimmer.

Es ist ein Holzgebäude, sieht ein wenig aus wie ein lost Place. Das Holz ist leicht verwittert von der allgegenwärtigen Feuchtigkeit und steht düster im Nebel. Die Wiese außenherum ist schön gemäht. Es gibt einen überdachten Picknickplatz, Toiletten und Mülleimer. Außerdem sind vor dem Gebäude zahlreiche bunte Blumen angepflanzt. Ohne den Nebel wäre es hier sicher sehr idyllisch, so wirkt es eher etwas verwunschen.

Wir gehen ins Hostal el Refugio hinein. Auch innen ist es sehr duster. Dann jedoch kommen wir in einen runden Saal. In der Mitte gibt es ein Lagerfeuer in einem offenen Kamin. Eine Angestellte entfacht gerade das Feuer.

Der Saal ist rund mit großen Fenstern. Ohne den Nebel hätte man bestimmt einen tollen Ausblick. So sehen wir nur ein paar niedliche blaue Vögel die auf den nahen Zweigen herumhoppsen.  Vor dem Saal gibt es eine Veranda mit Hängematten. Bei entsprechendem Wetter ist es sicher toll hier zu liegen.

Am Kamin lässt es sich auch bei Sauwetter aushalten

Frühstück im Hostal El Refugio

Wir bestellen Frühstück. Ich nehme das typische Frühstück: Zwei Eier, Arepa, Kakao und einen Smoothie. Max nimmt Empanadas, Arepa und eine Cola. Carlos nimmt Arepa und eine Kaffee. Arepa sind übrigens eine art deftiger kleiner Pancakes aus frischem Mais oder in diesem Fall Maisgrieß und manchmal mit Käse. Sie machen wahnsinnig satt.  Wir laden Carlos zum Frühstück ein und zahlen für alles zusammen horrende 6€. So günstig haben wir noch nirgends gegessen.

Gerichte für das Mittag- oder Abendessen gibt es auf der Karte übrigens für um die 20.000COP

Camping El Refugio

Als wir weitergehen führt uns unser Weg am Campingplatz El Refugio vorbei. Der Campingplatz ist eine Wiese neben dem Hostal. Die Infrastruktur des Hostal kann mit genutzt werden. Auch hier ist im Preis von je nach Saison  43.300 – 49.000 COP

das Frühstück inbegriffen.  Die Wiese sieht etwas feucht aus und Nebelschwaden ziehen zwischen den verstreuten Parzellen mit den bunten Zwei-Mann-Zelten umher.

Carlos erzählt und, dass auf dem Zeltplatz gelegentlich auch Lamas frei herumlaufen. Heute haben wir aber leider nicht das Glück sie anzutreffen.

Der Zeltplatz beim El Refugio Hostel

Weitere Übernachtungsmöglichkeiten im Chicaque Park

Unweit des Refugio gibt es noch einige weiter Übernachtungsmöglichkeiten im Wald verstreut. Da wären zum einen die Cabinas, Kleine Hütte mit allem Luxus den man aus einem Hotel kennt mit Kamin, Minibar, eigenem Bad und Balkon. Wer noch etwas mehr Ausblick möchte, der kann auch im Baumhaus schlafen. Es gibt ein rustikales Baumhaus, das Roblegrande-Nest, mit Matratzen und Schlafsäcken auf 25 Meter höhe für bis zu sechs Personen und ein luxus Baumhaus, das Tángara-Nest für vier Personen auf acht Metern Höhe. Seit kurzem gibt es zudem die Möglichkeit zu Glampen, in riesigen Luxuszelten für bis zu fünf Personen mit eigenen Badezimmern.

Ich erwähne das der Vollständigkeit halber. Wir sehen auf unserer Tour davon nichts.

Sicherheit in Kolumbien aus Sicht unseres Guides

Während wir weitergehen diskutieren wir mit Carlos über die Entwicklung Kolumbiens, über seine Erinnerungen an die Zeit der Drogenkriege und die aktuelle Lage.

Generell sei Kolumbien sicher, meint  er. In Grenzgebieten sollen wir uns jedoch lieber nicht herumtreiben, und in ärmeren Stadtvierteln und generell nachts mehr aufpassen, meint er. Er selbst sei schon dreimal ausgeraubt worden. Seit neuestem hätten es die Täter auch auf Fahrräder abgesehen. Es habe schon Tote gegeben, weil die Täter oft auf Drogen und bewaffnet seien und sich das ein oder andere Opfer gewehrt hatte. Aber Entführungen so wie früher kämen nicht mehr oft vor. Auch Korruption in der Politik und bei der Polizei sei nach wie vor ein Problem. Aber als Tourist käme man normalerweise weder mit der Korruption in Berührung noch hätten es Diebe besonders auf einen abgesehen, solange man sich nicht in ihr Gebiet verirrt.

Der Wasserfall im Chicaque Park

Am Zeltplatz vorbei laufen wir längere Zeit einen Waldweg entlang. Es geht gelegentlich leicht bergauf und bergab aber generell bewegen wir uns auf einer etwa gleichbleibenden Höhe. Die Wurzeln auf dem Weg sind etwas rutschig. Der Wald hier ist anders als während des Abstiegs, auch wenn wir die Unterschiede nicht genau benennen können. Vielleicht wirkt er etwas massiver.

Dann kommen wir an den Wasserfall des Chicaque Park. Der Wasserfall ist nicht sehr breit, denn die Landwirtschaft und vor allem Eukalyptusbäume am oberen Wasserlauf entziehen ihn in den letzten Jahren immer mehr Wasser. Das Wasser, dass es bis zum Fall schafft, stürzt dort rund 70m in die Tiefe. Die Gischt liefert reichlich Nahrung für große Mengen Moos, die an der Steilwand wachsen und vor sich hin tropfen.

Rund 70 Meter stürzt das Wasser herab. Doch viel ist nicht mehr übrig vom Chicaque Wasserfall

Tiere im Chicaque Park

Wir stehe unterhalb des Wasserfalls und schauen andächtig hinnauf. Auf einmal hören wir ein Surren. Ein kleiner brauner Kolibrie schwirrt an uns vorbei zum Bach, trinkt und chillt ein wenig auf einem Stein. Dann fliegt er auf zu einem niedrigen toten Bäumchen und posiert in aller Ruhe in verschieden Posen vor meiner Kamera.

Ein brauner Kolibri posiert im Chicaque Park vor unserer Kamera

Ein weiterer Artgenosse trinkt gleichzeitig an einem Busch nur wenige Meter entfernt, ist jedoch deutlich weniger kooperativ, was seine Bereitschaft sich fotografieren zu lassen betrifft.

Am Rückweg zum Ausgang des Chicaque Park machen wir erneut einem Halt beim Hostal El Refugio. Ein kleiner Schauer geht nieder, daher beschließen wir ein kleines Picknick in der überdachten Picknick Fläche vor dem Hostel zu machen. Auf einem Baum unweit sitzen drei große Tauben mit leicht rosanem Gefieder. Schweinetauben nennt sie Carlos. Vermutlich sind es im deutschen Sprachraum eher Purpurtauben.

Als wir aufbrechen sehen wir auf einer der Pferdekoppeln zwei Tiere, die genüsslich Obst futtern. Vermutlich sind es Aguti, auch wenn sie etwas dunkler und größer sind, als die Aguti, die wir in Honduras und Costa Rica gesehen hatten.

Ein Aguti ist gerade Obst

Nachdem ich am Rückweg zum Parkplatz des Chicaque Park weiterhin so von den Kolibris schwärme, offenbart Carlos plötzlich, dass es am Parkplatz eine Futterstation gibt. Entsprechend lege ich nun einen Zahn zu, während wir den Berg hinauf keuchen und die Männer beneiden mich etwas für meine Motivation.

Auf dem Weg sehen wir zahlreiche kleine braune und rötliche Vögel die gut gelaunt in den Bäumen piepsen. Auch eine kleine Eule hören wir, allerdings sehen wir sie nicht.

Dann entdeckt Max plötzlich einen grünen Tukan in den Bäumen. Leider ist durch den Nebel die Sicht nicht die beste. Der Grünarassari sitzt einige Zeit da und beobachtet uns gelangweilt, ehe er wieder weiter fliegt.

Im Blätterdach ist der Grünarassari gut getarnt

Dann kommen wir am erneut an der Aussichtsplattform an. Dort wo man heute morgen noch einen tollen Blick ins Tal hatte, sieht man sich nun nur noche einer Wolkenwand gegenüber.  Wir verlassen den Park und gehen zurück zum Auto.

Am Parkplatz des Chicaque Park, direkt vor den Türen des Restaurants hängen mehrere Futterstationen für Kolibris. Ein ganzer Schwarm aus ungefähr zehn grünen Kolibris tummelt sich hier und streitet sich um die besten Futterstellen. In den Büschen Schwirrt und piepst es. Es ist wahnsinnig schön und gleichzeitig wirklich witzig ihnen zuzusehen.

Grüne Kolibris wetteifern um die besten Trinkstellen

Ich setze mich zu ihnen und schieße Bilder. Während ich so da sitze, gesellen sich einige größere Vögel zu der Futterstelle und tun sich am Nektar der Kolibris gütlich. Die Kolibris sind darüber alles andere als erfreut und flattern laut schimpfend um sie herum.

Dann taucht ein weiterer Kolibri auf. Sein Gefieder leuchtet metallisch in verschiedenen Blautönen und er ist etwas größer als seine grünen Artgenossen. Ich bin mit meiner Kamera absolut in meinem Element.

Sogar ein blauer Kolibri lässt sich blicken

Auf einmal ruft Max vom Parkplatz. Ein Kondor sei soeben über den Parkplatz hinweggesegelt. Ich habe ihn leider verpasst, aber die hunderten Kolibrifotos entschädigen mich dafür großzügig.

Während ich Bilder gemacht habe, hat sich Max mit dem strubbeligen grauen Hund des Restaurants angefreundet. Er begleitet uns etwas gelangweilt zurück zum Auto.

Fazit des Chicaque Park

Auf dem Rückweg sichte ich die Bilder des Tages. Über 400 sind es geworden. Viele davon sind sogar brauchbar.

Wir hatten heute einen sehr schönen Tag und würden jedem die Tour in den Chicaque Naturpark empfehlen. Die Wanderung macht Spaß und jeder der noch nie in einem Nebelwald war, kann hier die Atmosphäre gut erleben. Um etwas von der Tierwelt Kolumbiens zu sehen, bedarf es allerdings etwas Glück und eines guten Auges. Auch ohne Guide ist der Park machbar, allerdings sind die Wege etwas unübersichtlich und die Anfahrt unkomfortabel.

Mehr Informationen zum Thema findest du auf der offiziellen Seite des Parks