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Mittlerweile waren wir 10,5 Monaten unterwegs als wir in Buenos Aires angekommen waren. Eine Stadt die wir deutlich unterschätzt haben, eine Stadt in die man sich sogar im Winter verlieben kann. Buenos Aires ist bekannt für seine malerischen Straßen, tollen Ateliers und aber auch natürlich für die leckeren Steaks und Empanadas die man an jeder Straßenecke findet. 

Als wir in Buenos Aires angekommen waren landeten wir am Flughafen El-Palomar – dieser Flughafen hat uns direkt enttäuscht da er sehr schlecht organisiert war. Bei diesem Flughafen handelt es sich um einen teilweise umfunktionierten Luftwaffen Flughafen der nicht wirklich für Touristen ausgelegt war. Ewige Wartezeiten bei der Einreise, keine Geldautomaten und natürlich schlechte Infrastruktur hießen uns willkommen. Wir befürchteten schon das es ein ähnliches Erlebnis wird wie in Santiago de Chile was sich aber dann Gott sei dank nicht bestätigte.

Der 1,5 Stündige Flug von Santiago de Chile nach Buenos Aires mit Jet Smart kostet inkl. Gepäck 270 Euro für zwei Personen. 

Als wir endlich in der Unterkunft waren fiel Martina auf das sie das Handy verloren hatte. Es musste im Taxi passiert sein. Klingt nach einen guten Start oder? Aber 2 Tage später meldeten sich zwei Peruaner die das Handy im Taxi gefunden hatten und Martina auf Facebook ausfindig gemacht haben. Und dann soll noch einmal einer sagen das Südamerika gefährlich ist. In Deutschland hätte Martina das Handy wahrscheinlich nie wieder gesehen. Endlich konnten wir die Stadt genießen. 

Was man über Buenos Aires unbedingt wissen sollte:

Buenos Aires oder auch Ciudad Autónoma de Buenos Aires (wie sie offiziell genannt wird) hat derzeit im Großraum 13,1 Millionen Einwohner und ist das dicht besiedelte Gebiet in ganz Argentinien. Im Stadtkern von Buenos Aires leben derzeit etwa 2,9 Millionen Menschen, die anderen Einwohner sind im Großraum der Stadt zu finden. Buenos Aires hat insgesamt 48 Stadtteile die bekanntesten sind hier wohl Recoleta, Retiro, Palermo, Balvanera, San Nicolas, Montserrat, San Telmo, Belgrano und La Boca. Das sind auch die Stadtteile wohin man sich als Tourist wahrscheinlich am häufigsten verriet. Aber dazu mehr im Teil der Sehenswürdigkeiten von Buenos Aires. Wenn in Deutschland Hochsommer ist ist in Buenos Aires gerade Winter. Im Januar werden in der argentinischen Hauptstadt die Höchsttemperaturen erreicht und im Juni und Juli die Tiefsttemperaturen. Daher empfehlen wir (auch wenn wir im August waren) eher die Wintermonate für einen Besuch in Buenos Aires zu wählen. 

Gegründet wurde Buenos Aires im Jahr 1536 von Pedro de Mendoza unter den damaligen Namen Puerto de Nuestra Señora Santa María del Buen Ayre. Das lustige an Buenos Aires Gründungsgeschichte ist wohl das die Stadt im Jahr 1580 nochmal gegründet wurde. Diesmal unter den klangvollen Namen Ciudad de la Santísima Trinidad y Puerto Santa María de los Buenos Aires. Ab den 1776 wurde Buenos Aires dann offiziell das erste mal zur Hauptstadt ernannt. Im Jahr 1976 – 1983 leidete ganz Argentinien unter einer Militärdiktatur die dem Land bemerkbare Schäden zugefügt hatte. In Dieser Zeit verschwanden einfach 20.000 – 30.000 Menschen spurlos und sind bis heute nicht aufgetaucht. Auf dem Plaza de Mayo (der als zentraler Platz von Buenos Aires gilt) gab es zu dieser Zeit große Demonstrationen gegen die Militärdiktatur. 

Als ich auf der Recherche zu diesem Artikel und während unseres Besuchs in Buenos Aires das komplette Internet durchforstet hatte bin ich immer wieder auf den Begriff “Paris Südamerikas” gestoßen. Ich glaube dieses Begriff beschreibt Buenos Aires sehr gut und gibt einen guten Eindruck was diese Stadt alles zu bieten hat. Wir finden diesen Namen sehr passend und können dies auch unterschreiben!

Welche Sehenswürdigkeiten sollte man in Buenos Aires unbedingt gesehen haben?

Natürlich nennen wir nur einige Sehenswürdigkeiten in Buenos Aires die wir besucht haben und auch als empfehlenswert empfunden haben.

La Boca / Caminito

Natürlich mussten wir, wie soll es auch anders sein La Boca in Buenos Aires besuchen. Allerdings fanden wir diesen Ort eher enttäuschend als eine echte Sehenswürdigkeit. Zugegeben die Straße bzw. der Caminito hat wirklich einen ganz außergewöhnlichen Charme und die Wandmalereien die in dem Viertel zu finden sind sprechen eine ganz eigene Sprache – so haben wir diese selbst in Wynwood in Miami und in der Comuna 13 in Medellin nicht gesehen. Allerdings ist der ort selbst sehr enttäuschend da einfach nur alles für Massentouristen ausgelegt und man den Ort deshalb gar nicht mehr genießen kann. Überall findet man Restaurants und Souvenirstände die einen krampfhaft versucht etwas zu verkaufen! Wenn der Ort sich nicht selbst auslöschen möchte muss er etwas dagegen unternehmen damit er seinen Charme behalten kann. Daher definitiv kein Highlight sondern eher “Ich war da und gut ist’s!”

Blick auf die Häuser von La Boca
Bunte Gassen mit tollen Kunstwerken

Casa Rosada und Plaza de Mayo

Das Rosa Haus welches direkt am Plaza de Mayo steht ist in Kombination mit dem Plaza de Mayo definitiv einen Besuch wert. Wir empfehlen entweder eine Tour zu buchen oder sich selbst mit genug Wissen auszustatten um diesen geschichtsträchtigen Ort auch wirklich verstehen zu können.

Blick über den Plaza de Mayo

Plaza del Congreso und der Kongresspalast

Direkt mit dem Plaza de Mayo verbunden, durch die 1,8 Kilometer lange Straße Avenida de Mayo ist der Kongresspalast der heute noch von der argentinischen Regierung aktiv genutzt wird. Leider war bei unserem Besuch der Kongresspalast mit einem Gerüst verhüllt, sodass wir gar keinen freien Blick auf das schöne Gebäude hatten.

Blick auf den Kongresspalast von Argentinien

Obelisk von Buenos Aires

Der Obelisk von Buenos Aires ist nicht zu übersehen. Dieser Obelisk wurde im Jahr 1936 als Denkmal zur Stadtgründung aufgestellt. Er ist 67 Meter hoch und ist direkt an der Straße Avenida 9 de Julio auf einem Platz aufgestellt. Heute sind hier regelmäßig Demonstrationen aus diesem Grund befinden sich auch sehr viele Überwachungskameras an der Spitze des Obelisken.

Der Obelisk von Buenos Aires – ein echtes Wahrzeichen!

Japanischer Garten

Der japanische Garten von Buenos Aires gilt als der größte japanische Garten außerhalb von Japan. Der Garten hat einen wunderschönen Koi Teich und hat wunderschöne Pflanzen auf dem ganzen Gelände. Als wir den Park besucht hatten war sogar gerade Kirschblüte und der ganzen Garten strahle in einem wunderschönen zarten Rosa. Für den Park muss man 150 argentinische Pesos Eintritt bezahlen. Besonders bei schönen Wetter einen Besuch wert.

Blick über den Koi-Teich
Frühlingszeit in Buenos Aires

Calle Florida / Einkaufsstraße

Einkaufen kann man in Buenos Aires relativ gut. Allerdings gibt es nicht wirklich besondere Sachen. Wir waren z.B. auf der Suche nach einer externen Festplatte mit USB C Anschluss – was wir aber in ganz Buenos Aires nicht finden konnten. In der Calle Florida gibt es viele Einkaufsmöglichkeiten egal ob man Markenklamotten oder auch No-Name Produkte sucht. Dazwischen findet man in der Calle Florida in Buenos Aires immer wieder Fastfood Lokale die nicht nur Burger und Co. verkaufen sondern auch Empanadas und Steaks.

Blick über die Einkaufsmeile von Buenos Aires

Friedhof von La Chacarita

Alle Touristen laufen auf den Friedhof von La Recoleta, aber warum eigentlich? Der Friedhof von La Chacartia ist mindestens genauso schön und nicht so überlaufen wie der Friedhof La Recoleta. Der Nationalfriedhof von La Chacarita wurde im Jahre 1871 anlässlich einer großen Gelbfieber-Epidemie eröffnet und gilt seitdem als einer der größten Friedhöfe in Südamerika. Unzählige Künstler, Pioniere, Schauspieler und Sportler sind auf diesem Friedhof begraben. Es gibt hier aber nicht nur normale Gräber sondern auch eine Vielzahl von schönen Mausoleen die eher wirken wie Paläste als Gräber.

Blick auf ein Mausoleum von La Chacarita

Geld abheben in Argentinien

Eines der größten Problem die wir in Argentinen hatten war wohl das Geld abheben am Geldautomaten. Bereits am Flughafen ergab sich die Herausforderung – finde einen Geldautomaten der deine Karte akzeptiert und dann auch noch Geld vorrätig hat. Wir wären sonst nicht einmal mit dem Taxi in die Stadt gekommen.

Nachdem wir 3 Banken abgeklappert hatten, hatten wir endlich 4.000 Argentinische Pesos in der Tasche – 50 Pesos waren zu diesem Zeitpunkt etwa ein Euro – also hatten wir endlich umgerechnet 80 Euro in der Hand. Für diese 80 Euro mussten wir insgesamt über 10 Euro Gebühren zahlen. Das Ergibt eine Bargeldgebühren Quote von 12,5% – und diese Gebühren haben wir leider auch nicht mehr von unserer Bank zurückbekommen.

Die Herausforderung in Argentinien an Bargeld zu kommen hat also 3 Bestandteile.

  1. Nimmt der Geldautomat meine Bankkarte an?
  2. Hat der Geldautomat Bargeld?
  3. Wieviel Gebühren muss ich bezahlen um an Bargeld zu kommen?

Wenn man allerdings mit Uber fährt braucht man eigentlich kaum Bargeld da fast alle Läden und Restaurants eine Kreditkarte ohne Gebühr ermöglichen.

Unser Fazit zu der argentinischen Hauptstadt am Atlantik

Wir sind eigentlich mit relativ geringen Erwartungen nach Buenos Aires geflogen, da wir bereits von Santiago de Chile enttäuscht wurden und eher nur Smog vorgefunden hatten. Aber als wir endlich in Buenos Aires angekommen waren, wurden unsere Erwartungen übertroffen und die Stadt konnte uns direkt in ihren Bann ziehen. Tolle Menschen durften wir in der Hauptstadt Argentiniens kennenlernen, tolle Orte entdecken und natürlich tolle Erinnerungen sammeln. Die Hauptstadt wird uns definitiv in positiver Erinnerung bleiben und wir empfehlen auch allen Reisenden einen Besucher in Buenos Aires. Eine Stadt die man einmal erlebt haben muss um das Gefühl, dass Argentinien verkörpert spüren zu können. Ein Gefühl von südamerikanischen Temperament und etwas europäischer Kultur.

Typischer Block in Buenos Aires