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Maria Statue die Pablo Escobar nahe seines Gefängnis errichten ließ daneben ein Tourist

Pablo Escobar hat mich nicht erst seit Narcos und Co. fasziniert. In den letzten Jahren ist um diesen Menschen ein regelrechter Hype ausgebrochen nicht zuletzt danke der Serie Narcos auf Netflix. Ich verherrliche Pablo Escobar nicht, ich bin auch kein Fan davon – vielmehr zieht mich das Thema magisch an da ich es erstaunlich finde welche Macht Drogen einer einzelnen Person in Kombination mit Geld innerhalb kürzester Zeit geben können.

Als wir unsere Weltreise vor gut 8 Monaten gestartet haben war es für mich klar das Kolumbien eines unserer Highlights unserer Reise wird, nicht nur wegen den Geschichten rund um die Narcos, sondern auch vielmehr, weil dieses Land eine atemberaubende Natur und eine grandiose Kulinarik hat. Aber natürlich wollte ich auch die Szenerien von Pablo Escobar mit meinen eignen Augen sehen, um mir einen Eindruck zu verschaffen ob die Geschichten um diesen Drogenbaron reell sind oder doch etwas übertrieben.

Pablo Emilio Escobar Gaviria oder auch einfach nur El Patron wurde am 1. Dezember 1949 in Rionegro, etwa 50 Kilometer von Medellín entfernt geboren. Gestorben ist er einen Tag nach seinem Geburtstag am 2. Dezember 1993 in Medellín.  Er hatte insgesamt 6 Geschwister.

Als Pablo Escobar 5 Jahre alt war zog seine Familie nach Envigado – einer Gemeinde welche direkt an Medellín grenzt. Anfangs war er ein klein Krimineller welcher aber Anfang der 1970iger durch den Boom von Kokain zum Drogenbaron Kolumbiens aufstieg. Angeblich verdiente während seiner besten Zeit bis zu 2,5 Millionen USD in der Stunde.  Sein Vermögen wird auf etwa 30 Mrd. USD geschätzt. Damit wäre er zur damaligen Zeit einer der reichsten Personen unserer Erde gewesen. Pablo Escobar lies während seiner „Blütezeit“ 30 Richter und 457 Polizisten ermorden. Getreu dem Motto „Plata o Plomo“ was so viel bedeutet wie „Kugel oder Ehre“.

Eigentlich wollten wir die Führung mit einem der Mörder von Pablo Escobar machen – allerdings war es im Mai 2019 nicht möglich da Jhon Jairo Velasquez bzw. Popeye zu diesem Zeitpunkt wegen Erpressung wieder im Knast saß (was vielleicht auch besser war).

Daher haben wir uns für eine Pablo Escobar Tour mit insgesamt 5 Stationen über Airbnb entschieden wir wurden direkt in unserer Unterkunft pünktlich abgeholt und dann ging es auch schon mit dem Auto quer durch die Stadt.

Für die Pablo Escobar Tour die insgesamt 5 Stunden dauerte und 5 Stationen beinhaltet zahlten wir 42 Euro je Person inkl. Transport und Guide.

Das Stadthaus von Pablo Escobar

Als erstes ging es zum ehemaligen Stadthaus von Pablo Escobar mitten in Medellín, dass allerdings vor 2 Monaten abgerissen wurde und daher eher einem Bauplatz glich als einem fünf stöckigen Haus von Pablo Escobar.  

Dieses Graffiti vor dem ehemaligen Stadthaus verdeutlicht was die Bevölkerung über Pablo denkt

Derzeit lässt die Regierung von Kolumbien alle wichtigen Standorte von Pablo Escobar entweder abreisen oder die Orte werden zu öffentlichen Plätzen umstrukturiert umso Hilfsbedürftigen und ärmeren Menschen einen Platz zu bieten. Eine tolle Sache da Pablo Escobar einiges an Gebäuden (um die 50 Häuser) und Grundstücke besessen hatte und daher dadurch einiges Gutes getan werden kann.

La Catedral – das selbstgebaute Gefängnis

Nachdem wir die wichtigsten Stories zu dem Bombenfesten Haus von Pablo Escobar gehört hatten ging es mit dem Auto zur La Catedral – das Gefängnis das sich Pablo Escobar bereits zwei Jahre (bevor er ins Gefängnis) gehen sollte selbst erbaut hat. Es ging etwa 40 Minuten mit dem Auto den steilen Berg auf engen Straßen hoch bis wir die La Catedral endlich erreicht hatten. Während der Fahrt lief eine Dokumentation über Pablo Escobar (die ich aber natürlich schon kannte).

Ich war schockiert als ich die La Catedral von Pablo Escobar sah – es war kein Gefängnis oder Ähnliches, sondern vielmehr ein Ort an dem man mit Marihuana, Whiskey und Frauen Spaß hatte. Den Schalter für den Elektrozaun um die La Catedral hatte Pablo Escobar in seiner Zelle.  Selbst ein extra Raum für Marihuana und Whiskey war in dieser Anlage vorhanden.

Blick in die Disco der La Catedral
Schnaps uns Marihuana Raum von Pablo

Neben all dem Schnick Schnack gab es noch eine Disco, einen Helikopterlandeplatz, einen Fußballplatz wo sich Pablo öfter Profi Spieler einfliegen hat lassen und natürlich das Wachpersonal und die Arme die von Pablo bezahlt wurde. Es war also eine nette Villa mit viel Wachpersonal die Pablo sich dort auf dem Berg bauen hat lassen.

Landeplatz des Helikopter – im Hintergrund die Stadt Medellin

Allerdings konnten wir während der Pablo Escobar Tour nur einen kleinen Teil des Grundstückes betreten da im Jahr 2007 der Benediktinerorden Monastica Santa Gertrudis dort ein Pflege- und Altenheim für Bedürftige errichteten! Der Fußballplatz ging wieder in private Hand über.

In diesen Räumen waren die Mörder von Pablo Escobar untergebracht.

Hier merkt man auch das die Regierung von Kolumbien die Geschichte mit Pablo Escobar nicht weiterführen möchte, sondern das Thema beenden will bzw. etwas Gutes tun möchte!

Fluchtweg von Pablo als damals die La Catedral von der kolumbianischen Armee gestürmt wurde.

Man kann auch noch den Fluchtweg entlang gehen auf den Pablo geflüchtet ist und auch die Maria Statue besuchen an der Pablo immer gebetet hatte das in die DEA nicht erwischt.

Ich vor dem Marienbild an dem Pablo Escobar regelmäßig betete

Das Stadion von Envigado

Nachdem wir wieder die ganze Strecke heruntergefahren sind ging es zum Fußballstadion von Envigado. Dieses Stadion hat Pablo Escobar in seinem Viertel errichten lasse. Dort hatte er auch seinen ersten politischen Auftritt. Er wurde damals in seinem Viertel als Held gefeiert.

Blick über das Stadion von Envigado wo sich heute Sportler unter freien Himmel fit halten!

Das Stadion von Envigado ist heute ein frei zugänglicher Sportplatz an dem Menschen aus der Gegend Sport treiben. Als Tourist wird man etwas verwundert angeguckt, wenn man das Stadion fotografiert da man auch hier die Geschichte rund um Pablo vergessen möchte.

Das Ende von Pablo Escobar

Natürlich durften auf der Pablo Escobar Tour auch nicht die letzten Stetten von El Patron fehlen. Deshalb ging es nach dem Stadion von Envigado direkt zu dem Ort wo Pablo Escobar und seine Familie begraben ist. Ein öffentlicher Friedhof mit einem schönen Blick über die Stadt.

Alle Gräber die mit Pablo Escobar zu tun haben bekommen von einer Unbekannten Person seit dem Zeitpunkt jede Woche neue Gestecke an das Grab gestellt. Keiner weiß bisher wer diese Gestecke bezahlt bzw. dahintersteckt.

Gräber der Familie Escobar

Vom Friedhof ging es weiter nach Laureles – nicht weit von unserer Unterkunft entfernt ist nämlich der Ort an dem Pablo Escobar erschossen wurde. Insgesamt haben ihm am 2. Dezember 1993 3 Kugeln getroffen. Die am Kopf hat dann dafür gesorgt das dem Drogenkönig von Kolumbien die Lichtlein ausgingen.

Auf diesem Dach wurde Pablo Escobar erschossen.

Heute ist in dem Haus eine Sprachschule.

Fazit der Pablo Escobar Tour

Die Tour ist für Menschen die sich für das Thema interessieren. Touristen die nur darauf warten mit dem Grabstein ein Foto zu machen werden von den Einheimischen doof angesehen und das ist auch nicht der Sinn der Tour. Die Tour soll vielmehr vermitteln was für ein Verrückter Mensch Pablo Escobar war und auch nochmal deutlich machen das sich das heutige Kolumbien ganz klar von den damaligen Machenschaften abgrenzt. Es gibt nur wenige Regionen an denen Pablo Escobar eine respektierte Person ist. Für mich war es einmaliges Erlebnis die Tour war höchst interessant und hat auch verdeutlicht was Kolumbien über El Patron denkt.