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Allgemeine Informationen über Indien für Reisende

Indien ist ein Ort der Kontraste und der Extreme. Das Gleiche gilt auch für seine Besucher: Zwischen Liebe und Hass für dieses Land fühlt sich mancher Reisende, der zum ersten Mal nach Indien kommt, hin- und hergerissen. Der Kulturschock ist für Europäer praktisch vorprogrammiert. Genau das ist es aber auch, was dieses Land so faszinierend macht.

Egal wie viel Zeit du hast, um Indien zu bereisen: Es wird immer zu wenig sein und es werden immer weitere Orte und Kulturen zu entdecken bleiben, die eine neue Reise wert sind. Das liegt schon allein daran, dass Indien der siebtgrößte Staat der Welt ist. 

Die Hauptstadt Indiens

Mit einer Einwohnerzahl von über 1,3 Milliarden ist Indien nach China das zweitbevölkerungsreichste Land der Erde. Die Hauptstadt, Delhi, ist mit ihren gut 28 Millionen Einwohnern die drittgrößte Metropolstadt der Welt. Das entspricht etwa einem Drittel der Gesamtbevölkerung von Deutschland, die im indischen Delhi teilweise dicht gedrängt in einer Großstadt leben.

Neu-Delhi hat im Jahr 1931 Kalkutta (heute Kolkata) als Hauptstadt abgelöst. Die neue Hauptstadt wurde als ideale Stadt geplant und hebt sich mit den vielen Grünanlagen und großzügigen Straßen und Alleen architektonisch stark von anderen Städten Indiens ab.

Wenn du dich vom Chaos der indischen Hauptstadt nicht abschrecken lässt, ist Neu-Delhi schon allein eine Reise wert. Hier befinden sich einige der interessantesten Sehenswürdigkeiten Indiens.

Lotustempel in Neu-Delhi

Das einer Lotusblume nachempfundene Gebäude ist ein Sakralbau der Bahá’í, einer Religionsgemeinschaft, die ursprünglich aus dem Iran stammt. Der 1987 fertiggestellte Tempel ist ein architektonisches Meisterwerk, das auf der Welt einzigartig ist.

Nationalmuseum in Neu-Delhi

5000 Jahre Geschichte werden im Museum durch Zahlreiche Ausstellungsstücke repräsentiert. Archäologische Fundstücke, Schnitzereien aus Holz, Skulpturen, Musikinstrumente, Textilien, Waffen, Rüstungen, Schmuck, Gemälde, Manuskripte, verschiedenste Kunstwerke und religiöse Relikte und historische Statuen aus dem Buddhismus gehören zu den im Museum ausgestellten Objekten.

Akshardham Tempel in Neu-Delhi

Der riesige Tempelkomplex Akshardham gehört den Swaminarayan Hindus und ist (umstritten) der größte Tempelkomplex der Welt. Neben dem Tempel, der kostenlos besichtigt werden kann, gibt es hier eine ganze Reihe von Vergnügungen, wie eine wunderbar gepflegte Gartenanlage, ein Wasserspiel und vieles mehr.

Sprache und Kultur in Indien

Die Amtssprachen in Indien sind Hindi, Englisch und je nach Region eine der etwa 20 verschiedenen gleichberechtigten Regionalsprachen, von denen jede noch verschiedene Dialekte hat. Kein Wunder, dass die meistgebrauchte Amtssprache tatsächlich Englisch ist. Oft sprechen Inder auch miteinander Englisch, da ihre jeweilige regionale Sprache unverstanden bliebe.

Die Flagge von Indien

Die indische Flagge wird auch als Tiranga, was „Trikolore“ bedeutet, bezeichnet. Hier steht das Safrangelb für Mut, Weiß für Wahrheit und Frieden und Grün für Glauben, Wohlstand und Treue. Das zentrale Charkha (Rad) symbolisiert die 24 Stunden des Tages. Der indischen Flagge wird im Land große Wichtigkeit beigemessen und es gibt eine lange Liste von Verhaltensregeln, wie mit dieser umgegangen werden soll.

Das Kastensystem in Indien

Eine der größten Unterschiede zur westlichen Kultur, mit dem viele Europäer sich nur schwer zurechtfinden können, ist das indische Kastensystem. 

Das Kastensystem teilt die Menschen in Indien streng in verschiedene Gruppen auf. An der Spitze stehen die Brahmanen, die der Kaste der Gelehrten angehören, darunter hohe Beamte, Fürsten und Krieger (Kshatriyas), gefolgt von Bauern und Kaufleuten (Vaishyas), an letzter Stelle Knechte, Diener und Dienstleister (Shudras). Darunter stehen die sogenannten „Unberührbaren“, die sich selbst auch „Dalits“ nennen. Nach der religiösen Unterscheidung gehören sie keiner Kaste an. Ihnen bleiben nur die als am niedrigsten angesehenen Arbeiten, wie Müllbeseitigung, Wäscherei oder Frisör, übrig.

Ein Ausbrechen aus der eigenen Kaste ist undenkbar, da die Kinder bereits in die Kaste ihrer Väter geboren werden. Ihr Nachname sagt nicht selten schon, welcher sozialen Gruppe (Jati) und damit welcher Kaste sie angehören. Der Name „Dhobi“ bedeutet zum Beispiel Wäscher, während „Gandhi“ Parfümverkäufer heißt. In Indien gibt es etwa 2000 verschiedene Jatis. Eine Heirat außerhalb der eigenen sozialen Schicht ist absolut undenkbar und so ist auch ein sozialer Aufstieg über Generationen praktisch unmöglich. Obwohl in den Städten das Kastensystem mittlerweile etwas aufgelockert wurde, wird es am Land weiterhin uneingeschränkt praktiziert und auch die modernsten Inder ziehen keine Heirat außerhalb der eigenen Kaste in Betracht.

Trotzdem gibt es erste Zeichen für Schritte in Richtung der Gleichberechtigung: Trotz Resistenz der hohen Kasten werden den Dalits immer mehr Rechte zugesprochen. Der aktuelle Staatspräsident Ram Nath Kovind ist nach K.R. Narayanan bereits der zweite „Unberührbare“, der zum Staatsoberhaupt Indiens wurde.

Als Frau nach Indien reisen

Es besteht tatsächlich ein kultureller Unterschied, den du als Frau, besonders alleine, nie aus den Augen verlieren solltest. Inder haben ihrerseits ein vielleicht etwas verzerrtes Bild von „freizügigen“ Europäerinnen. Du solltest dieses also keinesfalls festigen, wenn du sexuelle Belästigung vermeiden oder zumindest minimieren willst.

  • Sexy Klamotten bleiben zu Hause. In Indien ist das Tragen von freizügiger Kleidung eine regelrechte Einladung zur sexuellen Belästigung. Dabei ist deine Auffassung von freizügig wahrscheinlich anders als die indische. Achte darauf, weite Kleidung zu tragen, die mindestens sowohl Knie als auch Ellenbogen bedeckt. Gewagte Ausschnitte, kurze Röcke, Shorts und Tanktops sind Tabu.
  • Kleider machen Leute. Schon wieder geht es um dein Äußeres. Um respektiert zu werden, solltest du darauf achten, dass deine Kleidung immer sauber und ordentlich ist. Zerfledderte Klamotten sind nicht angebracht, wenn du gut behandelt werden möchtest.
  • Du bist Single? Sag es niemandem! Falls du nicht sowieso in männlicher Begleitung bist, solltest du bei jedem Gespräch unterstreichen, dass du verheiratet bist. Am besten, du besorgst dir auch einen Ring, den du als Ehering-Attrappe am Finger trägst.
  • Spreche nicht mit fremden Männern. Das gilt besonders in Indien, denn die Männer werden dein freundliches Verhalten als sexuelles Interesse ihnen gegenüber missinterpretieren. Wenn du jemanden nach dem Weg fragen musst oder sonst ins Gespräch kommst, halte dich stets an Frauen und ältere Menschen.
  • Versuche, nicht allein zu reisen. Als Frau ist die Reise nach Indien in männlicher Begleitung sicherer, aber auch eine weibliche Reisebegleitung macht bereits den Unterschied.

Die Top 5 Sehenswürdigkeiten in Indien

Taj Mahal in Agra

Die wahrscheinlich berühmteste Sehenswürdigkeit Indiens im Bundesstaat Uttar Pradesh, im Norden Indiens, wurde vom Großmogul Shah Jahan 1631 in Auftrag gegeben und im Jahr 1653 fertiggestellt. Der imposante Marmorpalast ist das Wahrzeichen Indiens und gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe. Hier solltest du bereits bei Sonnenaufgang sein, wenn die Besucherströme noch nicht allzu zahlreich sind, die Luft sauber und klar ist und das Lichtspiel um den Palast besonders beeindruckt.

Das Taj Mahal in Relation zur danebenliegenden Stadt Agra

Rotes Fort in Agra

Ebenfalls in Agra und ebenfalls von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt, ist das Rote Fort. Bereits 1080 wurde das Fort erstmals urkundlich erwähnt. Die gewaltige geschichtsträchtige Festungsanlage wurde im Laufe der Jahrhunderte immer wieder aus- und umgebaut und erstrahlt heute in atemberaubender Pracht. Durch die Nähe zum Taj Mahal lassen sich die Besichtigungen ideal an einem Tag kombinieren. Nicht zu verwechseln ist das Rote Fort in Agra mit dem Roten Fort in Delhi, das ebenfalls einen Besuch wert ist.

Goa und seine Strände

100 km Küste am arabischen Meer mit tropischen Klimabedingungen, Hippy-Flair, Partystimmung und Yogaschulen sind der etwas andere Teil von Indien. Traumhafter endloser Sandstrand, einladende indische Küstendörfer, hervorragendes Essen und heilige Kühe, die zwischen den Touristen sonnenbaden, zeichnen dieses Paradies aus. Nicht zufällig ist Goa ein Ziel des Massentourismus, und zwar bereits seit den 60iger Jahren, als die ersten Hippys den Strand entdeckten. Dementsprechend gut ausgebaut sind hier auch die touristischen Infrastrukturen.

Jim Corbett Nationalpark

Der Brite Jim Corbett spielte eine ausschlaggebende Rolle bei der Gründung dieses ersten Nationalparks in Indien, der ursprünglich „Hailey” hieß. Der Park ist in erster Linie dem Schutz des Bengalischen Tigers gewidmet. Auch andere, vom Aussterben bedrohte Wildtiere, wie der Indische Leopard, der Asiatische Elefant und das Große Nashorn dürfen hier vor Wilderern und Zerstörung des Lebensraumes geschützt leben. Eine Besichtigung ist von November bis Juni möglich, Treckingtouren werden um den Park herum organisiert. Tatsächlich einen Tiger zu erspähen, könnte sich als schwierig erweisen, denn die Tiere sind sehr scheu und perfekt getarnt. Trotzdem ist der Besuch garantiert die Anreise wert.

Hawa Mahal (Palast der Winde) in Jaipur

Wer gerne einen direkten Einblick in das Leben in einem Harem bekommen möchte, sollte den Palast der Winde im nördlich gelegenen Jaipur keinesfalls verpassen. Der Maharaja Pratap Singh ließ das prunkvolle Gebäude 1799 aus rotem und rosa Sandstein errichtet und mit 953 winzigen Fenstern versehen. Die Frauen des Palasts sollten so die Möglichkeit haben, das Treiben auf der Straße zu beobachten, ohne selbst gesehen zu werden. Die architektonische Meisterleistung zeigt sich auch in der Eigenschaft, die dem Palast seinem Namen verlieh: In seinem Inneren weht immer eine leichte Brise, die die Temperaturen im Palast auch an den heißesten Tagen angenehm macht. Der Palast der Winde ist das meistfotografierte Gebäude Indiens. Das Palastmuseum ist täglich geöffnet.

Varanasi in india

Einreisebestimmungen und Visum Indien

Deutsche benötigen für die Einreise in Indien ein im Voraus ausgestelltes Visum. Dieses kann entweder bei der Botschaft beantragt, ober elektronisch eingeholt werden (E-Tourist Visa).

Vorerst ist durch Corona keine Einreise in Indien als Tourist möglich

Durch die Corona-Pandemie ist es zum heutigen Zeitpunkt nicht möglich, Indien als Tourist zu bereisen. Momentan werden keine Visas an Touristen erlassen. Auch für medizinisch bedingte Reisen sind die indischen Grenzen geschlossen. Die Bestimmungen für die Einreise können sich durch Corona jederzeit wieder ändern, deshalb solltest du dich beim Auswärtigen Amt über aktuelle Regelung informieren.

Die Hauptstadt von Indien ist Delhi. Neu-Dehli oder Delhi hat im Jahr 1931 Kalkutta (heute Kolkata) abgelöst.

In Indien leben derzeit etwa 1,3 Milliarden Menschen.

Die Amtssprache in Indien ist Hindi und Englisch je nach region.

Ingesamt unterscheidet man Hindi noch in 20 weiteren Regionalsprachen und dazu noch unzählige Dialekte.

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