Oben

Das Sehen ist der wichtigste Orientierungssinn des Menschen.
Leider gehöre ich zu den Menschen, bei denen dies von Natur aus nicht so gut funktionierte. Seit meinem 10. Lebensjahr trage ich eine Brille und hatte inzwischen stolze 6,5 Dioptrien angesammelt. Das bedeutet für Laien ausgedrückt, dass ich ohne meine Brille oder Kontaktlinsen noch genau eine Handbreit weit scharf sehen konnte. Danach verschwamm alles zu einem milchigen Einheitsbrei ohne scharfe Kanten, dafür mit bunten Flecken.

Daran das Haus ohne Brille oder Kontaktlinsen zu verlassen war also nicht zu denken.
Ich hatte schon oft darüber nachgedacht mir die Augen Lasern zu lassen, doch als Studentin war es mir schlichtweg zu teuer. Außerdem war es verdammt gruselig sich vorzustellen, dass einem bei vollem Bewusstsein die Augen aufgeschnitten werden. Eine LASIK im Ausland kam für mich zunächst nicht in Frage.

Nachdem sich nun einige Leute in meinem Bekanntenkreis haben operieren lassen, wurde der Wunsch die Brille und Linsen dauerhaft loszuwerden jedoch immer stärker. Als schließlich der Beschluss gefasst war auf Reisen zu gehen, war klar, dass ich das nicht mit Brille tun würde.

Die Vorbereitung zum Augenlasern

Der erste Schritt zu dem ich mich durchgerungen hatte, war der Gang zum Augenarzt. Dort wurde meine Hornhautdicke gemessen und der Arzt nahm mir etwas die Angst. Alleine schon das Messen der Hornhaut war für mich sehr interessant. Ein kleines Messgerät wird direkt auf die Hornhaut gelegt. Das klingt schlimmer als es ist. Ohne Brille habe ich es nicht wirklich gesehen und dank der betäubenden Augentropfen habe ich es absolut nicht gefühlt. Es ist eher so, als würde jemand etwas einige Zentimeter vor das Auge halten. Da zeigte mir, dass man das Auge wirklich gut betäuben kann – anders als beim Zahnarzt, wo es trotzdem noch weh tut. Der Augenarzt gab mir im Anschluss sein Ok.

Die Wahl der Klinik für das Augenlasern: Die Gemini-Klinik in Prag

Ins Ausland zu gehen, um sich die Augen lasern zu lassen, kam für mich zunächst überhaupt nicht in Frage. Erst nach und nach, als ich mich mehr mit der Technik beschäftigte, wurde die Option interessanter. Als Deutscher ist man von den heimischen Gesundheitsstandarts sehr verwöhnt und gerade als Bayer generell skeptisch gegenüber allem, das man nicht kennt.
Schließlich wurde mir von Arbeitskollegen meines Partners die Gemini-Klinik in Prag empfohlen, die ich schließlich für mich wählte.
Vier Argumente spielten für mich eine große Rolle es mich trotzdem zu trauen:

  • Die Gemini-Klinik gehörte zu einer Kette, die es in mehreren EU-Ländern gibt, darunter auch in Österreich (das einem als Bayer fast heimisch vorkommt). Entsprechend genügen die Voraussetzungen in den Kliniken auch den Qualitätsstandards dieser Länder.
  • Die Geräte und Methoden sind die gleichen wie in deutschen Kliniken.
  • Einer der Chirurgen der Kliniken, Dr. Stodulka, war an der Entwicklung neuer Operationsverfahren beteiligt.
  • Die Klinik wirbt mit deutschsprachigem Personal.
  • Ich fand weder in deutschen noch in tschechischen Foren (mit automatischer Seitenübersetzung) Horrorgeschichten, die mir die Klinik madig machten.

Natürlich spielten auch die Preise eine Rolle, die zwischen 50-75% günstiger sind als Kliniken hierzulande.

Die Kontaktaufnahme zur Gemini-Klinik

Die Terminvereinbarung erfolgte telefonisch, die Nummer hatte ich von der deutschsprachigen Version der Website. Eine deutschsprachige Telefonistin beantwortete mir einige grundlegende Fragen, klärte mich über den weiteren Ablauf auf und vereinbarte einen Termin mit mir. Es gab die Möglichkeit erst zu einem Voruntersuchungstermin zu kommen oder direkt mit der Voruntersuchung auch einen OP-Termin zu reservieren.

Die Dame wies ausdrücklich darauf hin, dass nach der Voruntersuchung von den Ärzten auch eine OP ausgeschlossen werden könnte. In diesem Fall würden Kosten von 40€ nach derzeitigem Wechselkurs anfallen und ich müsste unverrichteter Dinge wieder nach Hause fahren. Für mich persönlich war das ein gutes Zeichen, da eine OP-Garantie unseriös wäre. Daher vereinbarte ich einen Voruntersuchungs- und OP Termin knapp drei Monate später in der Klinik in Prag. Es folgte eine Bestätigungsemail mit den wichtigsten Verhaltensregeln für den Tag der OP, dann hieß es warten.

Zwei Tage vor der OP fuhren wir nach Prag. Ich war sehr nervös. Die Stadttour am Tag vorher half mir ein bisschen runter zu kommen. → Ein Tag als Tourist in Prag.

Mit gemischten Gefühlen ging es in die Klinik

Die Voruntersuchung in der Gemini Klinik

Am vereinbarten Tag kamen wir morgens in die Klinik. Mein Frühstück hatte ich kaum angerührt und ich hatte vor Nervosität miserabel geschlafen. Ich fühlte bereits morgens wie gerädert.
In der Klinik wurden wir freundlich empfangen – auf Tschechisch. Die Dame an der Rezeption sprach kein Wort Deutsch und auch kein Englisch. Für mich war das einer von vielen Momenten an denen ich am liebsten umgedreht wäre und die Flucht ergriffen hätte.

Uns wurde gestikuliert uns in den Wartebereich zu setzen und zu warten. Es gab kostenloses WIFI. Das war auch gut so, denn nun hieß es warten. Alle ca. 10 Minuten wurde ich aufgerufen und eine Arzthelferin gestikulierte mir in irgendeinem Gerät ins Licht zu gucken. Die Maschinen variierten in der Farbe und Formen der Lichter, waren ansonsten für mich aber weitestgehend nichtssagend. Einige davon kannte ich bereits vom Augenarzt, wie den unscharf werdenden Heißluftballon am Horizont.
Dann folgte ein “Tack” (was so viel wie gut bedeutet) und mir wurde wieder gedeutet ins Wartezimmer zu gehen. So lief es ca. 2h bis ich erstmals jemanden zu Gesicht bekam, der eine Sprache sprach, die ich auch spreche.

Ein junger Arzt machte mit mir einen Sehtest – auf Englisch. Dabei kam heraus, dass ich eine zu schwache Brille trug. Eigentlich hatte ich 7,5 Dioptrien, nicht 6,5. Damit war ich an der Grenze dessen, was bei einer Lasik zu korrigieren möglich ist. Weiter bunte Lichter mit gestikulierenden Arzthelferinnen folgten. Den Abschluss machte eine junge Ärztin, die meine Netzhaut untersuchte und dann auf Englisch verkündete ich käme für die Operation in Frage. Zur Auswahl hätte ich zwei LASIK-Methoden, die sich nach ihren Angaben nicht im Ergebnis aber etwas in der OP-Dauer unterschieden. Ich sagte ich hätte gerne die sicherste und kürzeste Methode. Es wurde also eine 6D-Diamant-LASIK, was auch immer das nun im Detail ist.

Die LASIK-OP-Vorbereitung

Ich war zwischenzeitlich wieder im Wartezimmer platziert worden und nervös wie ein Erdmännchen auf Speed. Allerdings hieß es dann erst einmal wieder warten und wider Erwarten wurde ich auch nochmals aufgerufen um mir die letzten bunten Lichter, die sie auf Vorrat hatten anzugucken.

Dann wurde ich nach unten gebracht, bekam ein Haarnetz, einen Kittel über meine Klamotten und musste Schuhe und Handy in einen Spint einsperren. Nun kam ich in einen kleinen Raum, der in warmen Erdtönen gestrichen war. Hier stand eine Reihe von großen Ledersesseln im Kreis. Dort saß ein Mann in gleicher OP-Kluft wie ich und relaxte. An einer Seite saß eine Arzthelferin und tippte etwas auf einem PC. Man nahm mir meine Brille weg und ich durfte mich setzen. Alle paar Minuten stand die Arzthelferin auf und tropfte mir Augentropfen in die Augen und holte gelegentlich eine Kollegin, die mich dann fragen musste, ob ich die Tropfen im Auge noch spüre (sie selbst sprach weder Deutsch noch Englisch). Als das nicht mehr der Fall war ging es los.

Die LASIK-Operation mit 6D-Diamant-LASIK

Der OP-Saal

Durch einen hellen Gang brachte man mich in einen kleinen OP-Raum. Eine blonde Frau empfing mich dort freundlich in gut verständlichem Deutsch. Sie stellte sich als meine OP-Ärztin vor und klärte mich über den OP-Verlauf auf. Ich bekam eine grüne Kuscheltierschlange in die Hand gedrückt und wurde auf einer Liege unter einem weißen Kasten platziert.

Zunächst durfte ich in ein buntes Licht gucken. Rote Wellen flackerten lustig vor sich hin, bis ein grüner Punkt etwa in der Mitte der roten Wellen lag. Ich denke dies war die sogenannte Wellenfront-Methode.

Das Präparieren des Flap

Das Bild das unser Auge erzeugt, wird in unserem Kopf aus unzähligen Einzelbildern zusammengesetzt, die dadurch entstehen, dass unser Auge ununterbrochen kleine Sprünge, sogenannte Sakkaden ausführt. Selbst wenn wir geradeaus sehen ist es unmöglich das Auge wirklich still zu halten. Um einen sauberen Schnitt für den Flap machen zu können, muss das Auge also kurz fixiert werden. Das passiert dadurch, dass ein spezieller ringförmiger Aufsatz so fest auf das Auge gedrückt wird, dass es sich nicht mehr bewegen kann. Das ist so fest, dass man nur noch Sternchen sieht und das Gefühl hat ohnmächtig zu werden. Sobald das Auge fixiert ist, beginnt ein Countdown von 30 Sekunden in denen der Flap präpariert wird. Jede Sekunde erfolgt ein Piep.

Ich will nicht untertreiben – Das Fixieren des Auges zum Flap-Präparieren tut wirklich weh! Bei mir musste dummerweise beim ersten Auge auch noch ein zweites Mal angesetzte werden, weil der Aufsatz nicht exakt passte. Beim zweiten Auge war ich so nervös, dass ich es fast nicht offen halten konnte, so dass die Arzthelferin mein Augenlid festhalten musste… Ich will Euch keine Angst machen, aber es ist wirklich nicht angenehm. Konzentriert Euch auf Eure Atmung und auf das Piep, dann werdet Ihr es überleben und dann ist das Schlimmste auch schon vorbei. Das Präparieren des Flap dauert nur 30 Sekunden und das Schneiden durch den Laser spürt man nicht im Geringsten.

Das Lasern der Hornhaut

Sobald ich nach dem Präparieren des Flap wieder etwas sehen konnte (Sehvermögen so wie üblich ohne Brille), kam die Ärztin mit etwas was für mich aussah wie ein kleiner Teigschaber (ich war ziemlich kurzsichtig – daher keine Garantie dafür). Der Blick wird plötzlich als würde man durch Wasser schauen und dann waren da wieder rote und grüne Lichter. Diese taten nicht weh, sie flackerten ein nur bisschen. Dann kam der Teigschaber wieder, alles wurde neblig und das nächste Auge war dran. Die gleiche Prozedur folgt, dann wurde ich kurz verabschiedet und in den Gang gebracht. Jemand schaut ob die Flaps richtig und faltenfrei liegen, dann geht es zurück in den Vorbereitungsraum.

Nach LASIK: Heilung und Sehkraft

Stunde 1 Nach der LASIK-OP

Um ehrlich zu sein, war ich nach der OP so benebelt, dass ich alles nur wie im Vollrausch mitbekommen habe. Gesehen habe ich auch erst einmal alles extrem verwaschen. Man kommt sich sehr hilflos vor.

Im Vorbereitungsraum bekam ich eine Sonnenbrille, durfte meine Sachen aus dem Spint holen und wurde dann wieder zu meinem Freund nach oben gebracht.
Wir zahlten, was ohne viel zu sehen gar nicht so einfach ist. Ich konnte meine Augen fast nicht offen halten und sah so verwaschen, dass ich meine Pin fast nicht eingeben hätte können.
Dann ging es zurück ins Hotel. Ich schaffte es mit großer Mühe meine Augen bis zum Auto offen zu halten, dann musste ich sie schließen. Ohne die sehr dunkle Sonnenbrille hätte ich es nicht einmal bis zum Auto geschafft. Licht war unerträglich.

Im Hotel angekommen tränten meine Augen so stark, dass ich sie nicht offenhalten konnte und verklebten dadurch auch komplett. Der stechende Schmerz, der kurz nach der OP begonnen hatte, nahm langsam zu. Wir mussten die Fenster komplett abdunkeln, jeder Sonnenstrahl war zu grell. Mein Freund machte einen Film an, ich schloss die Augen, hörte zu und bedauerte mich selbst. Da mir der Fernseher zu hell war, durch die geschlossenen Augen, ließ ich zusätzlich die Sonnenbrille auf.

Stunde 2-5 Nach der LASIK-OP

Etwa zwei Stunden nach der OP wurden die Schmerzen in meinen Augen so schlimm, dass ich meinen Freund um das Schmerzmittel bat, das ich mitbekommen hatte. Ungefähr eine halbe Stunde später wurden die Schmerzen langsam etwas besser. Die nächsten drei Stunden verbrachte ich mit geschlossenen Augen, Sonnenbrille, im Dunklen und fühlte mich elend. An Sehen war nicht zu denken, meine Augen klebten zu.

Stunde 6 nach der LASIK-OP

Die Operation war gegen Mittag, am Nachmittag kam dann langsam der Hunger. Max hatte einige Lebensmittel organisiert. Beim Essen ca. 5h nach der OP schaffte ich es erstmals wieder die Augen zu öffnen. Die Welt war unscharf, verwaschen, viel zu hell, aber sie war da. Dies war auch der Moment in dem ich begann Augentropfen für mich zu entdecken. Ich hatte Antibiotika und Benetzungstropfen in der Klinik erhalten. Mit Augentropfen war es so viel angenehmer die Augen offen zu halten. Ein bisschen konnte ich dann schon wieder Fernsehen, aber fürs Erste hielt ich die Augen weitestgehend geschlossen.

Bei Einbruch der Dämmerung konnte ich die Augen wieder halbwegs offenhalten und sah zwar verwaschen, aber ich konnte sehen. Daher entschieden wir uns essen zu gehen, da wir beide noch nicht viel gegessen hatten an diesem Tag. Es war anstrengend aber machbar. Die Schmerzen waren zu diesem Zeitpunkt weitestgehend abgeklungen.

Tag 1 nach der LASIK-OP

Ich erwachte und konnte die Augen nicht öffnen. Erst mit ordentlich Augentropfen waren die Augen feucht genug um etwas zu sehen. Schmerzen hatte ich nicht. Sehen konnte ich bereits relativ gut, auf beiden Augen.

Auf dem Weg zum Frühstück musste ich mich etwas an Max und am Treppengeländer festhalten, da ich wegen des neuen Eindrucks noch Probleme hatte Entfernungen richtig einzuschätzen.
Meine Augen waren voller roter Flecken von geplatzten Adern.
Am späten Morgen hatte ich einen Termin zur Nachkontrolle in der Gemini-Klinik.
Diesmal musste ich nicht lange warten, sondern kam zeitnah in ein Untersuchungszimmer, wo erneut mittels eines hellen Lichts die Lage der Flaps geprüft wurde. Beide Flaps lagen sehr gut, es hatten sich keine Falten in den Flaps gebildet. Dann jedoch erklärte die Ärztin, dass sie kurz jemanden holen müsse.

Kurz darauf kam sie mit meiner OP-Ärztin zurück. Diese begutachtete meine Augen und erklärte dann ich hätte einen Einschluss der OP-Flüssigkeit unter dem Flap der ausgewaschen werden müsste. Ich würde danach einige Zeit verwaschen sehen. Gesagt getan und mein Auge wurde mit Kochsalz gespült. Danach sag ich auf diesem Auge gerade noch bunten Nebel. Da ich nicht garantieren konnte, dass ich am nächsten Tag in Deutschland einen Augenarzt auftreiben würde, wurde auf eine Kontaktlinse zum Schutz verzichtet und ich wurde etwas ratlos, mit unbehaglichen Gefühl und einem ‘wird schon werden’ entlassen.

Auf der Heimfahrt kehrten im linken Auge die Schmerzen vom ersten Tag zurück, das Auge tränte, war extrem lichtempfindlich und zugeklebt. Das rechte Auge machte hingegen rasche Fortschritte, auch wenn ich noch leicht doppelt sah.

Woche 1 nach der LASIK-OP

Dadurch, dass ich mit 7,5 Dioptrin zuvor sehr stark kurzsichtig war, musste sich mein Auge nun erst einmal daran gewöhnen auch dafür zu arbeiten in der Nähe zu sehen. Das bedeutet die ersten Tage konnte ich in der Nähe nur lesen, wenn ich längere Zeit auf das Blatt oder den PC starrte und konzentrieren konnte ich mich auch nicht lange. An Arbeiten am PC war nicht zu denken. Darüber war ich jedoch in der Klinik informiert worden und es beunruhigte mich daher nur wenig.

Was dagegen irritierend war, war ein leichter Kontrastverlust auf beiden Augen, als wenn ein Schleier über allem läge. Während er auf dem rechten Auge langsam nachließ, hielt er sich links hartnäckig.
Auch die Sehstärke machte rechten Auge beinahe täglich Fortschritte, links hingegen sah ich extrem unscharf, mit deutlichem Schleier und eine Verbesserung war nicht wirklich zu merken.

Am Tag nach meiner Rückkehr bekam ich zudem die Hiobsbotschaft: mein Augenarzt der die Nachsorge übernehmen wollte, der gemeint hatte ich solle einfach anrufen, wenn ich wieder in Deutschland sei und könne dann vorbeikommen, hatte Praxisurlaub.
Einen anderen Arzt in Landshut fand ich nicht auf die Schnelle. Nette Aussagen wie “Notfälle erst wieder nächste Woche und mit ca. 3h Wartezeit und reguläre Termine in 6 Monaten” waren in meiner Situation nicht hilfreich.

Hier rächte es sich denn OP-Arzt nicht in der Nähe zu haben. Meine Nerven lagen daher ziemlich blank und jede Wimper im Auge verursachte eine Panikattacke.

Woche 2 nach der LASIK-OP

Die zweite Woche nach der LASIK-OP begann ich wieder zu arbeiten – Im Homeoffice und mit der Einstellung für große Schrift am Laptop. Regelmäßig musste ich Pausen machen und die Augen schließen. Ohne Augentropfen ging gar nichts.
Gelegentlich hatte ich leicht drückende Schmerzen dort, wo sich die Einblutungen gesammelt hatten. Diese Schmerzen verschwanden jedoch stets nach ein paar Stunden wieder. Die Einblutungen durch die Fixation bei der LASIK bewegten sich im Auge etwas und sammelten sich schließlich am Rand der Iris.

Das rechte Auge hatte inzwischen in der Weite ein Sehniveau, das etwas über dem Niveau von vor der LASIK mit Brille lag. Das linke Auge machte kaum merkliche Fortschritte. Der Schleier hielt sich konsequent und scharf sehen konnte ich auch nicht. Noch immer hatte ich keine Ärztliche Kontrolle gehabt. Meine Anspannung wuchs daher täglich.

Woche 3 nach der LASIK-OP

Am Montag der Folgewoche konnte ich endlich einen Arzttermin ergattern.
Das Ergebnis des Sehtests war ernüchternd. 90% auf dem rechten Auge, nur 60% auf dem linken. Ich konnte mit dem linken Auge das den Flap-Relift gehabt hatte die Tafel mit den Buchstaben fast nicht erkennen.
Der Augenarzt bestätigte mir jedoch, dass meine Augen gut heilten und empfahl Geduld.

Nachdem der Schleier auf dem linken Auge nach wie vor sehr stark war, kontaktierte ich die Klinik in Prag. Diese antwortete prompt, ich solle doch zur Kontrolle nochmals vorbeikommen. Leider hatte ich jedoch niemanden der mich fahren konnte und allein anzureisen traute ich mich nicht. Ich recherchierte daher noch etwas im Internet, wie es anderen Patienten nach einen Flap-Relift ergangen war. Nachdem diese alle von einer deutlich langsameren Heilung berichteten, beschloss ich dem Auge noch ein paar Tage zu geben, bevor ich erneut einen Termin in Prag machen würde.

Am Ende der dritten Woche verschwand der Schleier auf dem linken Auge plötzlich über Nacht. Scharf sehen konnte ich noch nicht, aber zumindest sah ich deutlich farbintensiver als zuvor.

Woche 4 nach der LASIK-OP

Zu Beginn der vierten Woche hatte ich erneut einen Arzttermin. Alles war soweit gut, ein neuer Sehtest wurde aber leider nicht gemacht.
Nun passierte es häufig, dass ich ganz erstaunt stehen blieb und verblüfft Reklametafeln las, die ich früher nicht einmal erkennen hätte können. Auch die Nahsicht klappte inzwischen hervorragend.
Das rechte Auge, das bei mir auch das dominante ist, kompensierte das nach wie vor schlechtere linke.

Das linke Auge machte langsam Fortschritte und erreichte gegen Ende der Woche ein Niveau, das etwas unter dem lag, das ich zuvor mit der Brille hatte – also ca. 1,25-1,5 Dioptrien. Allerdings war es nicht das typische unscharfe Sehen, sondern ich sah alles auf dem Auge mehrfach leicht verschoben übereinanderliegend. Gegen Ende der vierten Woche konnte ich zumindest wieder Nummernschilder vorausfahrender Autos auf dem linken Auge lesen, wenn auch nur mit Anstrengung.

Woche 5 nach der LASIK-OP

in Woche 5 war das rechte Auge auf einem Niveau, von dem ich sagen muss: Perfekt. Augentropfen brauche ich nur noch selten – hatte sie sicherheitshalber aber trotzdem immer dabei – und sowohl in der Nähe als auch in der Ferne sehe ich deutlich besser als jemals zuvor. Das linke Auge lieferte nunmehr nur noch zwei Bilder gleichzeitig, so dass es jetzt in etwa das Niveau hatte, das das rechte Auge zu Beginn der dritten Woche erreicht hatte. In der Klinik in Prag war ich nicht mehr.
Dass das linke Auge nach wie vor eingeschränkt war, war unbefriedigend aber zumindest hatte ich inzwischen wieder Hoffnung gefasst, dass es vollkommen genesen würde.

Woche 6 nach der LASIK-OP

To be continnued…

Von links nach rechts: Vor der OP, Tag 1 nach der LASIK, Woche 1 nach der LASIK

Fazit:

Würde ich mir die Augen nochmals lasern lassen?

Ja, ABER… Nach der OP sollte man mindestens eine Woche noch vor Ort bleiben, um gegen alle Eventualitäten abgesichert zu sein. Damit hat man nicht nur eine bessere Betreuung, man kann sich auch sicher sein, dass alles passt.
Zudem braucht man einen Arzt in Deutschland, der die Vorkontrolle und Nachsorge übernimmt. Daher sollte man schon vorab für den Tag nach der Heimkehr einen Arzttermin in Deutschland vereinbaren, um eine durchgehende Versorgung zu haben. Auch weitere Folgetermine vorab zu vereinbaren, kann einem später viel Stress und Wartezeiten ersparen.

Würde ich die Gemini-Klinik empfehlen?

Ja ABER… Wie ich feststellen musste, bringen deutschsprachige Ärzte nur sehr wenig, wenn das Personal kein Deutsch spricht, das alle Voruntersuchungen und die Organisation vornimmt. Eine OP im Ausland würde ich daher nur empfehlen, wenn man sich tatsächlich zutraut ein Arztgespräch auf Englisch zu führen. Außerdem schadet es sicher nicht zuvor ein paar Sätze in der Landessprache auswendig zu lernen (Wohin soll ich gehen, Wohin soll ich sehen, Licht, oben, unten, rechts, links etc.). Die Klinik selbst fand ich sehr ansprechend, hygienisch und ich hatte stets das Gefühl, dass ich mit moderner Technik und hoher Fachkompetenz behandelt wurde.

Würde ich eine LASIK-OP im Ausland empfehlen?

Ja ABER…Wer ein hohes Sicherheitsbedürfnis hat, etwas zu Hypochondrie oder Panikattacken neigt und ausführliche Erklärungen und eine intensive Nachsorge braucht, dem würde ich eindeutig von einer LASIK-OP im Ausland abraten. Auch sollte man so zeitlich flexibel sein bei Problemen den Aufenthalt nach der OP im Ausland zu verlängern. Außerdem sollte man sich zuvor wirklich ausführlich bei unabhängigen Quellen über die Klinik informieren. Ich kann nicht ausschließen, dass es auch einige schwarze Schafe gibt, die die Augen kaputt machen…

Was kann ich sonst noch bezüglich einer LASIK-OP im Ausland empfehlen?

Es ist Eure Gesundheit, lasst Euch da nicht hineinreden. Macht keine Experimente nur um Geld zu sparen, wenn ihr Euch nicht sicher seid. Es ist eine OP mit nicht zu verachtenden Risiken. Erst wenn man mit verklebten Augen herum sitzt, merkt man plötzlich, wie sehr man im Alltag auf die Augen angewiesen ist.
Auch werden euch alle möglichen Leute sagen, was ihr tun oder lassen sollt, oder tolle Tipps geben wie „mach dir keine Sorgen, das dauert“, oder hilfreiche Tipps geben, wie „inzwischen solltest du aber auch wieder ohne Sonnenbrille nach draußen gehen können, lass sie doch mal weg“. Dazu kann ich nur sagen: Solange die Leute keine Ausbildung zum Augenarzt haben, sollen sie die Klappe halten. Es sind Eure Augen und Eure Zukunft. Haltet Euch an die Anweisungen des Augenarztes. Wenn ihr Euch Sorgen macht, geht zu einem Fachmann. Redet mit Leuten, die in der gleichen Situation waren, oder lest Erfahrungsberichte. Aber ignoriert bitte unbedingt alle unqualifizierten Kommentare von anderen Leuten!

Anmerkung:
Dies ist kein gesponserter Artikel. Es besteht keine geschäftliche Beziehung zwischen mir und der Gemi-Klinik außer der genannten Patientenbeziehung. Der Artikel beschreibt ausschließlich meine subjektiven Erlebnisse und Meinung. Alle Angaben ohne Gewähr.

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